Gerade in schwierigen Zeiten können Heimtiere verbinden: Sie werden über alle Gesellschaftsgruppen hinweg gehalten. Deshalb sollte auch die Politik ein Interesse daran haben, diesen Bereich zu stärken und ihn nicht übermäßig zu regulieren. Diese Haltung legte der ZZF – Zentralverband der Heimtierbranche auf seinem Parlamentarischen Abend „Tierisch politisch“ im Haus der Bundespressekonferenz dar. Rund 95 Teilnehmer – darunter mehrere Bundestagsabgeordnete sowie Tierschutzbeauftragte und tierpolitische Akteure – kamen am 8. September nach Berlin.
Welchen Wert die Heimtierhaltung für unsere Gesellschaft hat, schilderte ZZF-Präsident Norbert Holthenrich in seiner Begrüßungsrede. Zahlreiche Studien belegten die positiven Auswirkungen der Tiere auf Gesundheit und Psyche ihrer Halter. Bei aller Nähe müssten Tierhalter jedoch die Eigenständigkeit ihrer Tiere im Blick behalten: „Tiere sind keine Dienstleister unseres Wohlbefindens. Sie sind eigenständige Lebewesen mit eigenen Bedürfnissen. Gerade deshalb ist Fürsorge für Tiere etwas Besonderes: Wir übernehmen Verantwortung, ohne eine Gegenleistung erwarten zu können. Was Tiere uns schenken, können wir nicht einfordern – wir können es nur dankbar annehmen.“
Aus dieser Verantwortung folgt für den ZZF-Präsidenten vor allem eines: Wer ein Tier hält, muss sachkundig sein. Darin sah er einen breiten Konsens im Saal. Genau deshalb aber warnte Holthenrich davor, Halter unter Generalverdacht zu stellen, schließlich kümmerten sich die allermeisten Menschen tagtäglich mit großem Engagement um ihre Tiere. „Ihnen nun per Gesetz zu unterstellen, sie müssten ihre Eignung erst nachweisen, ist das falsche Signal. Vertrauen schafft man nicht durch Misstrauen, sondern indem Tierfreunde informiert und in ihren Bemühungen unterstützt werden“, betonte er. Und nicht zuletzt wolle Deutschland Bürokratie abbauen, nicht aufbauen.
Tiere schaffen Nähe und Begegnung
Wie wichtig dieser Austausch zwischen Branche und Politik ist, machte auch das Grußwort deutlich: Silvia Breher, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, Tierschutzbeauftragte der Bundesregierung und Mitglied des Deutschen Bundestages, zeigte sich erfreut darüber, dass der Verband Heimtiere in einen gesellschaftlichen Kontext stellt. Denn Tiere schaffen Nähe und Begegnung und sind für viele Menschen aus ihrem Leben nicht mehr wegzudenken.
Breher dankte der Branche für ihr Engagement bei der Wissensvermittlung und für ihre Unterstützung verschiedener Tierschutzprojekte. „Ich bin froh, dass es Sie als Verband und Ihre Arbeit gibt“, sagte sie mit Blick auf die weitere Zusammenarbeit.
Wie viel Verantwortung aus dieser Rolle erwächst, lotete anschließend die Gesprächsrunde „Heimtiere stärken Gesundheit, Lebensqualität und gesellschaftlichen Zusammenhalt – welche Verantwortung folgt daraus?“ aus. Renommierte Vertreter und Experten in Sachen Tierwohl beleuchteten dabei die unterschiedlichen Facetten der Heimtierhaltung und immer wieder auch jenes Spannungsfeld, in dem sich Halter bewegen: Heimtiere sind Sozialpartner, und sie haben zugleich ein Recht darauf, gut zu leben.
Einen ausführlichen Beitrag über den Parlamentarischen Abend des ZZF lesen Sie in der Oktober-Ausgabe des zza.