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Norbert Holthenrich bleibt Präsident : ZZF-Vorstand mit neuen Mitgliedern erweitert

Delegierte und der neue ZZF-Vorstand (vorn, von links): Leon Schlosser, Volker Ennenbach, Karin Witthohn, Präsident Norbert Holthenrich, Matthias Mai und Eckhard Lindemeier. Es fehlt Jochen Huppert. Foto: WZF/Donnhäuser

Die Delegierten des Zentralverbandes Zoologischer Fachbetriebe haben Norbert Holthenrich erneut zum Präsidenten und neue Gesichter in den Vorstand gewählt. Das Gremium wurde zudem um zwei Sitze erweitert.

Auf der 75. Delegiertentagung des Zentralverbandes Zoologischer Fachbetriebe in Leipzig wurde Norbert Holthenrich erneut als Präsident bestätigt. Auch in seiner fünften und satzungsbedingt letzten Amtszeit will sich Holthenrich weiterhin „für gute Rahmenbedingungen der Heimtierbranche und eine positive Entwicklung der Heimtierhaltung“ einsetzen. Dies teilte der ZZF nun mit.

Eckhard Lindemeier (INT‐International Nonfood Trading) bleibt ebenfalls für weitere vier Jahre als Vorstandsmitglied im Amt. Da der Vorstand von fünf auf sieben Mitglieder erweitert wurde und die bisherigen Mitglieder Erhard Kaup, Melanie Schmidt und Katharina Engling nicht mehr für eine weitere Amtszeit kandidierten, führte die Wahl zu größeren personellen Veränderungen.

Fünf neue Mitglieder

Die Delegierten wählten fünf neue Mitglieder in das Gremium: Volker Ennenbach (Das Tropenparadies), Jochen Huppert (Fressnapf‐Zentrale), Matthias Mai (Zoo‐Mai), Leon Schlosser (Mr. Crumble) und Karin Witthohn (Natürlich Hund). Damit sind auch alle ZZF‐Fachgruppen im Vorstand vertreten.

Matthias Mai tritt nach einer Unterbrechung – er schied 2018 aus familiären Gründen aus dem Vorstand aus – eine weitere Amtszeit an. Volker Ennenbach und Karin Witthohn waren vor ihrem Wechsel in den Vorstand bereits im Erweiterten Vorstand aktiv. Ehrenpräsident Herbert Bollhöfer dankte während der Tagung in Leipzig dem scheidenden Vorstand, der „das Branchenschiff in schwierigen Zeiten auf Kurs gehalten“ habe.

Die ZZF‐Tagung fand im Zoo in Leipzig statt, im „größten tropischen Regenwald Europas“, wie der Zoo-Geschäftsführer Professor Jörg Junhold in seiner Begrüßungsrede sagte. Junhold bekräftigte auch, wie wichtig der gemeinsame Einsatz für den Tierschutz sei.

„Die Zeichen für die Heimtierbranche stehen gut“

Als „Achterbahn der Gefühle“ fasste ZZF‐Präsident Holthenrich das zurückliegende Verbandsjahr zusammen. Die Interzoo, Weltleitmesse der Heimtierbranche, konnte 2022 trotz Nachwehen der Pandemie und der Schockstarre durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine ein fulminantes Comeback feiern. Die Branche sah sich angesichts hoher Inflation, explodierender Kosten für Energie, Transporte und Verpackung vielen Herausforderungen gegenüber. Der Wunsch des Menschen, mit Heimtieren zusammenzuleben, sei aber trotz allem ungebrochen groß, zeigte sich Holthenrich optimistisch. „Die Zeichen für die Heimtierbranche stehen gut.“

Gordon Bonnet blickte aus Sicht des ZZF‐Geschäftsführers ebenfalls positiv auf das letzte Jahr zurück: Der Verband konnte seit Anfang 2022 zahlreiche neue Mitglieder gewinnen. Das sei auch auf die zunehmend wichtigere Rolle des Verbandes als Interessenvertretung zurückzuführen, so Bonnet: „Der ZZF hat gezeigt, dass wir eine starke Stimme bei der Politik haben. Wir haben immer wieder deutlich gemacht: Mit uns so nicht!“

Auch Holthenrich sieht den spürbar steigenden Zuspruch als Ergebnis der profilierten politischen Arbeit des ZZF. Diese werde „angesichts endlos neuer Pläne zur Einschränkung der Heimtierhaltung“ immer wichtiger. Um die Dringlichkeit der politischen Arbeit zu bekräftigen, stellte Professor Tade M. Spranger, Rechtswissenschaftler der Universität Bonn, ein vom ZZF beauftragtes Gutachten zur Positivliste vor.

Das Gutachten zeigt auf, warum die Einführung einer Positivliste, wie sie zuletzt Agrarminister Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen) vorgeschlagen hatte, aus Sicht Professor Sprangers gegen das Völkerrecht, das EU‐Recht und das Grundgesetz verstoßen würde.

Neue Beschlüsse für den Tierschutz

In Leipzig verabschiedeten die Delegierten zudem die Neufassung der Heidelberger Beschlüsse: Einstimmig nahmen sie den Antrag des Vorstands an, der neu formulierten, für alle ZZF‐Mitglieder bindenden Selbstverpflichtung zum Tier‐ und Artenschutz zuzustimmen. Der Verband setzt damit sein Grundsatzprogramm in konkrete Qualitätsstandards und Handlungsanweisungen um.

Neue wissenschaftliche Erkenntnisse und veränderte Absatzkanäle hatten eine Überarbeitung der zuletzt 2017 geänderten Heidelberger Beschlüsse erforderlich gemacht. Die Anpassungen, vorgelegt von einer verbandsinternen Arbeitsgruppe unter Federführung von ZZF‐Fachreferent Dr. Stefan K. Hetz, betreffen vor allem eine differenziertere Bewertung und Regelung des Versandhandels mit Tieren sowie neue Vorgaben für die Präsentation von Heimtieren im Zoofachhandel. Auch politische Forderungen wie eine bundes- oder EU‐weite einheitliche Regelung zu Gift‐ und Gefahrtieren hat der ZZF in seinen Heidelberger Beschlüssen formuliert.

ZZF‐Präsident dankt für langjähriges Engagement

Die Delegiertenversammlung stand dieses Jahr auch im Zeichen des Abschieds: Norbert Holthenrich dankte zunächst den scheidenden Vorstandsmitgliedern Katharina Engling (Bunny Tierernährung) und Erhard Kaup (Zoo Kaup) mit einfühlenden Worten für ihre Mitarbeit und Unterstützung. Mit Detlev Busch als langjährigem Vorsitzenden der Fachgruppe Handel hat zudem ein „echtes Urgestein der Zoobranche“ den Erweiterten Vorstand verlassen. „Wir sind gemeinsam einen langen Weg durch die Verbandsarbeit gegangen“, erinnerte Holthenrich, „du wirst uns allen sehr fehlen.“

Aus der ZZF‐Geschäftsstelle verabschiedete Holthenrich zudem den stellvertretenden Geschäftsführer und Tierexperten Jörg Turk, der den Verband nach mehr als 35 Jahren in Richtung Ruhestand verlässt. Die nächste Delegiertenversammlung findet am 15. Juni 2024 in Düsseldorf statt.