Buchen und andere Waldbäume tragen in diesem Winter nur mäßig Früchte. Schon seit Oktober kommen deshalb viele Waldvögel auf Nahrungssuche vermehrt in die Siedlungen. Der NABU wagt die Prognose, dass im Vergleich zur Wintervogel-Zählung Anfang 2017 Arten wie Kleiber, Buchfink, Eichelhäher, Hauben- und Tannenmeise dieses Mal erheblich öfter an die Futterstellen kommen. Es gibt punktuelle Beobachtungen aus vielen Regionen, die diese Vermutung stützen.
Die Gründe können vielfältig sein, einer ist offensichtlich: Das Nahrungsangebot im Wald ist aktuell eher bescheiden, Bucheckern, Eicheln, Fichtenzapfen und andere Waldfrüchte machen sich rar. Das Pendel schlägt also zurück, denn 2016 war ein sogenanntes Mastjahr mit Früchten im Überfluss.
Mehr Vögel in Gärten mit Futterangebot
Im Schnitt werden 26 Prozent mehr Vögel in Gärten gesichtet, in denen Vogelfutter angeboten wird. Das zeigen die über die Jahre gesammelten Daten aus der NABU-Mitmachaktion „Stunde der Wintervögel“, die an diesem Wochenende zum achten Mal stattfindet. In Gärten mit Futterstelle werden im Durchschnitt 42 Vögel gemeldet, in Gärten ohne Futterhäuschen sind es 34.
Allerdings profitieren nicht alle Arten von der Fütterung. So sind Drosseln, Krähen und Wintergoldhähnchen häufiger in Gärten zu sehen, in denen nicht gefüttert wird. Dagegen sind Körnerfresser wie Meisen und Sperlinge bis zu dreimal häufiger in Gärten mit Futterhäuschen zu beobachten. Ebenso der Sperber, der sich gerne an den Kleinvögeln bedient, die durch das Futter abgelenkt sind.