Zum Inhalt springen

Bundesrat : Importverbot von Wildfängen vom Tisch

Foto: Bundesrat

In seiner heutigen Sitzung hat der Bundesrat einen Antrag angenommen, auf dessen Basis zukünftig der Import von Wildtieren stärker reguliert werden soll. Ein pauschales Importverbot für Wildtiere soll es nach dem Willen des Gremiums aber nicht geben.

Mit Spannung hat heute Morgen die Heimtierbranche nach Berlin geschaut: Auf der Tagesordnung der Bundesratssitzung stand auch ein sogenannter Entschließungsantrag zum Wildtierimport. Unter dem Titel „Wildtierimporte regulieren - Wilderei, Wildfänge und Artensterben wirksam bekämpfen“ gibt der Bundesrat damit der Bundesregierung gewissermaßen eine Empfehlung ab und kann unter Umständen so auch ein Gesetzgebungsverfahren ins Rollen bringen. Rechtlich bindend ist die Entscheidung des Bundesrates für die Bundesregierung allerdings nicht.

Verschärfungen abgelehnt

In der Heimtierbranche bereiteten vor allem einige Verschärfungen Sorgen, die die Bundesländer Berlin und Hessen in den Ursprungsantrag einbringen wollten. Diese Änderungen beinhalteten beispielsweise ein generelles Importverbot von Wildfängen. Sowohl Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe (ZZF), Bundesverband für fachgerechten Natur-, Tier- und Artenschutz (BNA) als auch der Verband Deutscher Vereine für Terrarien- und Aquarienkunde (VDA) hatten in den vergangenen Tagen vehement auf mögliche negative Konsequenzen eines solchen Verbotes hingewiesen. In seiner heutigen Sitzung lehnte der Bundesrat diese Änderungswünsche ab und somit ist das pauschale Importverbot an dieser Stelle vom Tisch.

Sachkundenachweis für private Halter und Züchter

Angenommen wurde schließlich der ursprüngliche Antrag aus Schleswig-Holstein, der allerdings auch einige Implikationen für die Heimtierbranche beinhaltet. Der Bundesrat sieht Sachkundenachweise auch für die private Haltung und Zucht exotischer Wildtiere als erforderlich an und bittet die Bundesregierung entsprechende Regelungen zu prüfen. Auch soll die Bundesregierung Tierbörsen und Online-Handel mit Wildtieren verbindlich regeln. Ferner wird die Bundesregierung gebeten, sich für eine Intensivierung der Forschung und des Wissensaustausches im Zusammenhang mit sogenannten Zoonosen auf nationaler sowie internationaler Ebene einzusetzen und diese zu fördern.