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Zu Wasser und zu Land
Über 600 Aquaristikfans waren mit dem JBL-Team auf bisher 20 Expeditionen unterwegs.
Unter der Leitung des Biologen Heiko Blessin haben sie eine spannende Zeit in Dschungeln,
Trockenwäldern, Wüsten, Gewässern, Sümpfen und Korallenriffen verbracht.
Die erste JBL-Expedition fand 2001 auf
der indonesischen Insel Manado statt.
Die dortige Meeresfauna, speziell in
der Lembeh-Straße, gehört zu den
interessantesten Lebensräumen aller
Weltmeere. Besonders die 1,5 Zentime-
ter kleinen Pygmäen-Seepferdchen
hatten es den Meerwasserverkäufern
angetan. In den folgenden Jahren
ging es nach Sri Lanka, Französisch
Guyana, an das Rote Meer, nach
Südafrika und zum Malawisee. In den
30 Meter tief liegenden Riffen Protea
Banks vor der Ostküste bei Durban hat
das Reiseteam erstmalig nachgewie-
sen, dass Korallenriffe nicht 20 Grad
Celsius, sondern nur 17 Grad Celsius
als niedrigste Wassertemperatur
benötigen.
Auf den Philippinen wurde die
erstaunliche Beobachtung gemacht,
dass die sonst schattenliebenden
Tubastrea-Korallen auch im prallen
Sonnenlicht des Flachwassers wuch-
sen. In Brasilien wurden dunkle
Rochen und Welse auf weißem Sand
dokumentiert – Tarnung geht anders
und lässt das Thema Bodengründe in
Aquarien in einem anderen Licht
erscheinen. Auf Sri Lanka 2010 kam es
zur vielleicht lebensbedrohlichsten
Situation, als eine Teilnehmerin in nur
einem Meter Tiefe in einem verloren
gegangenen Fischernetz hängenblieb.
Mit vereinten Kräften hoben die
anderen Teilnehmer das Netz mit der
Schnorchlerin in letzter Sekunde an
die Wasseroberfläche.
In Tansania ging es nach terraris -
tischer Forschung in der Steppe zum
Tanganjikasee. Alle, die Tanganjika-
Seeaquarien im Geschäft hatten,
haben die Aquarien hinterher umge-
staltet und Malawiseefische von
Tanganjika-Seebewohnern getrennt
gepflegt – nicht nur wegen der sehr
unterschiedlichen Wasserwerte.
Manchmal wurde die lange Anreise
genutzt, um weitere Ziele zu besu-
chen. So standen auch die endemi-
schen Catalina-Grundeln bei der Insel
Catalina/Kalifornien und die Riffe bei
Moorea in der Südsee nebenbei auf
dem Programm. 2016 ging es zum
Orinoco Delta und den Tafelbergen
Venezuelas.
Die Expedition 2018 führte in den
Indischen Ozean mit Madagaskar,
Seychellen und Mauritius. Ein Hai-
Workshop bei den Bahamas dürfte
wohl eine der lehrreichsten Erfah -
rungen gebildet haben. Haiforscher
Dr. Erich Ritter erläuterte den Teil -
nehmenden zwischen über 20 Kari -
bischen Riffhaien, wie die Tiere kom-
munizieren, wie ihre Körpersprache zu
lesen ist und wie man sich richtig
verhält.
Die Japan-Expedition 2019 war
besonders vielfältig: Zuerst ging es zu
den berühmten Koizüchtern im Norden
Japans. Dann ging es weiter auf die
kaum bekannten japanischen Inseln
Iriomote und Ishigaki, 2000 Kilometer
weiter südlich. Dort konnten erstmalig
Strömungsmessungen durchgeführt
werden, die später im Aquarium mit
Pumpen gegengemessen wurden. Seit-
dem werden Strömungspumpen auch
für Süßwasseraquarien gut verkauft.
Durch Corona musste die Kolum-
bien-Expedition verschoben werden.
Dafür wurde sie anschließend zweimal
durchgeführt: Einmal in der Trocken-
zza. 4/2026

