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Delegierte tagen im 75. Jubiläumsjahr in Wiesbaden: Verband vernetzt die Branche

Netzwerken im besten Sinne - die Fachgruppen des ZZF stärkten ihren Zusammenhalt. (Abdruck für redaktionelle Zwecke honorarfrei)

Am 25. Juni 2022 trafen sich rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, um die Weichen für die Zukunft des Verbandes zu stellen / Trendwende: Mitgliederzahl steigt wieder / Mitgliederbefragung mit Top-Ergebnissen / Zusammenhalt quer durch alle Fachgruppen gestärkt

Am 25. Juni 2022 trafen sich rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, um die Weichen für die Zukunft des Verbandes zu stellen / Trendwende: Mitgliederzahl steigt wieder / Mitgliederbefragung mit Top-Ergebnissen / Zusammenhalt quer durch alle Fachgruppen gestärkt

"Der Wind bläst von vielen Seiten ins Gesicht der Branche", sagte ZZF-Präsident Norbert Holthenrich zum Auftakt der Delegiertentagung am 25. Juni 2022 in Wiesbaden. Aber das habe auch etwas Gutes: "Unser Verband wird gebraucht. Und ich bin überzeugt: dringender denn je." In seinem Jahresbericht erwähnte er die erfolgreichen Veranstaltungen des Verbandes. "Die Interzoo war ein Riesenerfolg." Ebenso das ZZF-Forum im Frühjahr: "Unter dem Titel "Nachhaltig und digital - Perspektiven für die Heimtierbranche" diskutierten wir auf der Höhe der Zeit, wie uns das Echo der Teilnehmer und der Fachmedien bescheinigte."Auch brisante Themen wie den Krieg in der Ukraine, steigende Inflation, Sorgen um die künftige Gasversorgung und den zunehmenden Fachkräftemangel ließ der ZZF-Präsident in seinem Bericht nicht außen vor.

Die Kurve der Mitgliederentwicklung geht seit mehr als zehn Jahren erstmals wieder nach oben. Das zeigte ZZF-/WZF-Geschäftsführer Gordon Bonnet in seiner Präsentation. 70 neue Mitglieder begrüßte der Verband seit Januar. "Der ZZF ist ein Qualitätssiegel für Tierwohl und qualifizierte Beratung", so Bonnet. Das sei neben der Interessenvertretung einer der wichtigsten Gründe für den Beitritt. Erfolge habe der ZZF viele vorzuweisen, sei es in der Anerkennung der Systemrelevanz der Zoofachhandlungen und Heimtierpfleger, dem erfolgreichen Einsatz gegen eine Positivliste oder in der Aus- und Weiterbildung der Branchenteilnehmer. "Lobbyarbeit ist wichtig", betonte Bonnet und sieht den ZZF in der Politik auch als Vermittler von Fachwissen.

Erfreuliches aus den Fachgruppen

Aus den vier Fachgruppen und Arbeitskreisen berichteten die Vorsitzenden Erfreuliches. Für die Fachgruppe Einzelhandel erklärte die stellvertretende Vorsitzende Heike Mundt, sie sei angesichts der weltpolitischen Lage "gottfroh, im Verband zu sein". Das gebe nicht nur ihr einen Schub für die Zukunft. Sie machte außerdem auf einen spannenden Workshop ihrer Gruppe für die nächste Herbsttagung aufmerksam. Dort werde es um die Darstellung des Zoofachhandels in den sozialen Medien gehen.

Das Highlight der Fachgruppe Heimtierpflege im Salon sei in diesem Jahr die Interzoo gewesen, berichtete Vorsitzende Martina Borchmann. "Wir hatten eine sehr positive Stimmung am Stand, Live-Schaltungen und Showvorführungen." Es seien auch einige Anfragen von Heimtierpflegern gesammelt worden, die an einer Mitgliedschaft Interesse haben.

Volker Ennenbach, Vorsitzender der Fachgruppe Heimtierzucht und -großhandel brachte die Versammlung zum Schmunzeln. Er habe alle mit "Liebe Leidensgenossen" begrüßen wollen. Die Stimmung sei aber so positiv und das Interesse zur Vernetzung fachgruppenübergreifend so groß, dass er gemerkt habe: "Wir sind schon in einem Boot und kämpfen gemeinsam, um uns in der Politik durchzusetzen."

Aus der Fachgruppe Großhandel und Industrie berichtete der stellvertretende Vorsitzende Dieter Meyer. "Wir haben - was die Umsätze angeht - nie bessere Jahre gehabt als die letzten beiden, aber wir sehen die Wolken aufziehen: Lieferketten, Energiepreise, Rahmenbedingungen, Kostendruck", erklärte er. Wer am Ende die höheren Preise trage, sei hier die Frage und man komme an Diskussionen um den Tierschutz nicht vorbei. Trotzdem sehe er am Ende seiner Laufbahn mehr Sonne als Wolken. "Es macht Mut, dass sich so viele Personen und Gruppen engagieren." Vorstand und Geschäftsführung bedankten sich bei Dieter Meyer für sein langjähriges Engagement für den ZZF mit einem Präsent.

