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Häuser aus Verpackungen : Aus der Box gedacht

Foto: Dopetme

Das Wiener Start-up Dopetme verwandelt schlichte Versandverpackungen in funktionale Katzenhäuser.

Was als Idee für Katzenbesitzer begann, ist heute ein cleveres Geschäftsmodell für Heimtiermarken: Verpackungen, die im Haushalt bleiben und Kunden gezielt zu Folgebestellungen animieren sollen.

Die meisten Versandkartons landen nach wenigen Minuten im Altpapier. Dabei lieben gerade Katzen kaum etwas mehr als eine gute Pappschachtel – zum Verstecken, Schlafen oder Spielen. Genau diese Beobachtung brachte Teresa Stockinger und David Bader-Egger auf eine Idee.

„Unsere Katzen liebten Versandkartons über alles. Nur eines hat uns gestört: die Optik und die Austauschbarkeit dieser langweiligen Schachteln“, erinnert sich Teresa Stockinger. Im März 2023 gründete sie gemeinsam mit David Bader-Egger Dopetme mit einer klaren Vision: aus einfachen Versandschachteln durchdachte Katzenburgen machen und daraus ein Konzept für Pet-Brands entwickeln.

Verpackung mit Mehrwert

Die Geschäftsidee der beiden Katzenbesitzer ist so einfach wie wirkungsvoll: Dopetme entwickelt Versandverpackungen für Pet-D2C-Marken, die nach der Lieferung nicht im Müll landen, sondern vom Heimtier genutzt werden – als Spiel- und Beschäftigungsbox, als Leckerli-Such-Box oder als kleiner Rückzugsort. Aus einer normalen Versandverpackung wird so ein Produkt mit Mehrwert.

Für Heimtiermarken liegt der Reiz auf der Hand: Statt dass die Verpackung nach dem Auspacken entsorgt wird, bleibt sie als sichtbares Markenerlebnis erhalten. Die Boxen bestehen zu 100 Prozent aus recycelbarem Karton. Gleichzeitig, so Stockinger, würden sie zum Marketing-Instrument durch emotionale Unboxing-Erlebnisse und verlängerte Markensichtbarkeit, wenn Katzen mit beziehungsweise in den Boxen spielen.

Erweiterbares System

Das modulare System von Dopetme geht noch einen Schritt weiter. Mit jeder neuen Bestellung kann die Katzenburg erweitert werden – ein konkreter Anreiz für Wiederkäufe, ist Stockinger überzeugt. Integrierte QR-Codes oder Nachbestell-Links führen Kunden mit wenigen Klicks zurück in den Online-Shop. „Wir machen aus dem Versandkarton für Petfood-D2C einen einfachen Weg zur Nachbestellung mit dem Ziel: mehr Wiederkäufe und mehr Umsatz pro Kunde“, erklärt Stockinger das Konzept.

Die Ergebnisse seien sogar messbar: Bei B2B-Pilotprojekten werden Bestellungen über individuelle Box-Codes getrackt. Reports nach 30 und 60 Tagen zeigen, wie viele Kunden tatsächlich erneut bestellen. „Wir sehen, dass Katzen unsere Mehrwert-Schachteln wirklich nutzen: zum Spielen, Schlafen, Verstecken. Für viele Besitzer ist das ein echtes Plus und genau das macht es wahrscheinlicher, dass sie bei dieser Marke wieder bestellen“, so Stockinger.

Bedruckt nach Kundenvorgaben

Die praktische Umsetzung sei für Firmen unkompliziert. Abmessungen und Kartonart können frei gewählt werden, sodass sich die Mehrwert-Versandschachteln in bestehende Logistikprozesse einfügen. Das Design wird individuell nach Kundenvorgaben bedruckt. Auf Wunsch unterstützt das Dopetme-Designteam bei der Umsetzung. Viele Marken starten mit Kleinserien für Aktionen oder saisonale Kampagnen wie Weihnachten, um das Konzept bei ihren Kunden zu testen. Bei positiver Resonanz lässt sich jederzeit auf größere Stückzahlen hochskalieren.

Zu den Referenzkunden zählen bereits etablierte Namen der Branche wie Tundra, Josera und Richter Pharma. „Sie alle setzen darauf, dass eine Verpackung mehr sein kann als Transportmittel – nämlich ein Erlebnis, das Kunden bindet und zum Wiederkauf motiviert“, freut sich Stockinger.

Sabine Gierok