„Katzen bevorzugen Sand für ihre Toilette“, weiß Helmut Meyer, Vertriebs- leiter bei Naturhof Schröder, Petershagen und bei Naturafix zuständig für den Vertrieb der Katzenstreu, „jeder Sandkastenbesitzer kann dies bestätigen. Daneben haben uns das aber auch umfassende Tests bewiesen.“ Ein Jahr Entwicklung hat es gebraucht bis Schröders Idee einer mineralischen Sand-Klumpstreu zur Marktreife gelangte. Auf der Zooevent erstmals vorgestellt, wird sie nun auf der Interzoo im Mittelpunkt der Unternehmenspräsentation stehen. Genau wie eine Bentonit-Streu ist diese Einstreu hervorra- gend klumpend, extrem saugfähig, bindet Gerüche und ruft nur geringe Staubentwicklung hervor. Basiseigenschaften, auf die heute kein Katzenhalter mehr verzichten möchte. Außerdem löst sie sich im Wasser auf. Damit verstopft die Katzenstreu keine Abwasserrohre, sollte sie – was manche Halter tun – über die Toilette entsorgt werden. „Und die Akzeptanz bei Katzen ist wirklich enorm“, betont Firmenchef Christoph Schröder.
Naturprodukt aus Deutschland
Produziert wird die Katzenstreu bei der Firma Naturafix im schwäbischen Gschwend. Naturafix ist ein Spezialist für unterschiedlichste Sandarten – überwiegend Nischenprodukte, die weltweit vertrieben werden. Das Fami- lienunternehmen mit dem Schröder hier kooperiert, verfügt über einen ei- genen Sandbruch und jahrzehntelanges Knowhow in der Sandverarbeitung. Im Gegensatz zu Bentonit kommt der Rohstoff der neuen Schröder-Katzenstreu nämlich aus Deutschland und darauf zielt auch das Marketing ab – Qualität „made in Germany“. Bentonit stammt überwiegend aus Asien oder Amerika. Das bedeutet lange Transportwege und entsprechende Kosten. „Viele Verbraucher sind heute sensibilisiert, was Nachhaltigkeit angeht und achten beim Einkauf vermehrt auf solche Dinge“, erklärt Meyer. Schröder’s Katzenstreu wird vom Abbau bis zur Auslieferung komplett in Kartonkiste statt Sack – auch die Verpackung sieht ganz anders aus. Deutschland produziert. Die Einstreu besteht aus reinem veredelten Sand, der durch die Aufbereitung seine typi- schen Eigenschaften erhält. Ein ganz kleiner Teil Soda wird dabei zugesetzt. Dass ein solch innovatives Produkt einen schnellen Marktzugang gefunden hat, liegt auch an den beiden Unternehmen: Ebenso wie Naturhof Schröder besitzt auch Naturafix flache Hierarchien. Kurze Entscheidungswege sorgen somit für die rasche Umsetzung von Ideen.
Seit einem guten halben Jahr ist die Katzenstreu nun auf dem Markt und – nach eigenen Angaben – recht erfolg- reich. Nicht nur vom Inhaltsstoff unter- scheidet sich das Produkt gegenüber Wettbewerbern, auch bei der Verpa- ckung geht man andere Wege. Ein weißer, kantiger Karton mit blauer Aufschrift und einer Katzengraphik ist gut stapelbar und fällt gegenüber den bekannten Säcken optisch auf. Diese 10kg-Trommel kostet 9,99 Euro, was einem mittleren Preis für eine Premiumstreu entspricht. „Wir sind inzwischen bei einigen großen Handelsketten wie Kölle-Zoo und Dehner gelistet. Auch bei Onlinehändlern wie Petobel, Otto-Group, hagebau.de findet man unser Produkt“, führt Helmut Meyer aus. Über Internetforen und Social Media-Portale konnte die Katzenstreu schnell bekannt werden. Mit der Interzoo soll die europaweite Vermarktung natürlich weiter angekurbelt werden. „Anfangs wurden wir mit unserer Idee wohl eher belächelt“, vermutet Schröder, „doch inzwischen veredeln wir 30.000t und wollen die Produktion bis auf 60.000 t pro Jahr erhöhen. Damit werden wir zu einem ernsthaften Wettbewerber.“
Erfolgreiche Spur
Erst vor drei Jahren ist Naturhof Schröder mit Wiesenheu in die Heim- tierbranche eingestiegen. Inzwischen beschäftigt das Unternehmen 18 Mitar- beiter in der Produktion, drei in der Verwaltung. Christoph Schröder sowie Vater Friedrich-Wilhelm Schröder bilden die Geschäftsleitung. Neben dem Weser-Wiesenheu hat Naturhof Schröder zusätzlich eine Bio-Snacklinie für Kleinsäuger aufgebaut: Eine abwechslungsreiche Ergänzung für eine gesunde artgerechte Ernährung von Kaninchen, Meerschweinchen, Degus, Chinchillas sowie Ratten, Mäusen, Hamstern und Rennmäusen. Die Serie mit dem Namen „Grüne Linie“ ist nun komplett und wird ebenfalls auf der Interzoo gezeigt. Die gesunden Snackartikel mit einem UVP von 3,99 besitzen, wie Schröder betont, ebenfalls eine gute Marge. Außerdem werden in Nürnberg die neuen Strohpellets erst- mals vorgestellt. Die positive Produktentwicklung spiegelt sich auch im Unternehmenswachstum wider. Gerade ist man 4 km weiter ins Gewerbegebiet Samt/Gemeinde Uchte umgezogen, wo der Firma ca. 56.000 qm Gewerbefläche zur Verfügung stehen. Der alte Standort bleibt aber als Rohwarenlager er- halten. „Schließlich stehen wir erst am Anfang“, meint Christoph Schröder. Auf weitere Innovationen kann die Branche also gespannt sein.