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Aquaristik : Christel Kasselmann ist tot

Christel Kasselmann. Foto: S. Zander

Die Aquaristik trauert um Christel Kasselmann. Die 1959 geborene Botanikerin ist am 21. August gestorben. Kasselmann galt international als Spezialistin für Wasser- und Sumpfpflanzen.

Christel Kasselmann reiste mit 19 Jahren das erste Mal in die afrikanischen Tropen, um Aquarienpflanzen an ihren natürlichen Standorten zu studieren. Sie legte bei ihren mehr als 40 Expeditionen großen Wert darauf, Pflanzen in ihren natürlichen Habitaten zu dokumentieren und die Ökologie zu verstehen.

Neben ihren Aufzeichnungen vor Ort begeisterte sie sich auch für die Kultivierung der gefundenen Exemplare in ihrem 4.000-Liter-Aquarium zu Hause. Dabei ging sie immer der Frage nach: „Was brauchen die Pflanzen wirklich, um gut zu gedeihen?“ Das so gesammelte Wissen publizierte sie in zahlreichen Artikeln und vielzitierten Büchern. „Aquarienpflanzen“ wird von vielen als Standard-Nachschlagewerk geschätzt. Ihren Stellenwert innerhalb der Aquaristik kann man auch daran erkennen, dass eine Cryptocoryne nach ihr benannt ist: C. undulatus 'Kasselmann'.

Sie teilte großzügig

Christel Kasselmann lebte den Austausch. Egal ob gesellig im kleinen Kreis, bei öffentlichen Vorträgen oder auf Messen: Ihr fundiertes Wissen und ihre Begeisterung für die Aquaristik teilte sie großzügig und mit viel Energie mit anderen. Auch in der organisierten Szene war sie bestens vernetzt, etwa als ehemalige Berliner Bezirksvorsitzende des Verbandes Deutscher Vereine für Aquarien- und Terrarienkunde, als Leiterin des Arbeitskreises Wasserpflanzen sowie als Mitglied der Aquarienfreunde Berlin-Tegel 1912.

Mit Christel Kasselmann verliert die Aquaristik eine leidenschaftliche Aquarianerin, Forscherin und außergewöhnliche Pflanzenkennerin. Ihr Ansehen reicht auch nach ihrem Tod weit über Verbandsgrenzen oder einzelne Interessengruppen hinaus. Kasselmann hinterlässt eine erwachsene Tochter.