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Brief an die ZZF-Mitglieder

ZZF-Präsident Norbert Holthenrich berichtet über Neuigkeiten

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

ein Virus namens SARS-CoV-2, "Corona" genannt, verändert derzeit unser aller Leben und Arbeiten. Von Normalität können wir weder im geschäftlichen noch privaten Bereich auch nur ansatzweise sprechen. Da ist plötzlich nichts mehr wie es noch vor kurzem war. Menschen leiden unter Kontaktbeschränkungen, die Grenzen sind geschlossen, der Flugverkehr ruht, die Wirtschaft steht still, das öffentliche Leben ist nahezu zum Erliegen gekommen.

Das macht uns Angst. Angst vor der unbekannten Krankheit, Angst um unsere Lieben, Angst vor der wirtschaftlichen Ungewissheit weltweit, Angst vor unserer eigenen geschäftlichen Zukunft. Eine solche Situation haben wir alle noch nie erlebt. Ein Szenarium wie in einem Science-Fiction-Film.

Der ZZF arbeitet konzentriert daran, alle Neuigkeiten, Verordnungen etc., die aus den Ministerien des Bundes und der Länder sowie den Wissenschaftsinstitutionen kommen und unsere Heimtierbranche betreffen, einzuordnen, zu beurteilen und zu kommunizieren. So konnten wir es auch als unseren Erfolg verbuchen, dass Zoofachgeschäfte als systemrelevant für unsere Gesellschaft eingestuft worden sind und geöffnet bleiben durften. Wir haben Schutzmaßnahmen für Mitarbeiter erarbeitet und sind für die Heimtierpfleger aktiv geworden.

Als die ersten Messen in Deutschland abgesagt wurden, hofften wir noch. Aber im März mussten auch wir kapitulieren und schweren Herzens die Interzoo 2020 verschieben. Zurzeit prüfen wir, wann es einen Ersatztermin geben kann. Glauben Sie mir, die Verschiebung der Interzoo war mein bislang bitterster Moment als Präsident unseres Verbandes, da ich mit Herzblut an diesem Projekt hänge.

Auch einige Frühjahrstagungen sind ausgefallen. Zudem müssen wir die Delegiertenversammlung, die in Bremerhaven stattfinden sollte, absagen. Unser jährliches Verbandstreffen, auf dem alle Mitglieder aus Industrie, Heimtierpflege, Großhandel, Zucht und Einzelhandel zusammenkommen, um sich über ihre Freuden, Sorgen und Nöte auszutauschen, ist auf das kommende Jahr verschoben.

Die Innenstädte sind leer, die meisten Geschäfte geschlossen. Auch wenn die Zoofachgeschäfte noch geöffnet haben, weiß ich aus vielen Gesprächen, wie drastisch teilweise die Umsätze zurückgegangen sind. Die Regelungen für Heimtierpfleger sind regional unterschiedlich, nicht eindeutig und teilweise existenzbedrohend. In einigen Bundesländern konnten wir erreichen, dass es für die Heimtierpfleger Ausnahmeregeln gibt, andere Bundesländer wie Hessen und Sachsen-Anhalt bleiben bei den strikten Beschränkungen für Heimtierpfleger.

Aus der Fachgruppe Heimtierzucht und -großhandel kommt die Information, dass der Tiertransport per Luftfracht stark beeinträchtigt ist. Hinzu kommen Auflagen für die Hygiene: Jedes Bundesland hat eigene Anforderungen wie Beschränkung der Besucher eines Ladenlokals, Plexiglas-Schutz, Mund/Nasen-Schutz etc. formuliert: Wir arbeiten in einem sensiblen Bereich und möchten Sie bitten, sich im Interesse Ihrer Angestellten, Ihrer Kunden und der Tiere an die Sicherheitsvorkehrungen der Bundesländer zu halten. Denn leider gibt es inzwischen Hinweise, dass auch Katzen mit Covid-19 infiziert werden können...

Wichtig sind auch Vorkehrungen für die Versorgung der Tiere für den Fall, dass Sie oder die für Tiere verantwortliche Person ausfallen.

Leider gibt es noch weitere für unsere Branche unangenehme Entwicklungen: Vor dem Hintergrund der Corona-Krise haben Tierschutz- und Artenschutzorganisationen vor Zoonosen bei Wildtieren gewarnt und sich in der Folge für ein Importverbot von Wildtieren ausgesprochen. Die Geschäftsstelle prüft derzeit, wie wir in dieser von Angst bestimmten Zeit mit dieser Kampagne umgehen können. Weitere derzeit relevante Themen in der Geschäftsstelle sind der EU-Tiergesundheits-Rechtsakt und die gerade erschienene Veröffentlichung der im Auftrag des BfN erstellten Studie von ProWildlife zum Thema "Reduktion der Nachfrage von Wildtierarten".

Wir können Ihnen leider nicht die Ängste nehmen, aber die Mitarbeiter der Geschäftsstelle, meine Kollegen im Vorstand und ich möchten Ihnen Mut zusprechen: Denken Sie daran, die Heimtiere brauchen uns. Wir sind systemrelevant.

Wenn Sie Fragen, Sorgen und Anregungen haben, lassen Sie uns das gerne wissen. Wir versuchen für und mit Ihnen Lösungen und Hilfen zu finden! Liebe Kolleginnen und Kollegen, passt gut auf euch auf, bleibt gesund und voller Zuversicht.

Ihr Norbert Holthenrich