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Fachforum Heimtier Digital : Wege in die Zukunft

Drei Tage voller erstklassiger Vorträge, aktueller Trends und fachlichem Austausch: Veranstalter Takefive-Media hat sich mit der sechsten Auflage des Fachforums Heimtier Digital sehr zufrieden gezeigt.

Das Fachforum Heimtier Digital bot mehr als 1.600 registrierten Branchenmitgliedern in einer Reihe von abwechslungsreichen Vorträgen und Diskussionsrunden wertvolle Einblicke in aktuelle Branchenthemen und richtete einen klaren Fokus auf ökonomische Trends, politische Rahmenbedingungen und Marktpotenziale der Heimtierbranche.

Die sechste Auflage des digitalen Branchen-Events untermauerte mit ihrem neuen Konzept ihre Position als Digitalevent auf höchstem Niveau. „Das neue Konzept unserer diesjährigen Veranstaltung ist voll aufgegangen“, sagt Projektleiterin Sharon Martin. „Mit einem noch stärkeren Fokus auf die Information und den fachlichen Dialog wurden relevante Themen effizient, zielgerichtet und mit hoher inhaltlicher Qualität an die Fachbesucherinnen und -besucher gebracht.“

Dass das Konzept aufging, zeigte auch die erneut gestiegene Anzahl der Anmeldungen zum Vortrags- und Talkprogramm, die im Durchschnitt ein Wachstum von 30 Prozent je Programmpunkt verzeichnete.

Wirtschaftliches Stimmungsbild

Den Auftakt des dreitägigen Fachforums machte Takefive-Media Geschäftsführer Stephan Schlüter mit den erstmals präsentierten Ergebnissen des Haustier-Trendbarometers 2025 und stellte anhand der Ergebnisse der Branchenumfrage wertvolle Einblicke in die wirtschaftliche Lage der Heimtierbranche vor (Lesen Sie hier mehr zum Thema).

Dabei gab die Auswertung einen wichtigen Aufschluss über die aktuelle Stimmungslage der Befragten: Während wirtschaftliche Unsicherheiten viele Unternehmen belasteten, zeige sich zugleich Potenziale in der Einführung neuer Produkte beziehungsweise Dienstleistungen, so Schlüter.

Darüber hinaus gebe es seitens zahlreicher befragter Unternehmen klare Erwartungen in Bezug auf die Rahmenbedingungen, wie weniger Bürokratie, mehr Unterstützung für kleinere Fachhändler, eine starke politische Interessenvertretung sowie Transparenz in Lieferketten und ein bewussterer Umgang mit Nachhaltigkeit. Dennoch geben sich viele Unternehmen äußerst lösungsbasiert und zukunftsorientiert.

Gesellschaftliche Verantwortung und Marktrelevanz

Anknüpfend thematisierte Gordon Bonnet, Geschäftsführer des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands (ZZF), die hiesige Rolle der Heimtierhaltung und die gesellschaftliche Bedeutung und Verantwortung, die daraus für Handel, Politik und Halter erwächst. Neben der Vielschichtigkeit der Akzente, die sich aus der Thematik zur Heimtierhaltung und Tierethik ergeben, wurde deutlich: Aufklärung und das Wissen über die Bedürfnisse der Heimtiere ist die Grundlage, um Anforderungen gerecht werden und Verantwortung übernehmen zu können.

In einem anschließenden Talk diskutierte Pet-Chefredakteur Ralf Majer-Abele mit Franck Thery (Weenect), Steven Sagrodnik (Welzhofer & Donath) und Daniel Stuckert (Pets Nature) über die Frage, was ein Produkt zum Branchenliebling macht. Dabei wurden in der facettenreichen Diskussion Perspektiven des Fach- sowie des Großhandels und der Endverbraucher beleuchtet.

So sprach zum einen Daniel Stuckert darüber, dass Produkte dann an Strahlkraft gewinnen, wenn sie eine klare Antwort bezüglich ihrer strategischen Relevanz geben. Eine Neuheit allein reiche nicht mehr aus. Einen Blick mit Schwerpunkt auf technische Innovationen warf Franck Thery bei der Begründung der Erfolgsfaktoren von Markenprodukten.

Steven Sagrodnik betonte die Sichtbarkeit von Innovation im stationären Handel. Im Ergebnis zeigt sich, dass Branchenlieblinge nicht zufällig entstehen, sondern aus den Ergebnissen von Strategie, Emotionalität, Technologie und Zusammenarbeit zwischen Industrie und Fachhandel resultieren.

Politik und Wirtschaft im Kontext

Welche politischen Entwicklungen künftig Auswirkungen auf die Heimtierhaltung nehmen könnten, darüber referierte Dr. Martin Singheiser, Geschäftsführer des Bundesverbands für fachgerechten Natur-, Tier- und Artenschutz (BNA) in seinem Vortrag „Bundestagswahl 2025: Was könnte das für die Heimtierhaltung bedeuten?“

Deutlich wurde gleich zu Beginn, wie vielschichtig die Diskussionen sowohl auf Bundesebene als auch auf EU-Ebene sind und dass die Priorisierung der Heimtierhaltung teils unklar ist. So ist diese im Koalitionsvertrag der aktuellen Bundesregierung kaum vertreten.

