Auf der erneut digital abgehaltenen Pressekonferenz ließ Torsten Toeller und seine beiden Geschäftsführer Christian Kümmel und Johannes Steegmann das Erfolgsjahr 2021 Revue passieren. Außerdem gaben die drei Einblicke in das sich entwickelnde „Fressnapf-Ökosystem“, mit dem das Unternehmen seine europäische Marktführerschaft halten beziehungswiese ausbauen will.
Mit einem Umsatzplus von mehr als einer halben Milliarde Euro hat die Gruppe erneut nach 2020 „ein best year ever“ hingelegt, so der Firmengründer. Der Jahresumsatz von 3,17 Milliarden Euro entspricht einem absoluten Wachstum von 19,8 Prozent. Toeller geht allerdings davon aus, dass das zukünftige Wachstum nicht in dem Tempo der beiden vergangenen Jahre weitergehen wird. Fressnapf hat deutlich Marktanteile gewonnen, denn die Tierhalter wollten sowohl on- wie offline einkaufen, ist Toeller überzeugt. Deshalb setzt das Unternehmen noch stärker auf den „Multi-Channel-Kunden“ und will die Angebote für diesen noch passgenauer zuschneiden: das Content Management-System und ein neues Bonus-System sollen dabei helfen.
Onlineshop macht ein Plus von 54 Prozent
Im vergangenen Jahr hat der Fachhändler mehr als 100 Millionen Euro aus eigenen Mitteln investiert: 120 neue Märkte wurden eröffnet, Wettbewerber in Dänemark und Irland akquiriert und integriert. Zudem sind nun alle elf Länder der Fressnapf-Gruppe an den Onlineshop angeschlossen. Online wurden insgesamt 245 Millionen Euro erwirtschaftet – ein Plus von 54 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Und die Investitionen, die, wie Toeller betont, unabhängig von Banken getätigt werden, gehen weiter.
2022 will Fressnapf erneut 140 Millionen Euro in Expansion, Technologie, Akquisitionen und Beteiligungen stecken. Auch die Stores selbst sollen digitalisiert werden, um ein Ominichannel-Erlebnis zu ermöglichen, so Fressnapf-Geschäftsführer Christian Kümmel. Bis 2024 plant Fressnapf 400 neue stationäre Märkte in Europa. Außerdem werde mit Rumänien ein weiteres Land auf die Fressnapf-Landkarte kommen. Erste Testmärkte sollen bereits in diesem Jahr eröffnen.
Neuer Bereich mit Start-up-Charakter
Geschäftsführer Johannes Steegmann hat das sogenannte Ökosystems erläutert, das für die Kunden jetzt sichtbarer werden soll. Funktionen wie der Video-Chat-Tierarzt „Dr. Fressnapf“, der GPS-Tracker, eine Tierversicherung oder eine digitale Plattform für Wunschtierberatung/Adoption gehören dazu. Eine wichtige Rolle werde auch die neue, vor einigen Wochen gelaunchte Fressnapf-App spielen. Sie soll laut Torsten Toeller Dreh- und Angelpunkt für die Kundenkontakte werden. Um all diese Themen zu verbinden, hat das Unternehmen dafür einen eigenen, neuen Bereich mit dem Namen „fnx“ gegründet. Verantwortet wird diese Unternehmenssparte von Jens Pippig. Der Start-up-Experte und ehemalige Geschäftsführer von Seven Ventures kam im November 2021 zu Fressnapf.
Generell hat die Mitarbeiter-Entwicklung bei Fressnapf hohe Priorität: 1.000 neue Mitarbeiter kamen 2021 hinzu, davon 241 in der Zentrale in Krefeld. Weitere Talente würden gesucht. Deshalb wird der „Campus Krefeld“, wie Toeller die Firmenzentrale nennt, künftig noch moderner ausgebaut, damit die Mitarbeiter ihr Potenzial entwickeln könnten. Mit den neuen Aufgaben entstehe nämlich ein neues Führungsverständnis, das den Mitarbeitern mehr Raum und Eigenverantwortung gebe: die Möglichkeit zum Mobile Working und das Arbeiten auf Büroflächen mit den Standards eines modernen Arbeitgebers gehörten dazu. sg