Was heute als wirtschaftlich tragfähiges Geschäftsmodell gilt, wurde lange nicht als solches wahrgenommen, erinnern sich die Strayz-Gründerinnen Madeline Metzsch und Saskia te Kaat in ihrer Pressemitteilung. Strayz sei häufig als „nettes Projekt“ beschrieben worden, verbunden mit der Frage, was die Gründerinnen eigentlich nebenbei arbeiten. „Diese Frage begleitet uns seit der Gründung“, sagt Co-Gründerin und Co-CEO Madeline Metzsch. „Wenn Frauen Unternehmen mit sozialem Anspruch aufbauen, werden sie oft nicht als Unternehmerinnen gesehen, sondern als Idealistinnen. Dass wir heute profitabel sind und in tausenden Verkaufsstellen vertreten, zeigt, wie falsch diese Annahme war.“
Gegründet wurde die Firma von drei ehemaligen Kolleginnen nach einer Crowdfunding-Kampagne auf Startnext. Seit Mai 2025 führen Madeline Metzsch und Saskia te Kaat das Unternehmen als Doppelspitze. Mit dem Einstieg eines erfahrenen COO im Oktober 2025 wurde die operative Struktur weiter gestärkt. Das Team besteht heute aus acht Mitarbeitenden.
Neben dem eigenen Onlineshop ist das Unternehmen inzwischen in über 3.000 Verkaufsstellen im stationären Handel vertreten, darunter Rossmann, Budni, Denn’s Biomarkt, Fressnapf, Zooroyal und online bei Zooplus. In wirtschaftlich herausfordernden Zeiten verstehe sich der Futtermittelhersteller als verlässlicher Partner für Tierschutzvereine, die mit steigenden Kosten und sinkenden Spenden konfrontiert seien, so das Unternehmen. „Dass wir unseren Impact gerade jetzt ausbauen konnten, verstehen wir als Zeichen von Hoffnung“, sagt Saskia te Kaat. „Nicht, weil alles leicht ist, sondern weil funktionierende Geschäftsmodelle Verantwortung tragen können.“ “
Als Unternehmen bewege sich Strayz bewusst außerhalb klassischer Venture Capital-Kategorien: Für viele Impact Fonds gilt das Modell als nicht nachhaltig genug, da tierische Proteine verarbeitet werden. Für klassische VCs wiederum spendet Srayz zu viel und priorisiere Wirkung über kurzfristige Rendite. Diese Position zwischen den Stühlen ermögliche dem Unternehmen allerdings, unabhängig zu bleiben und ein belastbares Geschäftsmodell aufzubauen, das nicht auf Hype, sondern auf langfristige Nachfrage, Handelspartnerschaften und Community Wachstum setze.
Insbesondere im Bereich margenstarker Nahrungsergänzungsmittel entwickelt sich der Futtermittelmarkt aktuell stark. Häufig werde dabei mit Ängsten von Tierhaltern gearbeitet, obwohl viele Produkte keine nachgewiesene Wirkung haben. Strayz will sich bewusst als Gegenentwurf positionieren: Das Unternehmen setzt auf Bio-Zutaten, verzichtet auf Zucker, Tiermehle und versteckte Inhaltsstoffe und legt großen Wert auf eine transparente Deklaration.
Das Unternehmen unterstützt nationale und internationale Tierschutzvereine und pflegt nach eigenen Angaben enge Beziehungen zu seinen Partnerorganisationen. Im Oktober 2025 reiste das Team unter anderem nach Griechenland, um zwei der unterstützten Vereine persönlich vor Ort zu besuchen. „Unser Weg soll zeigen, dass Unternehmen mit Haltung kein romantisches Ideal sind, sondern ernst zu nehmende Wirtschaftsakteure“, sagt te Kaat. „Nicht als Ausnahme, sondern als Vorbild für andere.“ “