zza: Seit wann gibt es das Netzwerk?
Raoul Schrievers:
Auftakt war unser Stand bei der Haustiermesse Tierisch gut in Karlsruhe, bei der wir cutest.de zum ersten Mal vorgestellt haben.
Wodurch unterscheidet sich cutest.de von ähnlichen Angeboten?
cutest.de unterscheidet sich in drei wesentlichen Bereichen von anderen Angeboten. Zum einen haben wir den Fokus sehr stark auf die mobile Nutzbarkeit der Plattform gelegt. Wir haben eine zu 100% mobil nutzbare Website und zusätzlich eine kostenlose App für Android – die der iOS App folgt. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die wirklich tollen Geschichten draußen passieren – und nicht zuhause im stillen Kämmerlein, wo der Computer steht. Deshalb ist das Thema Mobile für uns essenziell. Mit auffälligen Tier-Postkarten will cutest.de auf sich aufmerksam machen. Zum anderen haben wir einen Schwerpunkt auf den Datenschutz gelegt. Dadurch, dass nur die Haustiere, nicht aber die Halter agieren, können private Daten auch wirklich privat blei- ben. Wir fragen bei der Registrierung nur die nötigsten Daten ab und dabei bleibt es dann auch. Lediglich die Postleitzahl wird für andere Nutzer sichtbar. Diese ist erforderlich, damit der dritte wichtige Aspekt von cutest.de funktioniert: Die Suche nach vermissten Haustieren. Sobald ein Haustier als vermisst gekennzeichnet wird, erhalten andere Nutzer, die in der Nähe wohnen, einen entsprechenden Hinweis. Im Vergleich zur normalen Zettelanzeige an Straßenlaternen mit nur einem Foto ist die Suche durch cutest.de deutlich effektiver: Das Profil eines Haustiers, mit all seinen Fotos, Videos und zusätzlichen Informationen, formt ein wesentlich detaillierteres Bild. Die Sucher in der Nähe können also sehr viel genauer hinschauen, weil sie das Tier besser kennen. Und noch wichtiger: Es entsteht Solidarität unter den Mitgliedern und damit eine echte Motivation, aktiv mitzuhelfen.
Wer hat es gegründet und warum?
Die Idee zur Gründung eines sozialen Netzwerks für Haustiere kam im ersten Moment von mir, Raoul Schrievers. Ich bin Inhaber einer Agentur für Web und Print im badischen Rheinstetten bei Karlsruhe. Im Laufe der Entwicklungs- zeit im letzten Jahr sind immer mehr Menschen aus meinem Umfeld auf das Projekt aufmerksam geworden, sodass wir inzwischen ein gutes Team von fünf Tierfreunden sind.
Wie finanziert es sich?
Wir haben bei cutest.de von Anfang an auf Bootstrapping gesetzt, das Portal also mit eigenen Mitteln finanziert. Das ist bis heute so. Dadurch, dass wir im Marketing und Online-Bereich zuhause sind, konnten wir Werbung und Ent-wicklung selbst konzipieren und umsetzen. Um die Finanzierung auch in Zukunft sicherzustellen, entwickeln wir im Moment Werbeformen, die es Partnern und Kunden möglich machen, sich auf cutest.de zu präsentieren. Wir gehen hier sehr bewusst andere Wege und verzichten auf die meisten Standards wie beispielsweise klassische Banner. Stattdessen setzen wir auf Werbeformen, die präsent sind, einen echten Mehrwert für unsere Nutzer bieten und sich gleichzeitig perfekt in das Look & Feel von cutest.de einfügen.
Wie viele Mitglieder hat es aktuell und welche Zahl wird angestrebt?
Im Moment haben wir ungefähr 3.000 angemeldete Haustiere. Diese Zahl freut uns sehr, wenn man die kurze Zeit betrachtet, in der es uns gibt. Unser Ziel ist es, im Herbst 2014 10.000 Anmeldungen zu erreichen.
An wen richtet sich das Netzwerk und was soll es bewirken?
cutest.de richtet sich an alle Frauchen und Herrchen in Deutschland. Wir ha- ben keinen Schwerpunkt, was Arten oder Rassen angeht. Von Hund und Katze über Meerschweinchen und Reptil – jedes Haustier ist bei cutest.de will- kommen. Unser Ziel ist es, Menschen eine Plattform zu geben, um sich über und via ihr Tier auszutauschen. Das funktioniert zum einen in Form von Fotos und Videos, zum anderen in geschriebenem Austausch im Themenfeld Haustiere. Damit steht bei cutest.de der Spaß-Faktor beim Kommentieren der geposteten Bilder gleichberechtigt neben sachlichen Diskussionen – für uns macht genau das den Reiz aus.
Gibt es auch Werbung oder ist Werbung geplant?
cutest.de ist im Moment noch werbefrei. Gleichwohl präsentieren wir während Aktionszeiträumen – wie bei Gewinnspielen und Fotowettbewerben – unsere Partner innerhalb des Netzwerks und in unseren Social Media Kanälen wie Fa- cebook, YouTube und Raoul Schrievers, Gründer der Social Media Twitter. Wir sind derzeit außerdem auf der Suche nach festen Sponsoren.
Stehen Sie in Kontakt zu führenden Firmen der Heimtierbranche?
Wir stehen im Moment in Kontakt mit größeren Tiermärkten und -ketten im süddeutschen Raum und mehreren sehr interessanten Online-Händlern – darunter sind sowohl bekannte Namen als auch spannende Start-Ups mit innovativen Produkten. Besonders mit Letzteren konnten wir im vergangenen Jahr zum Beispiel „Die große cutest.de Bescherung“ durchführen – ein Gewinnspiel unter den Nutzern von cutest.de mit Preisen, die ein wenig jenseits des Mainstream liegen.
Woher kam die Idee?
Der erste Impuls war sicherlich der, dass sich jeder Haustierbesitzer – und da spreche ich auch aus eigener Erfahrung – gerne mit anderen austauscht. Natürlich gab und gibt es bereits soziale Netzwerke, auch für Haustiere, die jedoch entweder nicht intuitiv genug und nachvollziehbar waren, keinen mobilen Zugang hatten oder aber einen aus unserer Sicht falschen Schwerpunkt gesetzt haben. Unsere Idee war ein Netzwerk, das den Fokus sehr stark auf Fotos und Videos und eine absolut einfache – und vor allem mobile – Bedienbarkeit legt.
Wie wollen Sie das Netzwerk bekannt machen?
Wir nutzen für cutest.de derzeit in der Hauptsache Online-Werbeformen bei Suchmaschinen und großen Social Media Plattformen wie Facebook und Twitter. (https://www.facebook.com/ cutest.de) Darüber hinaus sind wir auf Messen unterwegs und haben eine Serie von Tier-Postkarten entwickelt, die zu den unterschiedlichsten Gelegenheiten verteilt werden.
Vielen Dank für das Gespräch.