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Yougov-Studie : Tierarzt-Termine sind für Berufstätige oft problematisch

Foto: Pixaby

Wenn Hund oder Katze zum Tierarzt müssen, beginnt für viele Berufstätige der Stress. Eine aktuelle Yougov-Umfrage zeigt: Viele der befragten Tierhalter haten schon Terminprobleme.

Wird das geliebte Heimtier krank oder ist verletzt, geraten berufstätige Tierhalter schnell unter Druck. Laut der aktuellen Yougov-Umfrage im Auftrag der Tierarzt-Kette Rex haben 40 Prozent der befragten Tierhalter  aus beruflichen Gründen schon einmal auf einen Tierarzttermin während ihrer Arbeitszeit verzichtet oder einen Termin verschoben. Fast jeder Dritte nutzt Überstunden, Freizeitausgleich oder Urlaub für den Praxisbesuch. Jonathan Loesing, Mitgründer und CEO der technologie-gestützten Tierarztpraxen Rex, sieht darin mehr als ein privates Organisationsproblem. 

Zudem belege die Studie auch, dass 23 Prozent ein Heimtier nicht mit ihrem Berufsleben vereinbaren können. Weitere 14 Prozent schreckt der Planungsaufwand rund um Tierarzttermine ab. Jonathan Loesing ordnet ein: „Moderne Tierarztpraxen müssen stärker berücksichtigen, wie ihre Kundinnen und Kunden tatsächlich leben und arbeiten.“ Loesing sieht die Ergebnisse der Yougov-Umfrage als Weckruf für die Branche. Medizinische Qualität allein reiche nicht aus, wenn Tiere im entscheidenden Moment nicht rechtzeitig behandelt werden können. „Eine moderne Tierarztpraxis muss beides leisten: hochwertige tierärztliche Versorgung und einen Zugang, der zur Lebensrealität der Halter passt“, so Loesing. Wie stark sich der Konflikt bereits auswirkt, zeigt der Blick auf diejenigen, die bereits ein Heimtier haben. Fast 40 Prozent der befragten Halter stehen vor organisatorischen Schwierigkeiten, wenn es um die Vereinbarkeit von Job und Tierarzttermin geht.

Schon der Anruf wird  zum Zeitfresser

Der organisatorische Aufwand beginnt oft schon vor dem eigentlichen Praxisbesuch. Wer während der Arbeitszeit telefonisch nach einem Termin sucht, muss Warteschleifen, Rückrufe und unterschiedliche Zeitfenster in Kauf nehmen. Kommt anschließend eine längere Wartezeit in der Praxis hinzu, kann aus einer kurzen Untersuchung schnell ein halber Arbeitstag werden. Damit Tierarztbesuche besser mit dem Berufsalltag vereinbar sind, müssen Praxen aus Sicht von Loesing vor allem an drei Punkten ansetzen: einer unkomplizierten Online-Terminbuchung, längeren Öffnungszeiten und digital vorbereiteten Abläufen. „Entscheidend ist, dass Tierhalter einen verbindlichen Termin auswählen und den zeitlichen Aufwand möglichst zuverlässig einschätzen können“, erklärt der Rex-Gründer. Werden Beschwerden und wichtige Informationen bereits vorab erfasst, kann sich das Praxisteam gezielter auf den Besuch vorbereiten. Digitale Prozesse ersetzen dabei zwar weder die persönliche Betreuung noch die tierärztliche Untersuchung, können den Zugang zur Versorgung jedoch deutlich erleichtern.

Jeder Dritte nutzt Urlaub oder Überstunden 

Für Loesing sind die Zahlen besonders brisant, weil Erkrankungen, Verletzungen und akute Beschwerden unabhängig von Arbeitszeiten und Praxisöffnungszeiten auftreten. „Ein Tier wird nicht passend zum Dienstplan krank“, verdeutlicht der Rex-Gründer. „Trotzdem hängt die Frage, wie schnell ein Termin möglich ist, für viele Menschen davon ab, ob sich die verfügbaren Praxiszeiten mit ihrem Arbeitsalltag vereinbaren lassen“, so Loesing. Wer den Praxisbesuch während der Arbeitszeit wahrnimmt, muss dafür häufig eigene Zeitreserven einsetzen. 22,6 Prozent der Befragten nutzten bei ihrem letzten Tierarzttermin Überstunden oder Freizeitausgleich. Weitere 9,4 Prozent nahmen Urlaub. Weitere 6,6 Prozent ließen sich auf eine andere Art von der Arbeit befreien. „Urlaubstage und Überstunden werden zur stillen Notfallreserve für die Tiergesundheit“, beobachtet Loesing. Er betont: „Für den einzelnen Halter mag das irgendwie funktionieren. Für eine verlässliche tiermedizinische Versorgung ist es aber kein tragfähiges Modell.“