Frau Böttinger, wie sind Sie zur Botschafterin des Hundes 2015 geworden?
Dass der Verband für das Deutsche Hundewesen mich dafür angefragt hat, ist sicher meiner großen Hundeaffinität geschuldet. Ein Auslöser war u.a. die von mir moderierte WDR-Sendung „west.art Talk“ im September 2014 zum Thema „Der Mensch und sein Tier – wer braucht wen?!“. Überdies habe ich mit meiner Produktionsfirma Encanto jahrelange Erfahrungen mit verschiedenen Tier- speziell Hundeformaten gemacht. Alles hat bereits 1999 mit „Ein Heim für alle Felle“, unserer Doku-Reihe aus dem Tierheim Köln-Dellbrück, angefangen, wo wir speziell auf die Situationen in Tierheimen aufmerksam und uns für die Bedürfnisse der Hunde stark gemacht haben.
Was möchten Sie als Botschafterin erreichen?
Hunde, davon bin ich überzeugt, machen das Leben lebenswerter. Wir sollten alles tun, uns dafür bei ihnen zu bedanken und ich möchte vor allem zu mehr Toleranz aufrufen.
Was haben Sie für einen Hund und was schätzen Sie an ihm besonders?
Der erste Hund meines Lebens war die Rauhaardackeldame Adele meines Wuppertaler Onkels. Ich vermute deshalb, es handelt sich um eine frühkindliche Prägung. Meine Zwergrauhaardackeldame Finchen wurde am 4. April 2015 vier Jahre alt. Sie ist zwar manchmal sehr eigenwillig, aber ein überaus freundlicher und sehr temperamentvoller Hund. Und der schönste Dackel der Welt!
Warum sind Hunde so wichtig für Menschen?
Das ist eine Frage, über die schon Bücher geschrieben wurden. Ich habe von meinen Hunden eine Menge gelernt: Dankbarkeit, Gutmütigkeit, Ehrlichkeit und ich bewundere sie um ihre Unabhängigkeit. Ich muss gestehen, dass ich in meinem Leben ziemlich viel gearbeitet habe und meine Hunde machten mir immer klar: Wenn ich für ein solches Wesen keine Zeit, keine Muße aufbringe, dann macht nichts Sinn.
Welches Erlebnis mit einem Hund war für Sie am prägendsten?
Eine enge Freundin hatte einen Hund, vor dem sich die meisten Menschen in Sicherheit gebracht haben, eine Mischung aus Staffordshire Bullterrier und Pitbull-Terrier. Davey war ein mächtiges Tier, aber als ich dann sah, wie er auf Menschen zuging, habe ich begriffen, wie gutmütig und zartbesaitet dieser liebe Kerl war und ihn in mein Herz geschlossen. Da hat er mir doch einiges beigebracht! Hunde helfen also Vorurteile abzubauen!
Wo brauchen Hunde und ihre Halter dringend Unterstützung?
Menschen müssen lernen, die Sprache ihrer Hunde zu verstehen!
Inwiefern beeinflussen Medien (Filme, Werbung) die Beliebtheit bestimmter Rassen?
Leider zu viel, denn oft kommen so Halter und Hunde zusammen, die gar nicht zusammen passen. Es wäre daher sicher gut, wenn man sich vor der Entscheidung für eine bestimmte Rasse beraten ließe, damit am Ende eine glückliche Mensch-Hund-Beziehung entsteht.