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Distributionszentrum : Agravis baut für 60 Millionen

Mit dem Durchschneiden des Bandes wurde das Verteilzentrum offiziell in Betrieb genommen (von links): Christian Terwey (Goldbeck), Dr. Fritz Jaeckel (IHK-Hauptgeschäftsführer), Nottulns Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes, Coesfelds Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr, die Agravis-Vorstände Jan Heinecke, Dr. Dirk Köckler und Hermann Hesseler, Katharina Nienhoff (Logistik Consultant Agravis), die Vorsitzende des Konzernbetriebsrats und stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Friederike Brocks sowie Markus Menne, Bereichsleiter Logistik der Agravis. Foto: Agravis

In Nottuln im Kreis Coesfeld hat die Agravis in 16 Monaten Bauzeit ein genossenschaftliches Distributionszentrum errichtet. Das Unternehmen bezeichnet den Bau als Leuchtturmprojekt. Das Investitionsvolumen beträgt rund 60 Millionen Euro.

Die Agravis hat Ende September 2024 ihr Distributionszentrum in Nottuln in Betrieb genommen, der erste Spatenstich war im April 2023. Seitdem wuchs im Gewerbegebiet Beisenbusch ein Komplex mit einer Gesamtgröße von 43.000 Quadratmetern heran. Das Objekt gliedert sich in vier Hallenabschnitte plus dreistöckigem Bürotrakt. Rund 180 Menschen werden nach der Inbetriebnahme dort arbeiten.

„Wir setzen mit dieser Investition ein Ausrufezeichen für eine leistungsstarke, kundenorientierte Logistik und die digitale Transformation“, sagt Agravis-Vorstandsmitglied Jörg Sudhoff. Es sei ein weiterer Mosaikstein beim Ausbau der genossenschaftlichen Zusammenarbeit. Schnelligkeit, Warenverfügbarkeit und Effizienz in der Stückgutlogistik würden deutlich verbessert.

„Mit dem Ausbau unserer hybriden Geschäftswelt und der damit voranschreitenden Vernetzung von digitalem und analogem Geschäft wird der nächste Teilschritt zur Digitalisierung unserer Geschäftsprozesse im Verbund Wirklichkeit“, so Sudhoff.  Das Distributionszentrum in Nottuln löst die bisherigen Logistikstandorte der Agravis in Münster ab. Das aktuelle Verteilzentrum an der Loddenheide in Münster habe keine Erweiterungsmöglichkeiten mehr geboten, so das Unternehmen.

In Nottuln kann die Agravis bereits in der ersten Ausbaustufe rund doppelt so viele Auftragspositionen pro Jahr abwickeln wie bisher. Für die vollautomatisierte Kommissionierung von Kleinteilen aus dem Sortiment der Raiffeisen-Märkte und des Onlineshops raiffeisenmarkt.de setzt das Unternehmen wie schon in Münster auf die Autostore-Technologie. Aus bis zu 95.000 Kunststoffbehältern transportieren 38 Roboter die bestellten Produkte an die jeweilige Arbeitsstation. Mit der zunehmenden Automatisierung erhöht sich außerdem die Transparenz in der Lieferkette, sodass die Kundinnen und Kunden jederzeit den Weg der Ware nachverfolgen können. 

Nachhaltigkeit im Fokus

Durch die Bündelung an einem Standort fallen laut Agravis deutlich weniger Lkw-Fahrten an, zudem kommt ein E-Lkw im Pendelverkehr nach Münster zum Einsatz. Auch das Gebäude selbst erfülle hohe Nachhaltigkeitskriterien, so das Unternehmen. Beispiele hierfür seien das zukunftsweisende Energiekonzept, das einen klimaneutralen Betrieb zum Ziel hat, der Platinstandard der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen sowie verschiedene Maßnahmen zur Steigerung der Biodiversität.