Tierärztinnen und Tierärzte leisten täglich einen unverzichtbaren Beitrag für die Tiergesundheit, die Lebensmittelsicherheit und den Schutz der öffentlichen Gesundheit. Im Notfall sind sie auch nachts und am Wochenende für ihre Patienten da. Das teilt der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) nun mit.
Dennoch stehe die gesellschaftliche Wahrnehmung dieser anspruchsvollen Dienstleistung nicht immer im Einklang mit ihrer tatsächlichen Bedeutung, so der Verband. Die tierärztliche Tätigkeit sei weit mehr als nur die Behandlung erkrankter Tiere. Sie umfasse komplexe medizinische Entscheidungen, präventive Gesundheitsmaßnahmen sowie die Beratung von Tierhaltenden.
Gleichzeitig steigen laut BfT die Erwartungen kontinuierlich – sowohl hinsichtlich medizinischer Möglichkeiten als auch in Bezug auf Verfügbarkeit und Kommunikation. Die tierärztliche Praxis ist kein Acht-bis-17-Uhr-Job. Im Notfall sind Tierärztinnen und Tierärzte auch spätabends, nachts und an Sonn- und Feiertagen für ihre Patienten da.
Studien belegen hohe Belastung
Aktuelle Erkenntnisse zeigten, dass viele Tierärztinnen und Tierärzte mit hoher Arbeitsbelastung, zunehmendem organisatorischem Aufwand und wachsendem Erwartungsdruck konfrontiert sind, so der BfT. Gleichzeitig fehle es häufig an Verständnis und Anerkennung für diese verantwortungsvolle Tätigkeit. In der Folge litten viele von ihnen unter chronischem Stress und emotionaler Erschöpfung, bis hin zu gesundheitlichen Folgen.
Wertschätzung beginnt im Praxisalltag
Langfristig können die hohen Belastungen und mangelnde Anerkennung auch die Attraktivität des Berufes gefährden. Bereits jetzt seien in einigen ländlichen Gebieten die Wege für die tierärztliche Betreuung weit. Dies gilt laut BfT für Nutztiere, zunehmend aber auch für Hund, Katze und Co.
Ein respektvoller Umgang miteinander sei daher von zentraler Bedeutung. Wertschätzung beginnt im Praxisalltag – durch Verständnis für auftretende Wartezeiten, Akzeptanz medizinischer Entscheidungen, realistische Erwartungen und eine offene, konstruktive Kommunikation.
Der World Veterinary Day biete die Gelegenheit, die Arbeit der Tierärztinnen und Tierärzte bewusst zu würdigen. Respekt und Wertschätzung seien dabei zentrale Voraussetzungen für eine zukunftsfähige Tiermedizin.
Schon gewusst?
Nicht nur in der tierärztlichen Praxis, sondern auch in der Überwachung tierischer Produkte, in der Lebensmittelproduktion, in Veterinärämtern und in der pharmazeutischen Forschung leisten Tierärztinnen und Tierärzte täglich ihren Beitrag für die Gesellschaft. Sie überwachen die Qualität von Lebensmitteln, sichern den Tierschutz und tragen bei zur Entwicklung sicherer und wirksamer Medikamente für Mensch und Tier.