Zum Inhalt springen

BTK-Statistik 2025 : Mehr Tierärzte – aber weniger Selbstständige

Foto: Smarterpix

Die Bundestierärztekammer sieht strukturelle Warnsignale für die tierärztliche Versorgung. Die Statistik 2025 mache verschiedene Herausforderungen sichtbar.

Die Tierärzteschaft in Deutschland wächst zwar weiter: Zum 31. Dezember 2025 waren 46.089 Tierärztinnen und Tierärzte Mitglied einer Landes-/Tierärztekammer, das sind 444 approbierte Tierärzte und Tierärztinnen mehr als im Vorjahr. Doch die aktuelle Tierärztestatistik zeigt zugleich Entwicklungen, die für die tierärztliche Versorgung zunehmend relevant werden: weniger Selbstständigkeit, regionale Unterschiede bei den Praxiszahlen, eine alternde Berufsgruppe und wachsende Anforderungen an Arbeitszeitmodelle. „Die Zahlen zeigen, dass die Tiermedizin ein attraktiver Beruf bleibt. Gleichzeitig bestätigen sie die seit einigen Jahren zu beobachtende Veränderung der Berufsstruktur. Immer weniger Tierärztinnen und Tierärzte entscheiden sich für die eigene Niederlassung, während angestellte Tätigkeiten weiter zunehmen“, erklärt Dr. Holger Vogel, Präsident der Bundestier-ärztekammer (BTK). Besonders deutlich wird diese Entwicklung im Vergleich der niedergelassenen und angestellten Tierärzt:innen. Die Zahl der Niedergelassenen sank 2025 auf 11.216. Im Vorjahr waren es noch 11.264. Gleichzeitig stieg die Zahl der Angestellten von 11.990 auf 12.125.

Auch bei den Praxisstrukturen zeigt die Statistik Handlungsbedarf, so die BTK. In der Mehrzahl der Kammerbereiche war die Zahl der Tierarztpraxen 2025 rückläufig. Die Zahl der tierärztlichen Kliniken blieb hingegen weitgehend stabil. Diese Entwicklung ist mit Blick auf die Alterung der Berufsgruppe – die Zahl der Kammermitglieder ab 60 Jahren stieg im Vergleich zum Vorjahr erneut – und der damit einhergehenden Nachfolgefrage, Notdienststrukturen und die flächendeckende tierärztliche Versorgung relevant. „Ein reiner Blick auf die Gesamtzahl der Tierärztinnen und Tierärzte reicht nicht aus. Entscheidend ist, wo und in welchen Arbeitsformen Tierärzte tätig sind. Wenn Praxen keine Nachfolge finden oder immer weniger Kollegen eine eigene Niederlassung übernehmen möchten, kann das regional zu Versorgungsengpässen führen – insbesondere in ländlichen Räumen und in der Nutztierpraxis“, erläutert Dr. Vogel. Für die kommenden Jahre bleibe daher die Frage zentral, ob ausreichend Nachwuchs in die kurative Praxis nachrückt.