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"Mein Hund ist ein Leinen-Rüpel" — Tipps vom Profi!

Hund an der Leine auf einer grünen Wiese.
Benimmt sich ein Hund rüpelhaft an der Leine, ist das ein Zeichen dafür, dass er Ihnen nicht vertraut. Mit ein paar Tipps lässt sich das ändern.

Rüpelhaftes Benehmen an der Leine ist immer ein Zeichen dafür, dass Ihr Hund Ihnen nicht vertraut und meint, "etwas für Sie erledigen zu müssen". Er traut Ihnen seinen Schutz nicht zu, wie das in einer Hierarchie sein sollte. Dann gilt es das Vertraunsverhältnis zu verbessern. Wie das geht, verrät der Profi.

von Inge Büttner-Vogt

Wenn sich unser Hund nicht von uns beschützt fühlt und uns nicht für stark genug hält, das kleine Rudel zu führen, zeigt er das den ankommenden Hunden: "Macht Euch fort, Ihr stört!". Seine Körperhaltung ist angespannt, die Ohren nach vorne gerichtet, Sie können ihn kaum halten, weil er vor Ihren Körper zieht.

Was ist zu tun? Eine Sofortmaßnahme ist, das Vertrauensverhältnis zu verbessern. Wahrscheinlich führen Sie Ihren Hund immer an der Leine, weil sie ihm nicht vertrauen. Wahrscheinlich darf er weit vor Ihren Füßen gehen, damit er "Auslauf" hat. Wenn er vor Ihren Füßen kreuzt, wechseln Sie "brav" die Leine. Wenn ein Hund kommt, werden Sie die Leine vermutlich fester nehmen oder gar um die Hand wickeln und zu dem anderen Hund starren. Ihr Hund quittiert Ihr Verhalten mit Gebell bis der andere Hund weg ist.

Hier ein paar Tipps, zur Verbesserung, die Sie versuchen sollten:

1. Üben Sie es in entspannter Umgebung: Ihr Hund sitzt, Sie sind mit Ihren Füßen vor seinen Pfoten. Atmen Sie aus! Gehen Sie ohne etwas zu sagen mit dem linken Fuß los.

2. Immer, wenn ein anderer Hund kommt, halten Sie Ihren Hund deutlich hinter Ihren Füßen, d.h. seine Pfoten sollten hinter Ihren Schuhen sein. Sie brauchen keinen Leinenruck und der Hund hat am wenigsten Körpergewicht. Dann nehmen Sie ihn unbedingt an Ihre andere Körperseite. Ihr Körper muss immer und ohne Ausnahme zwischen dem Hund und dem Ereignis sein. Die Distanz Ihrer Reaktion sollte möglichst 20 m sein.

3. Üben Sie es, sonst haben Sie keine Chance, weil Ihr Hund sich vor Ihren Füßen aufbaut, kreuzt, zu dem anderen Hund hinzieht oder schlimmer: springt, dann liegen Sie irgendwann auf der Nase.

4. Sie sehen einen Leinenhund, schauen nicht weiter hin, sind ganz bei Ihrem Hund, nehmen ihn hinter ihre Füße (wichtig!). Wechseln Sie in der ersten Zeit ruhig die Straßenseite - Sie führen, egal wie!

5. Das heißt: Sie üben bei Joggern, Reitern, Kinderwagen, was auch immer, den Handwechsel auf Ihre andere Seite. Es wirkt Wunder und geht auch sehr schnell. Wenn Sie es vergessen, pampt Ihr Hund sofort wieder und zerrt.

6. Wechseln Sie bitte immer hinter Ihrem Körper, sonst fallen Sie über Ihren Hund!

7. Beobachten Sie immer wieder Ihre Körpersprache und machen Sie bitte nicht diese Fehler:
- Ich habe zum Ereignis geschaut,
- Mein Hund ist vor meinen Füßen,
- Ich habe die Leine wieder angespannt,
- Ich habe nicht agiert, sondern reagiert, weil ich zu langsam war,
- Ich habe nicht rechtzeitig die Körperseite gewechselt, um seine Aggression zu unterbrechen.

Bitte "keksen" Sie Ihren Hund auf keinen Fall an einem Hund vorbei, dabei lernt er nicht, Ihnen zu vertrauen. Damit manipulieren sie ihn, aber Sie bauen kein Vertrauen auf. Sollte Ihnen das Leckerli aus der Hand fallen und der andere Hund kommt, haben Sie vor Ihren Füßen eine Beißerei. Gewinnen Sie durch ihr Verhalten das Vertrauen Ihres Hundes. Auch wenn Ihr Chef pausenlos Ihr Gehalt erhöht, kann er damit nicht Ihr Vertrauen gewinnen. Aber wenn er sie fördert und versteht, fühlen Sie sich wohl und geborgen.

Geduld haben

Wenn möglich, lassen Sie eine Person auf Ihre Körpersprache schauen, das hilft ungemein. Sie haben einen großen Erfolg erzielt, wenn Ihr Hund entspannt etwas hinter Ihnen geht. Die Ohren sind bei Ihnen, also angelegt. Richtet er sie nach vorne, können Sie sofort wieder die Führung übernehmen. Es ist sehr schwierig, dieses Miteinander von Körpersprache, Reaktion, Wissen und Verstehen in Worte zu kleiden, aber es funktioniert immer und schnell. Haben Sie Geduld mit sich selber!

Wissen Sie, wo Sie zu diesem Thema perfekte Bilder sehen können? Wenn Frau Merkel mit ihrem Parlament geht: Sie ist vorne, alle folgen, aber keiner würde wagen, sie zu überholen - die Ohren sind sowieso angelegt.