Während in der Heimtierbranche vielerorts eine abwartende Haltung herrscht, setzt die zur JPS Aquatic Group gehörende Firma Dennerle Plants ein Zeichen: In Vinningen baut das Unternehmen nach dem Abriss vier alter Gewächshäuser eine neue Produktions- und Logistikhalle mit angeschlossenem Bürogebäude. Die Investitionssumme beläuft sich auf 3,1 Millionen Euro.
„Diese Investition ist ein klares Zeichen für das Vertrauen in die weitere Entwicklung von Dennerle Plants und ein positives Zeichen für die Branche“, sagt Geschäftsführer Ingo Walther. Die konkrete Planung für den Neubau begann im Herbst 2024. Fertigstellung und Schlüsselübergabe ist für Mitte März 2026 terminiert. Die Bauarbeiten liefen bislang ohne nennenswerte Verzögerungen, wie Walther betont.
Marode Bausubstanz als Auslöser
Den Ausschlag für das Bauprojekt gab die alte Bausubstanz in den Gewächshäusern eins bis vier. „Hauptgrund waren die damit verbundenen hohen Instandhaltungskosten“, erklärt der Geschäftsführer. Die Gebäude wurden bereits abgerissen und werden nun durch einen modernen Neubau ersetzt. Die nutzbare Fläche beträgt 2.300 Quadratmeter und gliedert sich in Bereiche für Lager und Logistik, Produktion sowie Verwaltung.
Beim Neubau standen drei Aspekte im Vordergrund: bessere Arbeitsbedingungen, ein optimierter Work-, Material- und Orderflow sowie der Einsatz erneuerbarer Energien und effizienter Heiztechnik.
Pflanze bleibt im Fokus
An der strategischen Ausrichtung ändert sich nichts. „Kernkompetenz und damit Fokus bleibt die Pflanze und damit verbunden die stete Optimierung aller damit verbundener Arbeitsprozesse", betont Walther. Handarbeit bleibe beim Gärtnern zentral, doch gebe es auch hier für einige Prozesse Automatisierungsmöglichkeiten. Wertige Pflegeprodukte rund um die Pflanzen blieben Teil des eigenen Sortiments.
Die verbesserte Infrastruktur soll sich direkt auf die Lieferfähigkeit auswirken. Mit einer Quote von über 96 Prozent bei Livestock und über 92 Prozent bei Plantcare im laufenden Geschäftsjahr bewegt sich das Unternehmen bereits auf hohem Niveau. „Doch durch die neue Lagerfläche bietet sich noch weitere Luft nach oben“, sagt Walther. „Unser Werteversprechen ‚supplying happiness‘ können wir nur mit bestmöglicher Lieferfähigkeit eines attraktiven Sortiments erfüllen.“
Vertrauensbeweis der Eigner
Auf die Frage, ob die neue Halle auch als Investition in den Standort Deutschland zu verstehen sei, antwortet Walther differenziert: „Die Investition in unseren Standort sehen wir vielmehr als Anerkennung guter Leistung und klaren Vertrauensbeweis unserer Eigentümer in unsere Mitarbeiter statt als eine Investition in ein Land. Der Mensch macht den Unterschied, nicht der Standort.“
Die Arbeitsbedingungen für alle Mitarbeiter würden sich erheblich verbessern, ist sich der Geschäftsführer sicher. Die neue Attraktivität des Arbeitsplatzes soll auch neue Mitarbeiter anlocken und die Arbeit dadurch „einfach noch mehr Spaß“ machen.
Dass das Unternehmen gerade jetzt investiert, während die Stimmung in der Heimtierbranche eher verhalten ist, begründet Walther mit Offenheit für Veränderung: „Wenn man sich der momentanen Marktentwicklung nicht verschließt, sondern aufmerksam bleibt und auf sich ändernde Bedürfnisse reagieren kann, bleibt Zuversicht. Der modernisierte Standort bietet uns diese Möglichkeiten der Anpassung.“
Ausgelegt auf Wachstum
Die neue Produktionshalle ist auf weiteres Wachstum ausgelegt, sowohl national als auch international. Mehr Details dazu will Walther spätestens auf der Interzoo 2026 bekanntgeben. Zudem unterstreicht der Geschäftsführer die Bedeutung der Kommunikation rund um Pflanzenproduktion: „Die Kommunikation zum Thema Pflanzenproduktion ist immens wichtig, ganz gleich ob mit dem Handel oder mit den Endverbrauchern kommuniziert wird. Hier können und müssen wir als Hersteller von Livestock mehr tun, denn Pflanzen machen ein Aquarium mit seinen Bewohnern erst attraktiv.“
Sabine Gierok