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Das Futterhaus : „Wir erwarten faire Rahmenbedingungen“

Der Markt für Heimtierbedarf ist in Bewegung, der Fachhandel bewegt sich mit. Das Futterhaus-Geschäftsführer Andreas Schulz spricht im zza-Interview über Entwicklungen, Strategie und Expansion.

zza: Das Marktumfeld bleibt von Konsumzurückhaltung, Kostendruck und intensivem Wettbewerb geprägt. Welche strategischen Prioritäten setzen Sie, um Das Futterhaus in diesem Umfeld weiterzuentwickeln?

Andreas Schulz: Unsere Strategie ist klar auf die Weiterentwicklung zum Omnichannel-Händler ausgerichtet. Dabei bauen wir auf die Stärke unserer stationären Märkte. Wir verstärken die Vorteile unserer stationären Märkte mit digitalen Angeboten, um ein nahtloses Einkaufserlebnis über alle Kanäle hinweg zu schaffen.

Wer ein Haustier hat, sucht Orientierung, Vertrauen und individuelle Beratung in Kombination mit einem starken Sortiment, relevanten Angeboten und Services. Genau hier bauen wir unsere Stärken aus – durch die Weiterentwicklung unserer Märkte, Sortimente und unserer digitalen Services, der Intensivierung unserer Kundenansprache und einer attraktiven Preisgestaltung.

zza: Der Heimtiermarkt gilt als relativ krisenresistent. Beobachten Sie inzwischen ein verändertes Nachfrageverhalten – etwa mehr Preisbewusstsein, kleinere Warenkörbe oder Verschiebungen zwischen Premium-, Mittelpreis- und Einstiegssortimenten?

Schulz: Wir sehen ein höheres Preisbewusstsein über alle Branchen. Verbraucher vergleichen stärker und kaufen deutlich angebotsgetriebener. Im Zubehörbereich beobachten wir, dass Anschaffungen stärker abgewogen werden. Im Premiumbereich gibt es Verschiebungen hin zu Alternativen im Mittelpreissegment. Grundsätzlich bleibt die Bereitschaft aber hoch, für die Gesundheit und das Wohlbefinden des Tieres in Qualität zu investieren.

Tiergesundheit als Wachstumsthema

zza: Welche Warengruppen entwickeln sich aktuell besonders dynamisch und wo sehen Sie strukturelle Herausforderungen, etwa bei Zubehör, Tiernahrung, Aquaristik, Terraristik oder Kleintierbedarf?

Schulz: Tiergesundheit zählt zu einem der wichtigsten Wachstumsthemen im Heimtiermarkt. Die Nachfrage nach hochwertigen Gesundheitsprodukten und individueller Beratung wächst kontinuierlich. Für Das Futterhaus ist dieser Bereich ein zentrales Kompetenzfeld und ein klares Differenzierungsmerkmal. Wir setzen gezielt Konzepte um, die unsere Beratungsstärke und Expertise rund um die Tiergesundheit noch stärker in den Fokus unserer Kundinnen und Kunden rücken. Ebenfalls sehr dynamisch entwickelt sich der Bereich Katzennassfutter.

zza: Das Futterhaus investiert in Digitalisierung und Omnichannel-Strukturen. Welche Rolle sollen App, Website, Kundenkarte und stationärer Markt künftig im Zusammenspiel übernehmen?

Schulz: Ziel ist, die Stärke unserer stationären Märkte mit den Vorteilen des digitalen Handels zu verbinden. Tierhalter sollen mit unserer Marke einen Service und ein Einkaufserlebnis erleben – unabhängig davon, wann, wo und über welchen Kanal sie mit uns in Kontakt treten. Unsere App mit unserem digitalen Loyalitätsprogramm ist schon heute eines der wichtigsten Kommunikationsmittel, um Kunden gezielt und bedürfnisorientiert anzusprechen. Künftige Services wie Click & Reserve oder Click & Collect werden online und stationär noch stärker miteinander verbinden.

„Vertrauen entsteht im persönlichen Austausch“

zza: Viele Kunden informieren sich online, kaufen aber weiterhin im Fachhandel. Wo liegt aus Ihrer Sicht künftig der konkrete Mehrwert des stationären Zoofachmarkts?

Schulz: Viele Tierhalterinnen und Tierhalter schätzen die persönliche Beratung und die Produkterfahrung vor Ort. Die digitale Recherche gibt einen Überblick, ersetzt aber vielfach nicht die produktbezogene Empfehlung. Vertrauen entsteht am besten im persönlichen Austausch. Die hohe Beratungskompetenz, die persönliche Kundenansprache und die unmittelbare Verfügbarkeit sind klare Stärken des stationären Fachhandels. Unsere Märkte sind und bleiben auch in Zukunft der Kern von Das Futterhaus.

zza: Mit Eigenmarken wie „Landeva“ stärkt Das Futterhaus die eigene Position gegenüber Industriemarken, Direktvertrieb und Lebensmitteleinzelhandel. Welche strategische Funktion haben Eigenmarken in den kommenden Jahren?

Schulz: Eigenmarken gewinnen für Das Futterhaus weiter an Bedeutung. In den kommenden Jahren werden wir den Eigenmarkenanteil über alle Warengruppen gezielt ausbauen. Unser Portfolio umfasst elf erfolgreiche Eigenmarken, die vor allem im Food-Bereich etabliert sind. Insbesondere im Nonfood-Segment sehen wir noch erhebliches Potenzial. Wir setzen bewusst auf ein ausgewogenes Zusammenspiel von Industrie- und Eigenmarken. Unser Ziel ist ein kuratiertes Sortiment, das Qualität, Auswahl und Wirtschaftlichkeit optimal miteinander verbindet.

Beratung und Kundennähe

zza: Wie verändert sich die Zusammenarbeit mit Lieferanten, wenn Markenhersteller stärker direkt an Endkunden verkaufen und zugleich der Wettbewerb über den Lebensmittelhandel zunimmt?

Schulz: Entscheidend ist, dass Lieferanten den Fachhandel als wichtigen Vertriebskanal sehen und verstehen. Unser Invest in Beratung, Sortiment, Warenpräsentation und Kundennähe schafft Reichweite und Markenpräsenz, die Hersteller allein nur schwer erreichen können. Entsprechend erwarten wir faire und partnerschaftliche Rahmenbedingungen.

zza: Das Futterhaus ist stark franchisegeprägt. Welche Anforderungen stellen Expansion, Standortwahl und Partnergewinnung heute? Welche Standorte funktionieren künftig noch?

Schulz: Nicht die Geschwindigkeit der Expansion steht im Vordergrund, sondern die langfristige Wirtschaftlichkeit jedes einzelnen Standorts. Hinter jedem Markt stehen Unternehmerfamilien, deren wirtschaftlicher Erfolg für uns oberste Priorität hat. Umsatzpotenzial, Kostenstrukturen und Wettbewerbsumfeld sind die entscheidenden Standortfaktoren.

zza: Ein Blick in Ihre Glaskugel: Wo soll Das Futterhaus in fünf Jahren stehen, gemessen an Marktposition, Filialnetz, digitalen Angeboten, Eigenmarkenanteil und Wahrnehmung beim Endkunden?

Schulz: Wer ein Haustier hält, wünscht sich kompetente Unterstützung, passende Angebote und ein Einkaufserlebnis, das online und offline überzeugt. Genau darauf richten wir unsere Weiterentwicklung aus – mit modernen Märkten, relevanten Sortimenten und digitalen Services, die echten Mehrwert schaffen. So stärken wir unsere Position als verlässlicher Partner für Menschen, die Tiere lieben – heute und in Zukunft: