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Studie „Vitale Innenstädte“ : Verbraucher beklagen zu wenig Erlebnis

Der Handel muss zum "Erlebnis-Lieferanten" werden, so die Studie “Vitale Innenstädte“ des Instituts für Handelsforschung IFH aus Köln.

Der Handel, stationär wie online, bekommt eine neue Aufgabe: Er wird zum Erlebnis-Lieferanten. Stationärer Handel muss künftig in Erlebnis pro Quadratmeter denken – und nicht mehr in Umsatz pro Quadratmeter. Diese Entwicklung belegt die Studie “Vitale Innenstädte“ des Instituts für Handelsforschung IFH aus Köln.

Gut ein Drittel der Käufer kommen wegen des Erlebnischarakters, des Ambientes und einer attraktiven Gestaltung im stationären Handel – wird dabei aber enttäuscht. Der Wunsch der Verbraucher nach „Erlebnis“, „Ambiente“ und „Erlebnischarakter“ im Handel trifft noch nicht auf entsprechende Angebote. In der IFH-Studie „Vitale Innenstädte“ bekamen genau diese Eigenschaften die schlechtesten Bewertungen.

Weitere Forschungsergebnisse: Mit zunehmender Ortsgröße sinkt die Bedeutung für die tägliche Versorgung auf zehn Prozent – Freizeitgestaltung und Stadtbummel dagegen treten als Besuchsmotiv in den Vordergrund.

Hintergrund für den erforderlichen Wandel, so das IHF, sei die zunehmende Professionalisierung des Kunden. Das Internet sei zu einem wesentlichen Einkaufsbegleiter der Kunden geworden. Der Käufer habe jederzeit Informationen über Preise, Verfügbarkeiten und Qualität von Produkten, zudem unterliege die Branche einem akuten Wertewandel. Das Nutzenversprechen des stationären Handels ändere sich radikal: Er sei nicht länger das Lagerhaus der Republik, in dem man sich nach Belieben bediene. Andere Formate erledigten das schneller, bequemer und teilweise auch billiger. Auch brächten Trends wie Sharing Economy und Minimalisierung die Menschen weg vom Konsum. Das Verkaufen in volle Regale und volle Schränke der Verbraucher werde immer schwieriger. Nur mit erlebnishaften Kontexten, so das Fazit, könne auch der stationäre und digitale Handel wieder punkten.

Vision für Menschen in einer realen Konsumwelt

Um diesen neuen Herausforderungen im Handel zu begegnen braucht es ganzheitliche Lösungen. Deshalb hat sich der Bundesverband Medien und Marketing (BVMM) als Mitinitiator dem Projekt „Future City Langenfeld“ angeschlossen. „Wir sind der Überzeugung, dass der anhaltende Boom des E-Commerce in den nächsten zehn Jahren stagnieren wird und die großen digitalen Marktplätze gesättigt sein werden. Daher braucht es bereits heute eine Vision für die Menschen in einer realen Konsumwelt sowie neue Perspektiven und Alternativen für Arbeit und analogen Handel“, so BVMM-Präsident Prof. Dr. Gerald Lembke.

Deshalb vereinigen sich in Langenfeld Lösungsansätze zu Stadtentwicklung, Handelsinnovation und Smart City an einem Ort. Jedes Unternehmen, das in dem Bereich innovative Lösungen entwickelt und testen will ist eingeladen, die Antworten auf die Fragen der Zukunft für Handel und Verbraucher zu finden. Damit unterstützt der BVMM die Entwicklung zwischen stationärem Handel, Online-Handel und Stadtentwicklung sehr eng und hat diesem Thema seine aktuelle Ausgabe des Mitgliedermagazins gewidmet. Verschiedene Expertinnen und Experten berichten darin, wie innovative Lösungen in der Zukunft aussehen könnten. Themen wie Neuromarketing, Multisensorik und ein breites Anwendungsfeld bei der Digitalisierung werden ausgiebig beleuchtet und gestatten einen Blick in die Zukunft des Handels. Das Magazin erscheint Anfang Januar 2017 und ist als Printversion unter info@bvmm.org oder als Download unter www.bvmm.org zu beziehen.