Die Katze ist und bleibt das beliebteste Heimtier der Deutschen. Wie eine haushaltsrepräsentative Umfrage zeigt, bleiben Heimtierhalter den Stubentigern treu. Mehr noch: Da die Bestandszahlen anderer Heimtiergattungen stabil oder sogar leicht rückläufig waren, konnte Königin Katze ihren Vorsprung sogar noch weiter ausbauen. Sie regiert in einem Viertel aller Haushalte des Landes.
Die Umfrage, vom Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) und Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) in Auftrag gegeben, zeigt auch die Verteilung nach Regionen. Wenig überraschend sind die Populationen dort besonders hoch, wo auch viele Menschen leben. Die meisten Katzen leben demnach in Nordrhein- Westfalen (3,2 Millionen), Bayern (2,6 Millionen) und Baden-Württemberg (2,2 Millionen). Allein in Berlin leben 700.000 Samtpfoten.
Schlusslicht Schleswig-Holstein
Setzt man die absoluten Populationszahlen in den Bundesländern ins Verhältnis zur Anzahl der Haushalte, offenbaren sich Potenziale: So leben in Nordrhein-Westfalen zwar die meisten Katzen, aber im Schnitt eben nur 360 von ihnen auf 1.000 Haushalte gerechnet. Im Saarland hingegen sind es 411 Katzen pro 1.000 Haushalte, der Spitzenwert in dieser Liste. Schlusslicht hier ist Schleswig-Holstein, wo auf 1.000 Haushalte nur 359 Katzen kommen.
Warum schaffen sich die Deutschen eine Katze an? Laut Umfrageergebnissen gaben 28 Prozent der befragten Halter an, dass ein vorheriges Heimtier verstorben sei, ebenfalls 28 Prozent sagten „Ich habe mir einen tierischen Begleiter gewünscht“. Dem Tier etwas Gutes tun wollten 27 Prozent der Katzenhalter, Rang drei der abgefragten Gründe für die Anschaffung.
Zur Anschaffungsneigung
In der Studie von ZZF und IVH wurde auch gefragt, wer die Anschaffung eines Heimtiers plane. Hier gaben 4,1 Prozent an, eine Katze in den Haushalt aufnehmen zu wollen. Ein Jahr zuvor waren es noch 3,6 Prozent gewesen. Es ist die einzige Tiergattung, bei der die Anschaffungsneigung der Menschen gestiegen ist, alle anderen Gattungen stagnieren oder sinken leicht.
Die Beliebtheit der Katze spiegelt sich in einer weiteren Zahl: 2024 lebten in acht Prozent aller Haushalte eine Katze und ein Hund gemeinsam, ein satter Prozentpunkt mehr als noch 2023. Allerdings zeigen die Zahlen auch, dass 61 Prozent der Halter nur noch eine Katze im Haus haben und nicht mehrere, ein Wert, der seit 2020 kontinuierlich angestiegen ist. Damals gaben das lediglich 57 Prozent der Befragten an.
Zwei letzte Werte zu den Haushalten: In 32 Prozent der Haushalte mit Katze lebt mindestens ein Kind. Und in den Single-Haushalten mit Katze sind die Halter zu 37 Prozent mindestens 60 Jahre alt.
Grundlage der Wertschöpfung
Für die Unternehmen der Branche ist das die demographische Grundlage der Wertschöpfung im Segment Katze. Der Großteil der Umsätze fällt auf das Futter und hier zeigen sich Mensch und Tier als ausgesprochene Gewohnheitskäufer. 78 Prozent der Halter gaben an, auf Fertignahrung zu setzen, davon 84 Prozent auf Trocken- und genauso viele auf Nassfutter. Diese Werte sind im Vergleich zu den erhobenen Zahlen aus dem Jahr zuvor stabil.
Ausschließlich selbst zubereitetes Futter verabreichen nur drei Prozent der Halter und auch Trends wie etwa das Barfen scheinen sich bei Katzen nicht stärker am Markt behaupten zu können und fristen eher ein Nischendasein.
Snacks hingegen – wie bei anderen Heimtiergattungen auch – spielen beim Füttern eine sehr große Rolle. 81 Prozent der befragten Halter gaben an, solch leckere Kleinigkeiten zusätzlich zu verwenden. Auch dieser Wert ist im Jahresvergleich konstant.
Wo informieren sich Halter?
Man darf sicher unterstellen, dass die allermeisten Katzenhalter für ihre Lieblinge nur das Allerbeste wollen, gelten die Stubentiger vielen doch als echte Familienmitglieder. Vor der Anschaffung des Tieres sowie vor dem Kauf von Futter und Zubehör sammeln sie notwendige Informationen für die tiergerechte Haltung und Versorgung.
Hier ist für die Branche interessant, wo die Halter ihre Informationen beziehen, besteht dort doch die Möglichkeit, die Expertise von Herstellern und Händlern an den Menschen zu bringen. Die Studie brachte zum Vorschein, dass Katzenhalter sich vor allem bei Freunden und Familie informieren (32 Prozent), im Internet und einschlägigen Foren (32 Prozent) und über Bücher und Fachzeitschriften (20 Prozent).
Bei der Frage nach dem Anschaffungsort gaben 37 Prozent an, dass ihre Katze ihnen von einem privaten Kontakt überlassen worden sei, 29 Prozent holten ihr Tier aus einem Tierheim oder einer Auffangstation. Vom Züchter erwarben lediglich 13 Prozent der Halter ihre Katze.
Dominic Heitz