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Stephanie Schwartzkopff eröffnet zwei neue Märkte : Doppelschlag in Thüringen

Stephanie Schwartzkopff hat im Juli ihr sechstes und siebtes Zoofachgeschäft in Thüringen eröffnet. In den Fressnapf XXL Märkten setzt die Unternehmerin auf den Einkauf als Erlebnis.

Am ersten Wochenende bleiben die Dackel der Chefin zu Hause, denn es gibt noch viel zu tun. Was vorher auf dem Plan stimmig wirkt, passt beim Aufbau nicht mehr. Also Ärmel hoch und kurzerhand Regale verschieben. Stephanie Schwartzkopff eröffnet ihr sechstes und siebtes Zoofachgeschäft in Thüringen − eine Doppeleröffnung von zwei Fressnapf XXL Märkten, die zeigt, wie sich stationärer Handel gegen Online-Konkurrenz behauptet.

Am 3. Juli 2025 öffnete im Eisenacher Forum ein neuer Fressnapf XXL. Am 31. Juli folgte ein weiterer Markt in Gotha. Nach mehreren Monaten Planung und intensiven Wochen mit langen Tagen für alle Mitarbeiter ging die große Glastür zum ersten Mal auf.

Anfassen statt klicken

„Der Kunde, der zu uns kommt, der will es anfassen, der will fühlen, der will sehen, wie es geht", sagt Schwartzkopff und markiert damit den Unterschied zum Online-Handel. Einkaufen als Erlebnis, das will sie auch in Zukunft als Motto leben.

Auch wenn es schwierig ist, passende Flächen für so große Zoofachgeschäfte zu finden, setzt Schwartzkopff bewusst auf das XXL-Format. Online bestellen geht zwar auch, aber Erlebnis plus sofort mitnehmen können, das ist ihr entscheidender Vorteil. Die Idee ist, einen Marktplatz mit Wohlfühlfaktor zu schaffen, wo Kunden unter Tierfreunden in Austausch kommen. Erlebnis, Service, Vollsortiment und sofortige Verfügbarkeit als Komplettpaket gegen die Online-Konkurrenz.

Der neue Markt in Eisenach befindet sich in guter Gesellschaft. Rewe, Aldi, DM, Action und Ernsting's Family bieten einen Branchenmix für den alltäglichen Bedarf mit viel Frequenz. Schon vom Parkplatz aus war erkennbar: hier ist was los!

Future-Store-Konzept

Der XXL-Markt folgt dem Fressnapf Future-Store-Konzept. Mittlerweile werden in ganz Europa Geschäfte in einer Mischung aus skandinavischem Design und Industrial-Look gestaltet. Die Orientierung fällt dabei leicht. Große Buchstaben weisen den Weg in die richtige Abteilung. Lange, geräumige Gänge bieten auf 1.300 Quadratmetern Platz für insgesamt rund 25.000 sorgfältig inszenierte Produkte für alle relevanten Heimtiere.

Ein kleines Holzhaus steht in der Mitte des Ladens. Fressnapf nennt es Service-Center und es soll dem persönlichen Kontakt zwischen Mitarbeitenden und Kunden einen zentralen Ort geben. Das Geschäft hat immer wieder solche Mikro-Orte, man kann am Teichbecken neben Goldfischen sitzen, loses Futter aussuchen, seinen Hund wiegen und die passende Transportbox gleich am eigenen Auto ausprobieren.

Am ersten Wochenende unterstützten Hersteller, Lieferanten und befreundete Geschäftspartner mit Aktionen rund um Hund, Katze und Kaninchen. Beim Live-Aquascaping konnte man sich Tipps von Volker Jochum (Dennerle) und Roland Numrich (Ruinemans) für das nächste Aquarium holen oder am Hugro-Glücksrad Gewinne für das liebste Kleintier abräumen. Mit einer Stelzenläuferin und der Hundefotografin wirkte es fast wie auf einem Jahrmarkt.

Kundenmagnet im hinteren Bereich

Einen weiteren Erlebnis-Ort haben die Thüringer im hinteren Bereich des Ladengeschäftes eingerichtet. Etwa 50 Becken mit insgesamt 15.000 Litern bieten viel Platz für Fische aus allen Kontinenten. Schwartzkopff plant ihre Aquaristik-Anlagen zusammen mit ihren Experten selbst. 40 Jahre Familienerfahrung im Zoofachhandel zahlen sich aus.

Aber nicht nur Fische, sondern auch Kleinsäuger und Vögel gehören für sie in jedes Zoofachgeschäft. Beim Blick in die mit frischen Lindenzweigen ausgestatteten Terrarien, Nagarien und Volieren erkennt man die Expertise. Schwartzkopff ist im Zoofachgeschäft ihres Vaters groß geworden. „Wenn man Kinder nach ihrem ersten Heimtier fragt, sagen die meisten weder Hund noch Katze, sondern Meerschweinchen, Nymphensittich oder Guppy", sagt sie. Deshalb investiert sie auch in moderne Gehege und eine große Aquarienanlage.

Lokal verwurzelt trotz globaler Marken

Auch wenn viele der angebotenen Arten ursprünglich aus aller Welt stammen, legt die Thüringerin großen Wert auf die Zusammenarbeit mit regionalen Züchtern. Schwartzkopff sieht den Zoofachhandel als Schnittstelle und ist gut mit Züchtern vernetzt.

Dazu gehören auch Kooperationen mit Hundeschulen und Tierärzten aus der Region. Schwartzkopff sichert die Qualität durch persönliche Kontakte und Besuche. Sie holt auch gerne mal Meerschweinchen beim Züchter ab, vermeidet so lange Transportwege und verschafft sich vor Ort einen Eindruck von den Zuchtbedingungen. Eigenverantwortung und Qualität im Tierbereich sind Schwartzkopff wichtig. „Dann diskutiere ich auch nicht mehr über den Preis, dann kostet ein gesunder Guppy eben fünf Euro."

Persönliche Note trotz System

Deshalb weiß Schwartzkopff auch das Franchise-Konzept zu schätzen. Sie profitiere von den Rahmenvorgaben, sagt sie. „Ob es das Corporate Design ist, ob es die Regale sind, die Werbung, die Monatsgondeln, die Eigenmarken – das erleichtert mir viel Arbeit."

Doch dort, wo ihre Expertise gefragt ist, hat sie Gestaltungsfreiheit. „Im Lebendtierbereich kann ich deutlich freier entscheiden, aber ich habe auch das Fachwissen dafür. Fressnapf sagt: Bei dir wissen wir, das klappt, das läuft, mach das."

Schwartzkopff beweist: Wer den stationären Handel richtig macht, kann auch 2025 noch erfolgreich expandieren und sich gegen die Online-Konkurrenz behaupten. Wenn er das bietet, was das Internet nicht kann, ein echtes Erlebnis, persönliche Beratung und die Möglichkeit zum Anfassen und Ausprobieren.