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Wenn die Katze an den Möbeln kratzt

So mancher Katzenfreund musste sich bereits darüber ärgern: Die Katze zerkratzt hingebungsvoll und oftmals sehr effektiv Einrichtungsgegenstände in Haus und Garten. Was für den Menschen in erster Linie störend ist, ist jedoch für die Samtpfote ein wichtiges Kommunikationswerkzeug. Was bedeutet das für den Stubentiger und wie lässt sich möglicherweise ein „Kompromiss“ finden?

Kratzbaum eine geeignete Alternative

Eine gute Lösung für alle Beteiligten zu finden, erfordert Zeit und Geduld. Das Ziel muss es jedenfalls sein, andere Kratzplätze in der Umgebung für die Katze deutlich attraktiver zu machen als den bisherigen.

Das kann gelingen, indem der bisherige Platz für die Katzenzwecke unbrauchbar gemacht wird, etwa indem man starkes doppelseitiges Klebeband an der betreffenden Stelle anbringt und davor eine geeignetere Kratz-Alternative aus faserigem, weichem Holz oder aus geeigneten Fasern aufstellt. Benutzt die Katze die Kratz-Alternative, kann man sie nach und nach an eine andere Stelle verrücken. Handelt es sich um einen Kratzbaum oder ein Kratzbrett, so sollte der Besitzer darauf achten, dass eine Kratzfläche von mindestens einem Meter in der Höhe zur Verfügung steht, so dass sich die Tiere recken und strecken können. Die Höhe ist auch erforderlich, um als Katze den eigenen Status angemessen demonstrieren zu können. Im Zoofachhandel gibt es vielfältige Modelle und Möglichkeiten für jeden Anspruch. Manche Katzen nehmen auch gerne waagerechte Kratzmöglichkeiten an. Die Vorlieben des eigenen Tieres muss der Besitzer jeweils individuell herausfinden.

Wichtig ist es, keine Materialien anzubieten, die denen der Wohnmöblierung sehr ähnlich sind. Soll etwa ein Stück Teppich an der Wand zum Kratzen einladen, gibt es für die Katze keinen nachvollziehbaren Grund, weshalb das am identischen Teppichmaterial auf dem Boden verboten sein soll. Und auch wenn es für den Menschen unschön aussehen mag – das Zerfransen des Materials ist für Katzen wichtig. Daher sollte das vermeintlich zerstörte Material auch nicht regelmäßig ausgetauscht werden. Das ist dann der menschliche Teil des Kompromisses für ein harmonisches Zusammenleben.

Übrigens: Nicht mit Gerüchen arbeiten, die für die Katze unangenehm sind – denn die Tiere haben unter anderem das Bedürfnis, diese Gerüche mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln zu überdecken – und das ist sicher kontraproduktiv.

von Dr. Regine Rottmayer

Grundsätzlich gilt: Schimpfen und Bestrafen helfen nicht, sie machen das Problem nur schlimmer – für beide Seiten. Denn die Kratzmarkierungen sind mehr als nur Krallenpflege für die Samtpfote. Die Tiere wollen auf diese Weise nämlich eine katzentypische Geruchsbotschaft für Artgenossen hinterlassen. Diese besteht aus einem Geruchsstoff, der aus den Drüsen den Zehen der Tiere kommt. Um die Botschaft über den Geruch hinaus noch weiter sichtbar zu machen, bringen die Tiere unterstützend optische Kratzmarkierungen an. Katzen können daraus sehr viel lesen: Wie groß ist der "Schreiber", wie stark ist er und handelt es sich um eine Katze oder einen Kater? Das sind wichtige Informationen, die es in einem Revier kundzutun gilt. Freigängerkatzen nutzen für ihre Botschaften gerne Bäume mit weicher Rinde an Durchgangswegen oder auch Zaunpfähle aus weichem Holz.

Bei Wohnungskatzen müssen andere Materialien herhalten – meistens Möbel. Oft stehen das Sofa oder ein Türstock an einer strategisch günstigen Stelle, an der die Tiere oft vorbeikommen und potentielle Artgenossen ebenso. Das könnte ein Platz auf dem täglich mehrfach begangenen Weg zwischen einem Futterplatz und Schlafplatz sein. Und hier wird gekratzt, bis die Zeichen auch optisch für die Artgenossen sichtbar sind. Die Geruchsmarkierungen müssen auch regelmäßig gepflegt und aufgefrischt werden.

Wohnungskatzen stellen nach einer gewissen Eingewöhnungszeit fest, dass keine andere Katze versucht, ihnen ihr Revier streitig zu machen. Wie auch? Es kommt ja keine fremde Katze in die Wohnung. Der Drang, das Revier als das eigene kenntlich zu machen, lässt dann oft nach und erlischt mitunter ganz. Doch was tun, wenn nicht?

Ein Zeichen von Angeberei

Oft kommt es vor, dass Katzenbesitzer den Eindruck haben, die Tiere würden "mit Absicht" in ihrem Beisein kratzen und dabei die Einrichtung zerstören. Dieses Verhalten kann durchaus mit der Demonstration von Wichtigkeit zusammenhängen, also eine Art "Angeberei", es kann auch das Bedürfnis nach Aufmerksamkeit widerspiegeln oder einfach aus einer übermütigen Laune heraus entstehen. Aber: Die Absicht, Habseligkeiten des Katzenbesitzers zu zerstören und ihn damit zu ärgern, steckt nicht dahinter.

Eine gute Lösung für alle Beteiligten zu finden, erfordert Zeit und Geduld. Das Ziel muss es jedenfalls sein, andere Kratzplätze in der Umgebung für die Katze deutlich attraktiver zu machen als den bisherigen.

Kratzbaum als Alternative

Das kann gelingen, indem der bisherige Platz für die Katzenzwecke unbrauchbar gemacht wird, etwa indem man starkes doppelseitiges Klebeband an der betreffenden Stelle anbringt und davor eine geeignetere Kratz-Alternative aus faserigem, weichem Holz oder aus geeigneten Fasern aufstellt. Benutzt die Katze die Kratz-Alternative, kann man sie nach und nach an eine andere Stelle verrücken. Handelt es sich um einen Kratzbaum oder ein Kratzbrett, so sollte der Besitzer darauf achten, dass eine Kratzfläche von mindestens einem Meter in der Höhe zur Verfügung steht, so dass sich die Tiere recken und strecken können. Die Höhe ist auch erforderlich, um als Katze den eigenen Status angemessen demonstrieren zu können. Im Zoofachhandel gibt es vielfältige Modelle und Möglichkeiten für jeden Anspruch. Manche Katzen nehmen auch gerne waagerechte Kratzmöglichkeiten an. Die Vorlieben des eigenen Tieres muss der Besitzer jeweils individuell herausfinden.

Wichtig ist es, keine Materialien anzubieten, die denen der Wohnmöblierung sehr ähnlich sind. Soll etwa ein Stück Teppich an der Wand zum Kratzen einladen, gibt es für die Katze keinen nachvollziehbaren Grund, weshalb das am identischen Teppichmaterial auf dem Boden verboten sein soll.

Und auch wenn es für den Menschen unschön aussehen mag – das Zerfransen des Materials ist für Katzen wichtig. Daher sollte das vermeintlich zerstörte Material auch nicht regelmäßig ausgetauscht werden. Das ist dann der menschliche Teil des Kompromisses für ein harmonisches Zusammenleben.

Übrigens: Nicht mit Gerüchen arbeiten, die für die Katze unangenehm sind – denn die Tiere haben unter anderem das Bedürfnis, diese Gerüche mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln zu überdecken – und das ist sicher kontraproduktiv.