Ein brisantes Thema behandelte das Herbstseminar der ZZF-Fachgruppe Einzelhandel: Wie können Diebstähle wirksam verhindert werden. Das Resumee: Diebstahl lasse sich vermutlich nicht komplett verhindern, doch zumindest deutlich reduzieren, erläuterte die Referentin.
Knapp 20 Teilnehmer in Frankfurt (5. November) und rund 50 in Hannover (12. November) – die Resonanz auf das angebotene Diebstahl-Präventiv-Seminar war für den Organisator und Vorsitzenden der Fachgruppe Detlev Busch wieder sehr zufriedenstellend. Diebstahl lasse sich vermutlich nicht komplett verhindern, doch zumindest deutlich reduzieren, erläuterte die Referentin. Prinzipiell könne zwar jeder Kunde ein Täter sein, doch natürlich möchte kein Händler seine Kunden unter Generalverdacht stellen und entsprechend behandeln. Auf der anderen Seite sei eine gewisse Skepsis gegenüber auffälligem oder ungewöhnlichem Verhalten notwendig.
Und nicht nur die Kunden kommen als Täter in Frage, auch unter Mitarbeitern gebe es schwarze Schafe: Ein Drittel der oftmals als „Inventurdifferenzen“ bezeichneten Verluste stammten von Kunden, ein weiteres Drittel von Mitarbeitern und das letzte Drittel von fehlerhaften IT-Prozessen wie beispielsweise falsche Kassiervorgänge. Daher sei Vorbeugung und Mitarbeiterschulung immens wichtig. Mitarbeiter müssten sensibilisiert werden, dass Diebstahl Verlust von Rohertrag und im schlimmsten Fall sogar eines Arbeitsplatzes bedeuten könne.
Neumann, die auch sogenannte Testdiebstähle durchführt, konnte bestätigen, dass selbst dreistes Verhalten nicht geahndet wird, da sich viele Mitarbeiter nicht trauen, den Verdächtigen anzusprechen. Diebe zu stellen und Diebstähle zur Anzeige zu bringen, sei aber ein wichtiges Signal.
Nicht abschließend geklärt werden konnte die Frage, welche rechtlichen Möglichkeiten der Händler gegenüber Dieben habe. Der zza wird ausführlich über das Thema berichten.