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Herbstseminar aus der Vogelperspektive

Die Fachgruppe Einzelhandel lud im November zu ihren diesjährigen Herbstseminaren nach Würzburg und Celle ein. Detlev Busch (Fachgruppenvorsitzender) und Heike Mundt (Stv. Fachgruppenvorsitzende) führten durch die Seminare. „Kann ich ihm überhaupt gerecht werden? – Ein Leben mit Papageien und Sittichen“ Mit dieser Frage stieg die Diplom-Biologin Hildegard Niemann in ihren ersten Vortrag ein.

„Kann ich ihm überhaupt gerecht werden? – Ein Leben mit Papageien und Sittichen“ Mit dieser Frage stieg die Diplom-Biologin Hildegard Niemann in ihren ersten Vortrag ein. Sie war auf die beiden diesjährigen Herbsttagungen der ZZF-Fachgruppe Einzelhandel im November nach Würzburg und Celle gekommen, um den Mitarbeitern aus dem Zoofachhandel mögliche Hemmnisse der Kunden und passende Lösungswege aufzuzeigen, wenn es um den Vogelkauf geht. Viele Interessierte täten sich schwer, die Körpersprache der Tiere zu deuten. Ihr Appell: Die Halter müssten gut informiert und aufgeklärt werden – keiner wolle sein Tier absichtlich schlecht halten und benötige die Unterstützung des Zoofachhändlers.

Hildegard Niemann räumte auch mit Mythen bei der Papageien- und Sittichhaltung auf und erläuterte in ihrem zweiten Vortrag „Heimvögel als Sozialpartner und Heimtiere richtig pflegen“, was Vogelhalter ihren Tieren beispielsweise bei der Einrichtung der Voliere Gutes tun können: So sollte die Voliere immer wieder umgebaut und verändert werden. Dies könnten neu angeordnete Sitzäste, Lianen oder Seile aus Baumwolle, Hanf und Sisal, neues Spielzeug oder umgebaute Rückzugsmöglichkeiten sein. Ihr Tipp an den Fachhandel: „Die Volieren stehen häufig zu weit oben in den Regalen, so dass der Kunde sie nicht genau in Augenschein nehmen kann.“ Zudem seien die Türen nicht der Größe der Tiere angepasst − sprich zu klein.

Ihre Empfehlung: eine immer wieder umgestaltete Schauvoliere als Hingucker im Laden. Die Vogelexpertin empfiehlt zudem Metall- und Keramiknäpfe anstelle von Plastikbehältern, da diese nach einiger Zeit Risse bildeten. „Bei Wellensittichen sollten keine metallene Näpfe verwendet werden, diese spiegelten und animierten die Vögel sonst zum Anbalzen“, so der Rat der Expertin.

Beim Spielzeug vermisst Hildegard Niemann häufig eine Anleitung, da es nicht immer selbsterklärend sei und das Tier sonst nicht richtig damit spiele. Allzu oft gebe es auch kein Trainingsspielzeug im Angebot und: „Nagespielzeug muss zerstörbar sein, häufig ist es zu hart“, bemängelte sie. Foragingspielzeug existiere in den Geschäften meist nur für größere Papageien im Verkauf.

Genauso wichtig wie die Bestandteile sei aber auch die richtige Montage: So müsse das Nagespielzeug für Vögel am besten am Volierengitter befestigt werden, sonst fehle der Widerstand. Das Tier könne dann nicht daran nagen und verliere schnell das Interesse am neuen Spielgerät. Positiver Nebeneffekt: mehr Platz im Innenraum zum Bewegen. Dies gelte genauso für die Äste, die nicht zu weit ins Innere hineinragen dürften.

Unser Körper spricht
Mit Stefan Geukes profitierten die Tagungsteilnehmer im Anschluss vom Wissen eines erfahrenen Trainers im Verkauf und langjährigen Kenners der Heimtierbranche. Er zeigte den Teilnehmern, wie sie ihre Körpersprache im Verkauf optimal einsetzen und die Signale des Kunden sicher deuten können. Dazu sei es wichtig, den Kunden in seiner Körpersprache zu beobachten: Ist sein Gesichtsausdruck positiv oder eher kritisch? Dann sollte der Verkäufer innehalten und nachfragen, bevor er mit der Beratung fortfährt. Generell gelte: „Je besser Sie die einzelnen Gesichtsausdrücke interpretieren, desto einfacher und gezielter können Sie Ihr Gespräch führen. Bei einem begeisterten Gesicht kommt Ihr Inhalt an, und Sie können fortfahren.“

Grundsätzlich empfiehlt der Experte, die Körpersprache des Kunden mit der eigenen zu spiegeln. So sei es beispielsweise ratsam, mit einem eher ruhigen und introvertierten Gegenüber automatisch auch ruhiger zu kommunizieren, um zu signalisieren, dass man bei ihm und auf einer Wellenlänge ist.

Detlev Busch (Fachgruppenvorsitzender) und Heike Mundt (Stv. Fachgruppenvorsitzende) führten durch die Seminare.