von Dr. Rolf Spangenberg
Geschwülste, Knoten, Tumoren oder Beulen sind bei Mensch und Tier gefürchtet. Während bösartige Tumore zur Absiedelung von Tochtergeschwülsten (Metastasen) in die verschiedensten Organe neigen, verdrängen gutartige nur das benachbarte Gewebe. Sie können aber recht groß werden und wachsen wie eine Kartoffel im Erdreich.
Grützbeutel beim Tier erkennen
Bei einem Atherom handelt sich um eine krankhaft veränderte Talgdrüse, die im Unterhautzellgewebe sitzt und mit Talg – daher der Name -, Fett, sogar Haaren und Gewebeflüssigkeit gefüllt ist.
Dem aufmerksamen Tierhalter mag bei seinem Hund, seltener bei Katzen, doch prinzipiell auch bei anderen Arten, Kaninchen, Ratten und Mäusen eine Geschwulst, ein Knoten, auffallen, der unter der Haut sitzt. Er ist nicht schmerzhaft und wächst langsam, aber stetig. Beim Betasten fühlt es sich an wie eine mit Flüssigkeit gefüllte Blase, nicht wie ein harter Knubbel. Diese Anzeichen sind Grund genug, um einen Tierarzt aufzusuchen.
Entfernung nur durch OP
Ist die Diagnose Grützbeutel gestellt, hilft nur noch eine operative Entfernung. Nur die Flüssigkeit abzulassen, würde nicht viel nutzen, denn die Beule würde sich nach Abheilen der Wunde wieder füllen.
Im Gegensatz zu stark durchblutetem Gewebe lässt sich der Beutel mühelos ausschälen. Erst dann bemerkt man oft, wie groß er doch war.
Eine mikroskopische Untersuchung auf Gut- oder Bösartigkeit ist meist nicht erforderlich. Der Tierarzt kann die Diagnose „Grützbeutel“ mit Sicherheit nach dem Aufschneiden stellen. Und dieser Geschwulsttyp ist mit Sicherheit gutartig. Nach dem kleinen Eingriff kann man also beruhigt sein!