Der häufigste Hund Deutschlands gehört keiner bestimmten Rasse an. Von den rund zehn Millionen Hunden in deutschen Haushalten sind 43 Prozent Mischlinge. Das teilt Tiercheck24 nun mit.
Dennoch würden Mischlinge bislang kaum gezielt als selbstständige Gruppe angesprochen, sondern meist lediglich als Teil der allgemeinen Hundeschaft betrachtet. Eine Plattform, die ihre besonderen Perspektiven und Bedürfnisse konsequent in den Mittelpunkt stellt, fehlte bislang, so die Pressemitteilung.
Fokus auf den Mischling
Genau hier setze Tiercheck24 an: Die Anfang August gestartete Plattform ist nach eigenen Angaben die Einzige, die ihr gesamtes Angebot konsequent Mischlingshunden widmet. Der Mischling ist hier keine zusätzliche Zielgruppe, sondern der Ausgangspunkt jeder Leistung.
Im Mittelpunkt stehen seine besondere genetische Vielfalt, seine häufig unbekannte Herkunft und der Wunsch seiner Halterinnen und Halter, ihn besser zu verstehen und individueller durch sein Leben zu begleiten.
Das Herzstück der Plattform ist „Tiefblick“. Es Handelt sich um einen Gentest, der die Rasseanteile und die Ahnengruppen des Mischlingshundes mit einem genetischen Gesundheitscheck verbindet. So werde aus der Neugier auf die eigene Mischung ein konkreter Mehrwert für die individuelle Gesundheitsvorsorge, heißt es in der Pressemitteilung.
Genetische Spuren
Bei vielen Hundehalterinnen und Hundehaltern beginne das Interesse mit einem Blick, einer Bewegung oder einer Eigenheit, die sich keiner bekannten Rasse eindeutig zuordnen lässt. Doch das Aussehen erzählt nur einen Teil der Geschichte. Äußere Merkmale werden oft von vergleichsweise wenigen Genen geprägt. Andere genetische Spuren können über Generationen erhalten bleiben, ohne heute noch sichtbar zu sein.
Für die Analyse vergleicht Tiercheck das Erbgut des Hundes mit genetischen Referenzpopulationen und berücksichtigt dabei gezielt die Vielfalt europäischer Hunde. Auch kleine Ahnenanteile sowie genetische Anteile, die sich keiner bekannten Referenzpopulation eindeutig zuordnen lassen, werden berücksichtigt.
Die Analyse zeigt die gefundenen Rassen prozentual und ordnet sie genetisch verwandten Ahnengruppen zu. Ergänzt wird das Profil um verständlich aufbereitete Informationen zu typischen Eigenschaften und Verhaltensweisen der identifizierten Rassen.
Gesundheitliche Veranlagung
Die DNA liefert dabei Anhaltspunkte, um genetische Herkunft, Verhalten und gesundheitliche Veranlagungen besser einzuordnen. Zusammen mit den Erfahrungen aus dem gemeinsamen Alltag entsteht daraus eine fundiertere Grundlage für Training, Beschäftigung und Vorsorge.
Die Anwendung sei bewusst einfach gehalten, heißt es in der Pressemitteilung. Das Testkit kommt nach Hause, die Probe wird ohne Tierarztbesuch mit einem Spezialtupfer schmerzfrei an der Innenseite der Backe entnommen und zurückgesendet. Der Gebühr für den Rückversand ist bereits enthalten.
Die Auswertung erfolgt in einem deutschen, akkreditierten Labor mit mehr als 30 Jahren Erfahrung in der Genetik. In der Regel steht das Ergebnis nach zwei bis drei Wochen als verständlich aufbereitetes digitales Profil zur Verfügung.
Professionelle Labordiagnostik
Damit will sich der Anbieter nach eigenen Angaben nicht als spielerische App positionieren, sondern als Verbindung aus professioneller Labordiagnostik, digitaler Aufbereitung und emotional relevantem Wissen über den eigenen Hund.
Auch das Angebotsmodell geht über einen einmaligen Rassetest hinaus. Im Zentrum steht „Tiefblick“, das Rasseanalyse und genetischen Gesundheitscheck zusammenführt. „Einblick“ bildet den Einstieg, „Weitblick“ entwickelt die Erkenntnisse aus „Tiefblick“ künftig zu einer langfristigen Begleitung weiter.
„Einblick“ zeigt für einmalig 149 Euro die Rassenanteile, die Ahnengruppen sowie typische Talente, Wesenszüge und Eigenschaften des Hundes. „Tiefblick“ ist das Herzstück der Plattform. Für einmalig 229 Euro verbindet es sämtliche Leistungen von Einblick mit einem genetischen Gesundheitscheck. Dieser kann Hinweise auf gesundheitlich relevante Veranlagungen geben und damit eine individuellere und frühzeitigere Vorsorge unterstützen. Ein genetischer Befund ersetze dabei weder die tierärztliche Diagnose noch die fachliche Beratung, so der Anbieter.
Fürsorge und Ernährung
„Weitblick“ ist als nächste Stufe angekündigt und soll ausschließlich auf „Tiefblick“ aufbauen. Für 19,90 Euro im Monat erhalten Halterinnen und Halter künftig persönliche Impulse zu Fürsorge, Beschäftigung und Ernährung, abgestimmt auf den jeweiligen Hund und seine Lebensphase. Dazu gehört auch die Bestimmung des Amylase-Gens als genetischer Hinweis darauf, wie gut ein Hund Kohlenhydrate verdauen kann. Laut Anbieter ist das Abonnement bald verfügbar.
Auf der Grundlage von „Tiefblick“ soll so ein Begleitmodell entstehen, das den Hund nicht nur zu einem Zeitpunkt betrachtet, sondern Wissen über seine gesamte Lebensspanne nutzbar machen will.
Für die Heimtierbranche ist Tiercheck24 nach eigenen Angaben in mehrfacher Hinsicht interessant. Das Konzept verbindet ein physisches Testkit mit digitalem Pettech, genetischer Vorsorge und personalisierten Empfehlungen. Vor allem aber schafft es eine eigenständige Kategorie rund um den Mischlingshund.
Schnittstelle zu mehreren Bereichen
Statt ihn in einem allgemeinen Hundeangebot nur mitzuführen, werden Produkt, Ansprache und Begleitung vollständig von seinen Besonderheiten aus gedacht. Damit richtet sich die Plattform an die größte einzelne Hundegruppe in Deutschland, deren Halterinnen und Halter oft viele offene Fragen zu Herkunft, Verhalten und möglichen gesundheitlichen Veranlagungen haben.
Damit entstehe eine Schnittstelle zu mehreren wachsenden Bereichen des Heimtiermarktes: individualisierte Ernährung, verantwortungsvolle Gesundheitsvorsorge, verhaltensgerechte Beschäftigung und digitale Services, so Tiercheck24. Für Tierarztpraxen, den Fachhandel und weitere Partner eröffne sich zugleich ein glaubwürdiger Gesprächsanlass mit Mischlingshundehaltenden, der weit über die reine Produkttransaktion hinausgeht.
Die eigentliche Innovation liege daher nicht allein im DNA-Test, sondern in der kompromisslosen Spezialisierung, heißt es in der Pressemitteilung. Deutschlands größte Hundegruppe erhält damit eine Plattform, die ihre Vielfalt verstehen und über das gesamte Hundeleben hinweg nutzbar machen will.