Genau hier setzt das bayerische Start-up Mousebouncer mit seinem KI-Produkt „Zeromouse“ an. Die Idee zur Firmengründung entstand klassisch aus eigener Betroffenheit. Gründer und CEO Thomas Prosser, selbst Katzenhalter und ehemaliger Gruppenleiter bei der BMW Group, wunderte sich, warum es für dieses Problem noch keine intelligente Lösung gab.
2022 gründete er die Firma Mousebouncer in Unterschleißheim bei München und brachte technologisches Know-how und Unternehmergeist mit, um die Marktlücke zu schließen. „Ich wollte keine neue Katzenklappe bauen, ich wollte die bestehende smarter machen. Eine Nachrüstlösung, die mit dem funktioniert, was Tierhalter bereits haben. Das ist technisch die größere Herausforderung, aber der kluge Weg in den Markt“, erklärt Prosser seinen Ansatz. So entstand „Zeromouse 2.0“, ein KI-Adapter zum Nachrüsten, der inzwischen von über 20.000 Haushalten europaweit verwendet wird.
Rasant wachsender Markt
Künstliche Intelligenz ist in der Heimtierbranche längst mehr als ein Schlagwort. Smarte Futterautomaten, Aktivitätstracker und Gesundheitsmonitoring für Heimtiere prägen einen rasant wachsenden Markt. Zeromouse nutzt KI für einen sehr konkreten Zweck: Eine integrierte Kamera analysiert in Echtzeit, ob die Katze beim Eintreten ein Beutetier im Maul trägt. Erkennt die KI Beute, blockiert die Klappe. Erkennt sie keine, öffnet sie.
Was simpel klingt, ist technologisch anspruchsvoll. Die Algorithmen werden kontinuierlich auf Basis realer Nutzungsdaten trainiert und verbessert. Zentrale Teile der Technologie sind patentgeschützt. Auf der Interzoo 2026 präsentierte Mousebouncer nun erstmals ein Komplettsystem: die neue integrierte Katzenklappe von „Zeromouse“ mit KI-gestützter Katzenerkennung – ganz ohne RFID-Chip.
„Fachhändler sofort überzeugt“
Die smarte Klappe mit Beutesensor und Gesichtserkennung mache Mikrochips obsolet und soll noch im Laufe des Jahres 2026 auf den Markt kommen, so das Unternehmen. „Wir hatten auf der Interzoo Gespräche, die uns in wenigen Tagen weitergebracht haben als Monate reiner Marktbeobachtung. Unsere Technologie hat Fachhändler und Einkäufer sofort überzeugt, weil sie das Produkt auf den ersten Blick verstehen und erklären können“, berichtet Marc-Michael Schoberer, CMO bei Mousebouncer.
Die neue, vollintegrierte KI-Katzenklappe richtet sich sowohl an Neuinstallationen als auch an Halter, die ihre bestehende Klappe ersetzen möchten. Mittel- und langfristig denkt das Unternehmen die Plattform weiter: Als Systemanbieter im Bereich smarter Heimtiertechnik will Mousebouncer das Portfolio gezielt erweitern – mit dem Anspruch, reale Probleme von Tierhaltern technologisch zu lösen.
Der Fachhandel spielt in der Vertriebsstrategie eine wichtige Rolle. Mousebouncer kooperiert mit Partnern wie Fressnapf, Zooplus und Trixie. Das Netz an stationären Händlern und E-Commerce-Partnern soll insbesondere in Märkten mit hohem Freigängeranteil weiter ausgebaut werden – darunter Großbritannien, die Niederlande und Skandinavien. Auch in den USA ist das Unternehmen aktiv und plant für 2026 einen gezielten Ausbau.
In Deutschland gefertigt
Hinter dem Produkt steht ein Team von neun Mitarbeitenden, ergänzt durch externe Spezialisten und Entwicklungspartner. Die Kompetenzen reichen von Produktentwicklung und KI über Start-up-Erfahrung bis hin zum E-Commerce. Auch die Fertigung erfolgt bewusst in Deutschland: Endmontage und Qualitätskontrolle laufen bei einem Partner im Großraum Karlsruhe, die Leiterplatten kommen aus Baden-Württemberg. „Made in Germany“ ist für Mousebouncer keine Marketingfloskel, sondern gelebte Praxis, so das Unternehmen.
Wie behauptet sich ein deutsches Start-up in Zeiten wachsender Konkurrenz aus Fernost? Prosser hat darauf eine klare Antwort. Erstens: Technologie. Die patentgeschützte Beute- und KI-Gesichtserkennung basiert auf Jahren spezifischer Forschung und einer gewachsenen Trainingsdatenbasis. Zweitens: System statt Produkt. „Zeromouse“ sei keine Commodity-Hardware, sondern ein lernendes System. Günstige Alternativen könnten die Hardware kopieren, nicht aber die KI-Performance. Drittens: Vertrauen. Mit über 20.000 installierten Systemen, einer Trustpilot-Bewertung von 4,2 Sternen und namhaften Handelspartnern habe sich die Marke etabliert.
Dass das Konzept aufgeht, zeigt nicht nur die wachsende Zahl installierter Systeme, sondern auch der Zuspruch auf der Interzoo. „Die Interzoo hat uns extrem bestärkt, dass wir genau auf dem richtigen Weg sind. Nicht umsonst haben wir auch den Fresh Ideas Award gewonnen“, sagt Prosser.