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Wegen Gesetzesvorlage : Spanische Heimtierbranche geht auf die Straße

Foto: AEDPAC

In der spanischen Hauptstadt Madrid sind am vergangenen Wochenende Tausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen Pläne der Regierung zu protestieren. Die Politik will dort das Tierschutzgesetz novellieren mit gravierenden Folgen für Tier, Mensch und Heimtierbranche.

Die Menschen gingen in Madrid auf die Straße, um gegen ein neues Tierschutzgesetz zu protestieren, dessen Entwurf kürzlich von der Zentralregierung vorgelegt wurde und einige Bestimmungen zur Regulierung des Heimtierbesitzes enthält. Nach Angaben der European Pet Organization (EPO) äußerten rund 165.000 bei der Demonstration unter dem Motto „Verteidigung der Branche und verantwortungsvoller Handel mit Heimtieren“ am 23. Januar ihre Bedenken hinsichtlich der rechtlichen Unsicherheiten und des Mangels an wissenschaftlichem Hintergrund dieses Gesetzesentwurfs.

Regierung will Sachkundenachweis für Halter

Der Entwurf zielt laut dem spanischen Heimtierverband AEDPAC darauf ab, Tierschutzvorschriften in der Europäischen Union zu harmonisieren. Wenn es angenommen wird, nehme das Gesetz Tierhalter hinsichtlich des Lebensraums und der Hygiene der Heimtiere in die Pflicht. Der Entwurf sehe auch vor, dass Tierhalter dafür sorgen müssen, dass Heimtiere ihre Bedürfnisse nicht in unerlaubten Bereichen erfüllen und dass Tiere sich obligatorischen tierärztlichen Behandlungen unterziehen, wie Global Pets berichtet. Tierhalter würden außerdem verpflichtet, sich einem Test zu unterziehen, um zu bescheinigen, dass sie qualifiziert sind, ein Tier zu halten.

Dominoeffekt befürchtet

AEDPAC als spanischer Verband der Vertreiber von Heimtierprodukten ist der Ansicht, dass die Marktanwendung dieser Verordnung „einen Dominoeffekt auslösen könnte, der einen Wendepunkt für die Zukunft des Heimtiersektors darstellt“. „Dies würde sich als besonders schädlich für Groß- und Einzelhändler für Heimtiere erweisen, da dieser Sektor kurzfristig 30 Prozent seines Umsatzes verlieren wird, was viele Einzelhandelsunternehmen zur Schließung zwingen würde“, warnte der AEDPAC-Vorsitzende Adolfo Santa Olalla. Nach Angaben des Verbands erwirtschaftet die spanische Heimtierbranche einen Umsatz von rund zwei Milliarden Euro jährlich und bietet rund 200.000 Menschen einen Arbeitsplatz.

Olalla sagte auch, dass das neue Gesetz einen Online-Schwarzmarkt schaffen würde, da die Nachfrage trotz aller regulatorischen Änderungen bestehen bleiben werde. Der Verband glaubt, dass diese neue Verordnung einen Präzedenzfall für die Umsetzung ähnlicher Regeln in anderen europäischen Ländern schaffen könnte.

Wider wissenschaftlicher Erkenntnis

Der Generalsekretär von AEDPAC, Ignasi Solana Vinyoles, fügte hinzu, dass verschiedene Länder in Europa versucht hätten, Gesetze zu verabschieden und umzusetzen, die auf einer Tierschutzideologie beruhen, die der Markterfahrung, wissenschaftlichen Erkenntnissen und dem grundlegendsten gesunden Menschenverstand zuwiderläuft.

„Die Arbeit in der professionellen Heimtierpflege erfordert eine besondere Strenge bei der Umsetzung der geltenden Gesetze, wobei der Tierschutz ein wesentlicher Bestandteil unserer täglichen Geschäftstätigkeit ist“, sagte er. Aus diesem Grund befürworte die überwiegende Mehrheit der Fachleute Tierschutzgesetze, die die Rückverfolgbarkeit und das Wohlbefinden der Tiere sowie die Qualität und Nachhaltigkeit der Materialien und Produkte regeln.