An „Online“ kommt heute keine Branche vorbei, das wissen auch die Vertreter der Heimtierbranche und so prägte das Thema zahlreiche Vorträge des gemeinsam von Dähne Verlag und Management Forum der Verlagsgruppe Handelsblatt veranstalteten Kongress. Wie Verflechtungen zwischen Online- und stationären Shops aussehen und welche neuen Handelskonzepte daraus resultieren können, schilderte Prof. Dr. Hendrik Schröder der Universität Duisburg-Essen. Nina Kenfenheuer, von Business Insights IRI worldwide, stellte aktuelle Marktdaten im Bereich „Tiernahrung“ vor und konnte eine generelle Preiserhöhung, aber auch einen negativen Absatz in allen Kategorien feststellen. Besonders rückläufig war der Drogeriebereich mit -18,8 %, in erster Linie hervorgerufen durch die Schlecker-Insolvenz. Keine Feindbilder aufbauen wollte Sven Sagrodnik, Marketing- und Vertriebsleiter von Royal Canin, dafür stellte er viele Fragen. Wer ist der Feind? Fressnapf, Futterhaus, die Ketten, Gartencenter, Ebay, Marktplätze oder Zooplus? Vielleicht liegt das Potenzial ganz wo anders, zum Beispiel beim LEH, beim Discounter und den Drogerien? Daher müssen sich sowohl Handel als auch Industrie fragen: Warum kaufen die Leute bei uns ein bzw. nicht mehr bei uns ein? Und haben wir die richtigen Produkte? Lenken wir den Markt oder der Markt uns? Wie das Kaufverhalten im ländlichen Raum aussieht wusste Thomas Wiesner, Agravis Raiffeisen AG, ganz genau und sein Unternehmen pflegt das „Gummistiefel-Image“ äußerst professionell. Deshalb ist man überzeugt, die Umsätze in den nächsten fünf Jahren deutlich steigern zu können. Spannende Einblicke zu Kartellrechtsfragen lieferte RA Johannes Brück. Ebenfalls einen Blick hinter die Kulissen gaben Thomas Brill und Ingo Teichmann von der Megazoo Management GmbH am Beispiel des Düsseldorfer Megazoos. So hat man für diese Großfläche bislang auch kein Mittel gefunden, um die Umsatzrückgänge bei Aquaristik/Terraristik/Teich aufzuhalten. Trotzdem gilt der Markt als erfolgreich und verzeichnete laut Brill den höchsten Eröffnungsumsatz der Fressnapf-Gruppe. „Wir wollen uns nicht über den Preis definieren, was nicht heißt, dass der Preis unwichtig ist“, erklärte Brill und „wir wollen mehr Leute im Geschäft.“ Ein reines Online-Geschäftsmodell verbirgt sich hinter Wunschfutter.de. Zwei Jahre ist das Unternehmen nun online, bereits bei der dritten Webseite, erklärte Geschäftsführer Kai Oestreicher. Einer Verankerung im klassischen Handel stehe aber nichts im Wege, dafür gäbe es Lösungen, wenn Interesse besteht. Henning Groß, Netz-Kombyse, zeigte ebenfalls ganz praktische Ideen wie der Handel das Internet und seine Möglichkeiten für sich mit wenig Aufwand nutzen kann. Welche neuen Möglichkeiten sich in der Zusammenarbeit von Handel und Industrie durch die Logistik auftun, erläuterte Romald Heuvelsmans, Mars Petcare, denn von der Bestellung bis zur Lieferung werden immer kürzere Zeitspannen gefordert: „Der Wettbewerb findet im Regal, nicht auf dem LKW statt.“ Auch die Bau- und Heimwerker-Märkte werden in den nächsten Jahren noch stärker in den Heimtierbereich eintauchen, prognostizierte Ralf Rahmende, Geschäftsführer des Herstellerverbandes Haus & Garten, denn wenn jemand von „Schockstarre“ reden dürfe, dann die Baumarktbranche. sg
Welche neuen Möglichkeiten sich in der Zusammenarbeit von Handel und Industrie durch die Logistik auftun, erläuterte Romald Heuvelsmans, Mars Petcare, denn von der Bestellung bis zur Lieferung werden immer kürzere Zeitspannengefordert:
„Der Wettbewerb findet im Regal, nicht auf dem LKW statt.“
Auch die Bau- und Heimwerker-Märkte werden in den nächsten Jahren noch stärker in den Heimtierbereich eintauchen, prognostizierte Ralf Rahmende, Geschäftsführer des Herstellerverbandes Haus & Garten, denn wenn jemand von „Schockstarre“ reden dürfe, dann die Baumarktbranche. sg