Zugleich werden Maßnahmen wie eine Positivliste auf EU-Ebene nach wie vor diskutiert. Unabhängig vom politischen Geschehen punktet aus Sicht von Dr. Martin Singheiser der Fachhandel mit Sachkunde. Er sprach sich einerseits für die regelmäßige Fort- und Weiterbildung der Mitarbeiter aus. Zugleich befürwortet er eine Politik und daraus resultierende Regeln des Ermöglichens statt der Verbote.

„Zwischen Krise und Wachstum“

Im darauffolgenden Gespräch ordnete Dr. Katrin Langner, Geschäftsführerin des Industrieverbands Heimtierbedarf (IVH), die aktuelle Lage der Heimtierbranche ein. „Zwischen Krise und Wachstum: Herausforderungen und Chancen für die Heimtierbranche“ lautete das Thema, das wirtschaftliche Herausforderungen, Investitionshemmnisse und regulatorische Rahmenbedingungen – aber auch innovative Entwicklungen, neue Wachstumstreiber und die künftige Entwicklung der Heimtierhaltung in den Blick nahm.

Das Gespräch verdeutlichte: Trotz angespannter Wirtschaftslage entwickelte sich der Heimtiermarkt im vergangenen Jahr stabil. Herausforderungen für die Industrie bleiben allerdings hohe Energiekosten und Bürokratie sowie der Fachkräftemangel und regulatorische Vorgaben.

Ähnlich wie bereits die Vorträge von Gordon Bonnet und Dr. Martin Singheiser verdeutlichten, unterstrich auch Dr. Katrin Langner den Aspekt, dass die Politik einen positiven Blick auf die Heimtierhaltung werfen müsse, um den damit verbundenen gesellschaftlichen Effekt zu fördern.

Ernährung, Handel und Markenbildung

Der nachfolgende Vortrag von Dr. Anna Mitura, Tierernährungsphysiologin bei Bosch Tiernahrung, beschäftigte sich mit dem Thema „Einfache Problemlöser beim Hundefutter. Wie vegane Futter, Insektenfutter, Single-Protein, Light, Active und andere Futtersorten vorbeugen und helfen können.“

Anschaulich und umfassend präsentierte Mitura die Bewertung und Analyse von Rohstoffen in Futtermitteln von Hunden und Katzen und bot Lösungen für spezielle Ernährungsbedürfnisse. Dabei unterstrich sie auch die Bedeutung der Futtermitteldeklationen sowie die Beratung im Fachhandel.

Neue Wege

Neue Wege, wie Services und Zusatzangebote den Fachhandel stärken und zur echten Kundenbindung beitragen können, thematisierte ein Gespräch von Stephan Schlüter gemeinsam mit Jan Wittmann (Dogorama) und Dr. Felix Garlipp (Uelzener Versicherungen). Die Blickwinkel richteten sich dabei auf Community-Ansätze und Services mit Mehrwert anhand des Beispiels der Versicherungslösungen.

Das Gespräch machte deutlich, dass das Zusammenspiel zwischen Fachhandel, digitalen Communities, Versicherungslösungen und weiteren Dienstleistungen rund ums Tier ein zukunftsrelevantes Thema ist – mit viel Potenzial tieferer Kundenbindungen für den stationären Handel.

Zum Abschluss diskutierte Moderator Engelbert Kötter mit Dr. Matthias Koch (Katkare), Christian Parbs (Hagen Deutschland) und Konstantin Kaysser (Kaysser Heimtiernahrung) zum Thema „Marken finden, Marken pflegen, Märkte sichern: eine Erfolgsstrategie für den Zoofachhandel“. Die Experten erörterten, wie starke Marken gezielt entwickelt, gepflegt und zur Marktabsicherung genutzt werden können.

Deutlich zeigte sich dabei das strategische Zusammenspiel zwischen Handel und Marken. Mehr als nur ein Absatztreiber sind sie emotionaler Anker, mit denen sich der Zoofachhandel strategisch positionieren kann.

Strategische Orientierung und praxisnahe Impulse

Das Fachforum Heimtier Digital 2025 unterstrich mit seinem hochkarätigen Vortragsprogramm, wie sehr es in Zeiten dynamischer Marktentwicklungen fundierte Analysen, strategischen Austausch und unternehmerische Innovationen benötigt und bestätigte damit die Relevanz der Digitalkonferenz für die Akteure der Heimtierbranche.

„Das Fachforum Heimtier Digital hat eindrucksvoll gezeigt, wie stark der Zusammenhalt und die Innovationskraft der Heimtierbranche sind – selbst unter wirtschaftlichem Druck. Die Vielfalt und Tiefe des Talk- und Vortragsprogramms haben wertvolle Impulse geliefert, um aktuelle Herausforderungen zu meistern und neue Chancen zu erkennen. Genau dafür stehen wir mit unserem digitalen Format“, resümiert Takefive-Media Geschäftsführer Stephan Schlüter.

Die zweite Ausgabe des Fachforums Heimtier Digital 2025 findet vom 25. bis 27. November statt.