Von Fortschritten in den Arbeitsgruppen berichteten Stephanie Schwartzkopff (Berufsbild im Zoofachhandel), Dominik Niemeyer (Systemzentralen), Karin Witthohn (Qualifizierung) und Dr. Stefan Hetz (Heidelberger Beschlüsse).

Anträge lebhaft diskutiert

Einstimmig angenommen wurde der Antrag der Fachgruppe Einzelhandel, einen Imagefilm über den Zoofachhandel zu entwickeln. "Wir sind die Guten", so Heike Mundt und das solle man in einem Imagefilm kundtun.

Ein zweiter Antrag der Fachgruppe Einzelhandel, vorgetragen von Dominik Niemeyer und Heike Mundt, zielte darauf ab, die Mitgliedsbetriebe regelmäßigen Qualitätskontrollen zu unterziehen. Dazu gab es insgesamt 17 Wortmeldungen. Um sicher zu stellen, dass die Heidelberger Beschlüsse auch im Zuge ihrer aktuellen Überarbeitung stärker ins Bewusstsein gerückt werden, war man sich einig, dass sich die Mitglieder einer Prüfung mit Hilfe einer Checkliste unterziehen. Am Ende wurde der Antrag mit 23 Ja-Stimmen, 10 Enthaltungen und keiner Gegenstimme ebenfalls angenommen.

Die Pläne für die neue Website stellte Antje Schreiber, Bereichsleitung Kommunikation, vor und Dr. Stefan Hetz, Fachreferent Heimtiere, berichtete von der politischen Arbeit des Verbandes in Berlin und Brüssel. Mit Dr. Rowena Arzt, Bereichsleitung Messen, gab es dann noch einen Rückblick auf die Erfolge der Interzoo 2022, Vorstandsmitglied Erhard Kaup präsentierte die Haushaltsplanung des Verbandes.

Zufriedene Mitglieder

Die Ergebnisse der ZZF-Mitgliederbefragung aus dem Frühjahr 2022 präsentierte Stefan Eser von 2HM Forum. Dabei stellte er das "Fan-Prinzip" vor: Entscheidend sei es, das Wichtige richtig zu tun, aber auch Dinge bewusst zu lassen. 79 Prozent der Mitglieder sind mit der Arbeit des Verbandes zufrieden - 10 Prozent mehr als beim Durchschnitt anderer Branchenverbände. Bestnoten erhält der ZZF für die Attribute "seriös", "glaubwürdig", "kompetent", "zuverlässig", "professionell" und "aufrichtig". Als Herzblutfaktor werden die Ansprechpartner aus Haupt- und Ehrenamt gesehen: Hier erzielte der ZZF Spitzenwerte. An den Kontaktpunkten zu seinen Mitgliedern verbesserte der Verband der Heimtierbranche sich fast durchgängig - und das kontinuierlich seit der ersten Befragung im Jahr 2004.

Zum Abschluss des offiziellen Teils der Delegiertenversammlung erarbeiteten die Teilnehmer in drei Gruppen konkrete Ideen zu der Frage, wie Mitglieder an den entscheidenden Kontaktpunkten zu Fans gemacht werden können.

Die Entlastung des Vorstands und der Geschäftsführung erfolgte einstimmig, ebenso die Wahl der Rechnungsprüfer und deren Stellvertreter (Konstantin Kaysser, Jörg Lefers, Jutta Fornhoff, Matthias Mai).

Gerahmt war die Tagung von einem Workshop zur Vernetzung der Fachgruppen am Vortag sowie einer Besichtigung der Sektkellerei Henkell Freixenet. Der Wiesbadener Bürgermeister und Wirtschaftsdezernent Dr. Oliver Franz gratulierte dort mit einem Grußwort zum 75-jährigen Jubiläum des Verbandes. Er würdigte darin die Arbeit des ZZF für die Heimtierbranche und für die vielen Heimtierhalterinnen und -halter in Deutschland. "Der ZZF ist anerkannt in der Politik und in den Verwaltungen. Wir freuen uns sehr, dass dieser traditionsreiche Bundesverband seinen Sitz in der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden hat."

Zum gemütlichen Ausklang waren alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer ins "Haus des Heimtieres" zu einem Barbecue eingeladen. Rundum zufrieden äußerte sich ZZF-/WZF-Geschäftsführer Gordon Bonnet zum Ende der Tagung: "Diese zugleich kraftvolle wie familiäre Delegiertentagung hat den Zusammenhalt im ZZF über alle Fachgruppen nochmals weiter gestärkt. Die konstruktiven und wertschätzend geführten Diskussionen waren für die inhaltliche Weiterentwicklung unseres Verbandes überaus wertvoll. Insgesamt zeigte die Versammlung, dass wir im ZZF den richtigen Kurs eingeschlagen haben, um geschlossen die vielfältigen Herausforderungen zu bewältigen und die Zukunft zu gestalten."

Die nächste ZZF-Delegiertentagung, bei der ein neuer Vorstand gewählt wird, findet am 17. Juni 2023 in Leipzig statt.