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Interzoo Groomers’ Day : „Wir sind hier, weil wir Hunde lieben“

Der erste Interzoo Groomers’ Day brachte 180 Teilnehmer zusammen. Fotos: WZF/Geiger

„Wir müssen etwas für die Hundefriseure tun, sie brauchen einen zentralen Treffpunkt auf der Interzoo“, sagte Kitty Dekeersgieter vor zwei Jahren zur Eröffnung der Interzoo 2024.

Aus der Idee entwickelte sich ein Event, das nun eine großartige Premiere auf der Interzoo 2026 feierte: Der erste Interzoo Groomers’ Day widmete sich einen ganzen Tag lang der professionellen Fellpflege. Die mit 180 Teilnehmern ausverkaufte Veranstaltung bot der internationalen Community der Hundefriseure ein exklusives Forum. Dekeersgieter, Gründerin der „Groomania“ und Vorstandsmitglied der European Grooming Association, begleitete den Groomers’ Day. „Wir sind hier, weil wir Hunde lieben”, sagte sie.

Durch das Programm führten die Moderatorinnen des ZZF – Zentralverband der Heimtierbranche, Sophie Ciciliani (Referentin für Aus- und Weiterbildung) und Jennifer Welzel (stellvertretende Vorsitzende der Fachgruppe Heimtierpflege).

Wo steht die Branche?

Wie hat sich die Heimtierpflege verändert und wo steht die Branche heute? Im Interview machte Dekeersgieter deutlich: „Heute sind wir Fachleute, die eine professionelle Arbeit verrichten; wir sind Geschäftsleute.“ Für die Zukunft sei das Ziel, dass der Beruf des Heimtierpflegers stärker anerkannt werde. Den Anfängern gab Dekeersgieter mit auf den Weg: „Du liebst Hunde – lass dir das niemals von jemandem nehmen. Bilde dich international weiter, das ist eine Investition in dich selbst.“

Für die Live Demos konnte das Event mit Roberto García Maroto und Sandra Mularska sehr erfahrene und bekannte Persönlichkeiten aus der internationalen Groomerszene gewinnen. Der aus Spanien stammende Roberto García Maroto wurde bereits mit wechselnden Rassen und in allen weltweit relevanten Kategorien zum Champion gekürt.

Auf dem Groomers’ Day widmete sich Maroto dem Hand-Stripping beim Jack Russell-Terrier. Die kleine Rasse stellt bei der Fellpflege besondere Ansprüche an Timing und Technik. Im Seminar zeigte Maroto, wie das Trimmen mit klaren Konturen und ausgewogenen Proportionen gelingt.

Asian-Style ist beliebter Trend

Ein runder Kopf, plüschige Beine in Pilzform und eine kurze Schur am Körper: Der Asian-Style ist der wohl beliebteste Trend in Hundesalons weltweit. Der Schnitt erfordert allerdings sehr präzises Arbeiten mit der Schere. Sandra Mularska ist Expertin für diesen bauschigen „Teddy-Look“: Sie ist die erste polnische Groomerin, die an der Yin Lin Academy von Mavis Hao in China studiert und das Diplom im Master Asian Style erworben hat.

In ihrer Session „Die Kunst perfekter Fellpflege“ erläuterte Mularska die Grundregeln des Asian-Styles und spezielle Formen wie zum Beispiel die „Brokkoli-Frisur“ oder den „Pop-Ears-Kopf“.

Pflege von Katzen

Katzenpflege ist nicht das gleiche wie die Pflege von kleinen Hunden, machte Anneleen Bru gleich zu Beginn ihres Vortrags klar. Die belgische Verhaltensforscherin und - beraterin für Katzen zeigte in ihrem Vortrag auf, warum die Pflege von Katzen eine völlig andere Arbeitsweise erfordert, ein anderes Mindset, eine andere Umgebung sowie spezifisches Wissen und Fertigkeiten.

In der Mittagspause wurde die Groomers’ Lounge zum Treffpunkt für den Austausch – begleitet von Impulsvorträgen in entspannter Atmosphäre. Die Mikrobiologin Anke Nagler hat innovative Snacks mit natürlichen antibakteriellen Wirkstoffen für Hunde, Katzen und Pferde entwickelt, die Plaquebakterien im Maul reduzieren.

Für die Gründerin von Qchefs liegt in der Mundpflege ein Potenzial für Hundesalons: Wer das Sortiment um Produkte erweitert, kann die Kundenbindung stärken und ohne zusätzliche Investition und Zeitaufwand mehr Umsatz generieren.

Strategische Partnerschaften

Das 2025 gegründete Unternehmen Buddies ist auf Dienstleistungen rund um Hunde spezialisiert. Die Geschäftsführer Martin Zinn und Felix Siegmund beleuchteten administrative Vorteile einer strategischen Partnerschaft für Besitzer von Hundesalons.

Im Impulsvortrag „Warum Ihr Preis darüber entscheidet, ob Sie weitermachen – oder aufgeben“ regte Kitty Dekeersgieter mit dem „Frequenz-Aha-Effekt“ einen Wechsel der Perspektive an: Entscheidend ist nicht der einzelne Preis pro Termin, sondern die Häufigkeit der Salonbesuche.

Wenn Kunden alle vier Wochen zur Fellpflege kommen statt viermal im Jahr, rechnete Dekeersgieter anhand konkreter Zahlen vor, sind die wirtschaftlichen Auswirkungen beträchtlich. Was erwarten Kunden von morgen, was macht in Zukunft den Erfolg eines Salons aus? Diese Fragen standen im Fokus des Podiumgesprächs „Grooming 2030“ zum Abschluss.