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Erbacher : Frischer Wind aus Franken

Futter

Produkte müssen Geschichten erzählen. Die Qualität, der Name und nicht zuletzt die Verpackung transportieren bestenfalls eine Aussage, die den Kunden bewegt. Von Zeit zu Zeit braucht aber jedes Produkt eine frische Idee in der eigenen Geschichte. Erbacher the food family hat daher ihren Marken „Green Petfood“ und „Josera“ einen Marken-Relaunch spendiert.

Bevor Stefan Seitz über Verpackungen spricht, holt er erstmal tief Luft. Das Design einer Verpackung sei alles andere als trivial, sagt er. Was da alles draufstehen muss. Seitz verantwortet seit Jahren weltweit das Marketing und die Markenführung aller Heimtiernahrungsmarken der Unternehmensgruppe. Und er saß natürlich auch mit im Boot, als es um die neuen Auftritte der Produkte ging.

Auf einer Verpackung möchte jeder Hersteller eine Vielzahl von kleineren und größeren Botschaften unterbringen. „Green Petfood“ beispielsweise soll als ökologisch sinnvolle Alternative noch bekannter werden. „Beim alten Verpackungsdesign wurde das Marken-Logo nicht als solches wahrgenommen“, sagt Rafael Rybandt, der die Marke „Green Petfood“ bei Erbacher verantwortet. Die grüne Vignette habe eher wie ein Ökosiegel gewirkt, das grafische Design der Verpackung galt manchem als zu verspielt. Auf den neuen Verpackungen ist das alles anders.

„Welt dreht sich weiter“

Bei „Josera“ lag der letzte Marken- Relaunch im Jahr 2016, „Green Petfood“ wurde 2013 auf den Markt gebracht. „Die Welt dreht sich weiter“, sagt Stefan Seitz und meint: Es war mal wieder Zeit für frischen Wind. Die beiden Marken sollen weiter wachsen, und zwar auch und gerade international. Dafür haben Seitz, Rybandt und ihre Teams alles auf den Prüfstand gestellt.

Vor rund zweieinhalb Jahren evaluierte ein internationales Marktforschungsunternehmen Relevantes. Zum Beispiel zur Zielgruppe: Für „Green Petfood“ ist die Käuferschicht zu 70 Prozent weiblich, lebt urban, ist relativ gebildet und verfügt über ein höheres Einkommen. Für diese Halter sei das Tier sogar noch mehr als ein Familienmitglied, es sei eine Art verlängertes Ich, so Rybandt. Auch für den „Josera“-Relaunch wurde der Markt umfassend erforscht.

Jahrzehntelange Markterfahrung

Neben der Marktforschung horchten die Verantwortlichen bei Erbacher aber auch in sich hinein. „Wir hören auf unser Bauchgefühl“, sagt Stefan Seitz. Natürlich speist sich dieses Gefühl aus jahrzehntelanger Markterfahrung. Herausgekommen sind Markenkonzepte, die die beiden Erbacher-Sortimente in eine prosperierende Zukunft führen sollen.

Das „Green Petfood“-Design wirkt jetzt erwachsener und urbaner. Die Informationen auf den Verpackungen sind übersichtlicher. Das Logo ist deutlich größer, was auf die Wiedererkennbarkeit einzahlen soll. „Farblich differenzierte Verpackungen, kombiniert mit Illustrationen, erleichtern die Orientierung im Laden und unterstreichen die Eigenständigkeit der einzelnen Sorten“, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens.

Betriebseigenes Labor

Aber alles passt dann eben nicht auf die Verpackung. Das ist manchmal schade, wenn es noch so viele andere Geschichten zu erzählen gibt, wie bei Erbacher. Etwa in puncto Qualität: Die wird in Kleinheubach seit jeher hoch gehalten und dafür betreibt das Unternehmen einen enormen Aufwand. So wird beispielsweise im betriebseigenen Labor jede Rohstoff-Lieferung genauestens analysiert.

Die Labor-Mitarbeiter haben alle Hände voll zu tun. Allein für die Tierfutterproduktion erreichen etwa 500 Lkw pro Monat das Werk. Keine Rohstoff- Charge kommt in eines der Silos, ohne vorher überprüft zu werden. Die Proben werden zudem in einem Archiv unter dem Labor jahrelang aufbewahrt. Und obwohl die gelieferten Rohstoffe erstmal durch diesen Flaschenhals müssen, kommen am anderen Ende des Prozesses enorme Mengen heraus. Pro Tag werden in Kleinheubach bis zu 350 Tonnen Trockenfutter produziert.

Attraktion aus Holz

Davon steht natürlich nichts auf der Verpackung, vermutlich würde es die Tierhalter auch nicht sonderlich interessieren. Eine Attraktion hingegen, die aber auch nicht auf die Verpackung passt, ist das riesige Hochregallager, das komplett aus Holz konstruiert ist. Darauf ist man bei Erbacher ganz besonders stolz, zeigt dieses ungewöhnliche Bauwerk doch auch die Verbundenheit mit Heimat und Natur. Das Unternehmensgelände liegt malerisch in Franken direkt am Main, zwischen Odenwald und Spessart in einer waldreichen Region.

Auch wenn das Thema Nachhaltigkeit allein noch kein hinreichendes Kaufargument für die Kunden ist, sind die Verantwortlichen in Kleinheubach dennoch von ihrem Weg überzeugt, den sie gerade auch mit „Green Petfood“ eingeschlagen haben. „Es gibt Menschen, die die Zukunft beeinflussen wollen“, sagt Stefan Seitz. Für solche Kunden können Angebote wie etwa Futter aus alternativen Proteinquellen ein Weg sein.

Autarke Entwicklung

Für „Green Petfood“ ist daher auch eine Erweiterung des Sortiments geplant. Die Entwicklung liegt in den Händen eines relativ autarken Teams bei Erbacher, das losgelöst vom Tagesgeschäft und in Zusammenarbeit mit Universitäten forschen und ausprobieren darf. Die Branchentrends wie etwa ein wachsender Katzenmarkt oder der Trend zum kleineren Hund werden dabei allerdings mitgedacht.

Erbacher ist davon überzeugt, dass der internationale Markt weiter wachsen wird. Neben dem Marketing soll dementsprechend auch die Produktionskapazität Schritt halten. In Kürze wird das Unternehmen einen Produktionsstandort für Heimtiernahrung in Polen eröffnen. Es soll der nächste Schritt aus dem beschaulichen Kleinheubach in eine noch internationalere Zukunft werden.

Dominic Heitz