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Revierverhalten der Katzen

Katzen haben ein ausgeprägtes Revierverhalten. Ihr Revier verteidigt sie gegen Eindringlinge - jedoch nicht unbedingt mit Kratzen und Beißen. Zieht etwa ein neuer Artgenosse ein, was der Katze nicht gefällt, wird sie ihrem Besitzer ihren Unmut zeigen - auf ihre Weise.

 

von Dr. Rolf Spangenberg

Nehmen wir einmal an, wohlmeinende Tierfreunde haben ihrer vertrauten Hauskatze einen Kameraden an die Seite gestellt. Die beiden sollen nun miteinander spielen und kuscheln. Leider mögen sie sich aber nicht, was recht häufig vorkommt. Da verteidigt die Hauskatze ihr Revier in der Wohnung. Dazu gehört der erhöhte Ruheplatz, natürlich die Toilette, der Fressnapf und – ganz wichtig! – der Schoß ihres Besitzers.

Eine kluge Katze versucht vielleicht erst noch mit Kratzen und Beißen den „Eindringling“ zu vertreiben, doch dann häufig mit Unsauberkeit. Zunächst wird ein Pfützchen in alle Ecken gemacht, schließlich kommt es sogar vor, dass sie einen dicken Haufen demonstrativ auf dem Bettzeug ablegt. Jetzt müssten die Menschen doch endlich begreifen, was das Problem ist!

Getrennte Reviere für die Katzen

Schimpfen und Strafen nützt natürlich nichts. Die einzige Lösung: Versuchen, zwei Reviere zu schaffen, in denen sich die Katzen daheim fühlen. Zusätzlich ist ein Wohlfühlspray (Feliway) sinnvoll. Überzeugte Katzenfreunde haben schon eigene Zimmer für jede ihrer Katzen geschaffen!

Bei Freilauf-Katzen erobern sich die Samtpfoten ihre eigenen Reviere, die sie beispielsweise mit Kotmarkierungen abgrenzen. Das machen hauptsächlich Kater, Kätzinnen sind toleranter. An den Grenzen gibt es zuweilen harte Kämpfe, bei denen auch Blut fließen kann. Das ist mitunter nicht ganz ungefährlich, denn bei der Gelegenheit können auch mal Infektionen übertragen werden. Doch es ist auch zu beobachten, dass die Kontrahenten sich in einigen Metern Abstand gegenüber sitzen und nur giftig anstarren. Lediglich der zuckende Schwanz verrät die innere Anspannung.

Katzen sind klug. Daher richten es einige so ein, dass sich ihre Reviere zwar überschneiden, doch sie zu verschiedenen Zeiten auf die Pirsch gehen. Diese Routen lassen sich im Winter beobachten, wenn Schnee gefallen ist. Dann kann man erstaunt feststellen, wie viele Katzenspuren es gibt.