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Neubau in Dülmen : Das Aqua-Haus wächst

Bald wird gebaggert: Familie Schneider auf dem Grundstück für die neue Betriebsstätte. Fotos: Aqua-Haus

Mehr Arten, mehr Becken, mehr Fläche: Das Aqua-Haus in Dülmen baut eine neue Betriebsstätte. Um die eigenen Kapazitäten zu erweitern, investiert das Unternehmen rund drei Millionen Euro.

Seit 1997 handelt Mike Schneider mit Zierfischen, zunächst als Einzelhändler, später dann als Großhändler und Züchter. Heute liefert er täglich aus seinem westfälischen Unternehmen an Händler in ganz Deutschland. „Wir transportieren alle Tiere selbst zum Kunden“, sagt Schneider. Das Aqua- Haus hat in jeder Woche 400 bis 450 Arten auf der Bestandliste, etwa auch aus der eigenen Skalar-Zucht.

In drei Jahrzehnten hat Schneider gemeinsam mit seiner Frau und drei Kindern das Unternehmen zu einem festen Bestandteil der Aquaristik-Branche geformt. „Wir sind ein echter Familienbetrieb“, sagt der Firmenchef und macht keinen Hehl daraus, dass er sich darüber freut, dass auch die mittlerweile erwachsenen Kinder im Unternehmen mitarbeiten.

Zwei Standorte

Auch die Tiere dürften sich über die Aquaristik-Leidenschaft der Schneiders und ihrer Mitarbeiter freuen. „Wir betüddeln die Tiere täglich von morgens bis abends“, sagt der Unternehmer. In Dülmen arbeitet die Familie mit weiteren zehn Angestellten an zwei Standorten. Schneider nennt sie Aqua-Haus 1 und 2. Zusammen bieten die Gebäude rund 600 Quadratmeter Fläche.

Die neue Betriebsstätte wird mit 1.375 Quadratmetern deutlich größer und soll so den Platz bieten, damit Schneiders Familienunternehmen wachsen kann. „Wir sehen Möglichkeiten am Markt“, sagt der Firmengründer. In der jüngeren Vergangenheit kam das Aqua-Haus immer wieder an seine Kapazitätsgrenzen. Weil die Schneiders ihren langjährigen Kunden ein verlässlicher Partner bleiben wollten, mussten sie hier und da etwas tun, was kein Unternehmer gerne macht: Sie mussten neue Anfragen ablehnen.

Damit das in Zukunft nicht mehr passiert, nimmt das Unternehmen jetzt viel Geld in die Hand. Gegenüber vom Aqua-Haus 2 haben die Schneiders ein rund 4.700 Quadratmeter großes Grundstück erworben. Das ist mittlerweile voll erschlossen, Bagger stehen dort und warten auf den Baubeginn. Der hängt nur noch von der Baugenehmigung ab, die Mike Schneider in Kürze erwartet.

Mit Raumklimakonzept und Fußbodenheizung

Bis zum Jahresende soll dann die neue Halle entstehen, 1.375 Quadratmeter groß und nach bestmöglichen energetischen Standards errichtet. Eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach soll die benötigte Energie bereitstellen, ein Raumklimakonzept die Feuchtigkeit regulieren und eine Fußbodenheizung für die passenden Temperatur in allen Räumen sorgen.

„Wir machen dort alles neu, nehmen nicht mal einen Schreibtisch mit rüber“, so Schneider. Das bedeutet auch, dass sich Aquarien-Bauer auf einen Großauftrag freuen dürfen. Rund 2.200 größere Aquarien sollen in dem Neubau aufgestellt werden. Bislang verfügte das Aqua-Haus über rund 1.400 Becken, davon auch viele kleinere. Mike Schneider hat nachgerechnet: Eine etwa 2,3 Kilometer lange Glasfront wird dafür verbaut werden. Für die Regale, in denen die Aquarien stehen sollen, werden rund elf Kilometer Aluminium-Vierkantrohre benötigt.

Zucht-Fläche wird vervierfacht

Mitte 2027 soll dann der Betrieb im neuen Gebäude aufgenommen werden. Die Zucht wird weiterhin im alten Aqua-Haus 1 bleiben, der Großhandel und alles andere rund um das Unternehmen zieht in den Neubau. Dort richten die Schneiders beispielsweise einen Vortragsraum mit 50 Plätzen ein. Das Aqua-Haus 2 wird als Betriebsstätte stillgelegt. Durch diese Änderungen werde sich die Fläche für die Zucht vervierfachen, die für den Großhandel verdoppeln, sagt Mike Schneider.

Um dieses Mehr an Möglichkeiten mit Leben zu füllen, planen die Schneiders eine erhebliche Sortimentserweiterung, wollen auch Raritäten und größere Fische wie bestimmte Welse und Buntbarsche anbieten. 600 bis 650 Arten sollen dann in jeder Woche im Angebot auftauchen. Nach und nach soll dann auch die Belegschaft erweitert werden, fünf bis sechs Neueinstellungen sind angedacht.

Jetzt müssen erstmal die Bagger ihre Arbeit aufnehmen. Im Sommer des kommenden Jahres wird es aller Voraussicht nach viel zu feiern geben: Der Neubau wird bezogen, passend zum 30. Geburtstag des Unternehmens.