Egal ob schöne Pflanzenbecken oder reine Aufbewahrungsbehälter – es ist meist sehr kompliziert, Algen als lästige Begleiterscheinung zu verbannen. Trotz aller technischen Hilfsmittel ist es oft ein vergebliches Unterfangen. Glücklicherweise hat die Natur aber auch Helfer in Form von algenfressenden Putzerfischen erschaffen, von kleinen bis sehr großen Arten.
Der Klassiker
Die bekanntesten und am häufigsten gepflegten Algenfresser sind die bis zwölf Zentimeter lang werdenden Antennen-Harnischwelse oder auch nur Antennenwelse, die unter der Gattungsbezeichnung „Ancistrus“ bekannt sind. Es sind bisher rund 75 Arten bekannt, bei denen es sich überwiegend um gute Algenvertilger handelt – zumindest im jüngeren Alter.
Wasserpflanzen sind aber oftmals gleichfalls willkommen, besonders bei älteren Fischen. Was nicht gerade zur Freude der Aquarianer beiträgt. Es gibt jedoch noch eine Reihe weiterer algenfressender Arten, die als Alternative interessant sind.
Die Elegante
Dazu gehören die schlanken, bis 15 Zentimeter lang werdenden Crossocheilus oblongus, die mehrere Jahrzehnte als Epalzeorhynchus siamensis gehandelt wurden. Die Bezeichnung Epalzeorhynchus siamensis wurde in den vergangenen Jahren als Synonym für Crossocheilus siamensis betrachtet, wobei dieser Name heute gleichfalls als Synonym gilt und Crossocheilus oblongus die zurzeit gültige Bezeichnung ist.
Diese Algenfresser haben auch die Handelsnamen Siamesische Rüsselbarbe, Grünflossenbarbe oder nur Siamensis. Durch ihre schlanke Körperform sind sie elegante Schwimmer und sollten möglichst nur in größeren Becken gepflegt werden. Schon als Jungfische sind sie sehr gute Algenfresser.
Ihre Heimat ist Thailand und angrenzende östliche Nachbarländer, wo sie in klaren, leicht fließenden Wasserläufen leben. Es sind friedliche Fische, die sich gut mit anderen Fischarten vergesellschaften lassen. Voraussetzung ist ein ausreichend großer Pflegebehälter.
Der Blickfang
Vor allem im Aussehen und im Vergleich zu den zuvor vorgestellten Arten sind die nur etwa neun Zentimeter lang werdenden Prachtalgenfresser oder Panda-Saugbarben, Garra flavatra, mit ihrer Zeichnung und Färbung ein besonderer Blickpunkt im Aquarium.
Es ist eine Barbenart, die in leicht fließenden, flachen, sauerstoffreichen Wasserläufen in den Arakan Mountains im Westen von Myanmar lebt. Diese Bergformation zieht sich parallel zur Küste zum Golf von Bengalen von der Spitze von Myanmar im Südwesten bis in den Norden von Ost-Indien und Myanmar an die Grenze zu China.
Die Art wurde 2004 mit weiteren sechs Arten von Sven Kullander und Fang Fang beschrieben. Sven Kullander ist vorwiegend bekannt durch Arbeiten über Cichliden, seine Frau Fang Fang war eine bekannte Ichthyologin, die sich bevorzugt mit Danio-Arten beschäftigte. Die Art Garra flavatra wurde mit weiteren vier Garra-Arten vom Westhang der Arakan Mountains im Areal der Rakhine Yoma beschrieben. Die anderen zwei Garra-Arten leben auf der Ostseite der Bergkette, abfallend zur Irrawaddy-Flussebene.
Attraktive Färbung
Die Fische zeigen im adulten Alter eine attraktive Färbung. Dabei ist der Körper überwiegend durch Schuppen dunkelbraun bis schwarz gefärbt. Im vorderen Bereich zieht sich ein schmales gelbes Band in Höhe der Brustflossen um den Körper. Vor und nach dem Rückenflossenansatz markiert ein breites gelbes Band den oberen, dunkel bis schwarz gefärbten Körper. Rücken-, Schwanz- und Afterflosse sind teilweise gelb, aber auch orange bis rot gestreift. Dabei sind die Männchen im Vergleich zu den Weibchen kräftiger gefärbt. Jungtiere erscheinen meist nur in schlichtem Grau.
Garra flavatra sind sehr lebendige Schwimmer. Man sollte sie in kleinen Gruppen pflegen, vier bis sechs Tiere sollten zu einer Gruppe gehören. Sie bringen durch ihr Aussehen zusätzlich Farbe ins Aquarium. Die Becken dürfen dicht bepflanzt sein.
Garra flavatra, die Panda-Saugbarben, fressen fast ausschließlich Algen und Aufwuchs sowie Detritus. Die Blätter der Wasserpflanzen werden meist nur von Algen gesäubert. Besonders vorteilhaft sind die Fische als Scheibenputzer: Sie sorgen für die wünschenswerte klare Sicht im Aquarium. Aber aufgepasst: Wenn die Fische alles an Algen, Aufwuchs und Detritus weggefressen haben, müssen sie natürlich auch artgemäß ernährt werden.