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Politik und Tier : zza trifft Antje Tillmann, MdB

Die CDU-Politikerin Antje Tillmann mit ihrer Katze Momo.

In über einem Drittel aller deutschen Haushalte leben Heimtiere, darunter ist natürlich auch so mancher Politiker-Haushalt. Zahlreiche Mitglieder des Deutschen Bundestages teilen ihr Heim mit einem Tier – warum sie Tiere halten, wie sich das Zusammenleben gestaltet und welche Rolle ihrer Meinung nach Heimtiere in unserer Gesellschaft spielen sollten, ergründet unsere zza-Serie „Politik & Tier“. Hier die Antworten von Antje Tillmann (CDU).

zza: Sie haben ein Heimtier, welches?

Antje Tillmann: Eine Katze.

Wieso haben Sie sich gerade für dieses Tier entschieden?

Ich habe mich nicht für dieses Tier entschieden, sondern sie hat sich für uns entschieden.

Wie sind Sie zu Ihrem Tier gekommen?

Vor der Terrassentür meines Bürgerbüros saß letztes Jahr dieses süße kleine Kätzchen. Meine Mitarbeiter dachten, dass sie den Nachbarn gehörte und fütterten sie. Als meine Tochter von der Schule kam, war sie von Momo (ich nenne sie meist nur Katze) natürlich hin und weg. Für mich gab es die Frage, ob wir sie behalten können, gar nicht. Ich bin ja wochenweise in Berlin und meine Tochter stand vor dem Auszug wegen ihres Studiums. Momo war aber ebenso von meiner Tochter hin- und weg und beschloss die Nacht vor unserer Tür zu verbringen. Selbstverständlich nicht ganz geräuschlos. Ich sah meine Tochter an, ich sah Momo an, beide sahen mich an…..und so zog ein neues Familienmitglied ein.

Warum haben Sie ein Tier?

Die meisten Tiere hatte ich aus sozialen Gründen. Irgend„jemand“ war in Not und zog dann bei uns ein.

Hatten Sie schon als Kind ein Tier?

Eins? Alles, was sich bewegt hat von Kaninchen bis hin zu Mäusen, Papageien, Echsen oder Spatzen.

Tiere gehen nicht wählen. Unterstützt Ihr Tier Ihre politische Arbeit dennoch?

Mein Alltag ist meist hektisch. Seitdem diese Katze bei uns ist, kann ich abends den täglichen Stress hinter mir lassen und abschalten. Sie ist mein Ruhepol, den ich mir oft auch in Berlin wünsche. Wenn ich in Berlin bin, „beruhigt“ Momo meine Tochter, denn sie steckt gerade mitten im Studium. Leider führte dies auch zum Umzug des Tieres: meine Tochter und Momo sind gerade beide ausgezogen. Es ist jetzt mächtig still zu Hause.

Sollten Tiere in unserer Gesellschaft in Zukunft eine größere Rolle spielen?

Ja. Haustiere bereichern unser Leben. Für viele Menschen sind sie der beste Freund oder der treuste Wegbegleiter. Ob er Tiere möchte und auch artgerecht halten kann, sollte jeder für sich selbst entscheiden. Aber ich sehe sehr wohl die helfende Kraft von Tieren, zum Beispiel bei kranken Kindern, alten oder einsamen Menschen.

Welche Tiere faszinieren Sie neben Ihrem eigenen am meisten?

Mich fasziniert nicht eine einzelne Art. Mich faszinieren Charaktere. Das können Katzen, Vögel oder Esel sein.

 

Zur Person

Antje Tillmann, 1964 in Düsseldorf geboren, studierte Finanzwissenschaften mit dem Abschluss als Diplom-Finanzwirtin (FH) und arbeitete zunächst als Finanzbeamtin in Nordrhein-Westfalen, bis sie 1991 nach Brandenburg und 1993 nach Thüringen ins dortige Finanzministerium wechselte. 1998 legte sie die Prüfung zur Steuerberaterin ab. Politisch aktiv ist sie bereits seit ihrer Schulzeit; als 14-Jährige gründete sie eine Gruppe der Schüler Union. Von 1989 bis 1993 gehörte sie dem Stadtrat von Neuss und von 1994 bis 2002 dem Stadtrat von Erfurt an. 2002 und 2005 zog sie über die CDU-Landesliste Thüringen in den Bundestag ein. Bei der Bundestagswahl 2009 gewann sie in ihrem Heimatwahlkreis Erfurt – Weimar – Weimarer Land II das Direktmandat für die CDU. Seit 2014 ist sie Vorsitzende der Arbeitsgruppe Finanzen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und damit finanzpolitische Sprecherin der Fraktion. Außerdem ist sie Mitglied im Finanzausschuss, im Vermittlungsausschuss, im Parlamentarischen Finanzmarktgremium und stellvertretendes Mitglied im Haushaltsausschuss.

Sozial engagiert sich Antje Tilmann als Mitglied im Beirat der Katholischen Schulstiftung des Bistums Erfurt sowie im Freundeskreis des Augustinerklosters zu Erfurt.