„Hunde waren lange Zeit Heimtiere. Heute sind sie Familienmitglieder, Begleiter, Partner, Persönlichkeiten“, sagt Suse Beyer. Über 35 Jahre war sie in Werbung und Marketing tätig und besitzt somit ein gutes Gespür für Trends, Farben und Lifestyle.
Als die Drogeriekette Budni 2022 Pet Shop Boyz übernahm, dauerte es nicht lange, bis man auf Suse Beyer zukam und ihr die damals drei Geschäfte anvertraute – obwohl sie keinerlei Handelserfahrung mitbrachte. In den folgenden Jahren entwickelte sie das Konzept konsequent weiter.
Mit einem neuen Store in Hamburg-Harvestehude entstand ein vierter Standort, der ihre Vorstellung eines modernen Dog Concept Stores widerspiegelte. Anfang dieses Jahres trennte sich das Unternehmen schließlich vom Stammhaus in Hamburg-St. Georg. Standort, Zielgruppe und die zukünftige Ausrichtung der Marke hätten sich zunehmend auseinanderentwickelt, so Beyer.
Anspruch der Halter
Heute konzentriert sich Pet Shop Boyz auf drei Standorte in Hamburg-Eppendorf, Hamburg-Harvestehude und auf Sylt. „Der Anspruch der Hundehalter hat sich verändert. Was früher rein funktional war, wird heute bewusster gewählt. Nicht aus Eitelkeit oder Luxusdenken, sondern aus dem Wunsch heraus, Qualität, Design und das Wohl des Tieres miteinander zu verbinden“, hatte Beyer schnell erkannt. Entsprechend gestaltete sie das Sortiment: weg von der größtmöglichen Auswahl, hin zu einem kuratierten Angebot.
Pet Shop Boyz versteht sich als Concept Store an der Schnittstelle von Mode, Interior und der Welt der Hunde. Zum Sortiment gehören zahlreiche internationale und teilweise exklusive Labels wie die südafrikanische Marke „Chommies“, die Berliner Marke „Cloud7“, die deutsche Design- Marke „Miacara“ und das italienische Label „2.8 Duepuntootto“ – Hersteller, die bewusst nicht auf den Massenmarkt setzen.
Inspiration aus Mode
Von handgefertigten Leinen und Halsbändern über hochwertige Betten und Accessoires bis hin zu ausgewählten Futter- und Care-Produkten sucht Beyer stets nach Produkten, die es in anderen Geschäften nicht gibt. Inspirationen aus Interior und Mode prägen dabei Sortiment und Inszenierung.
„Wir lieben Hunde, das ist nichts Ungewöhnliches. Worauf wir jedoch stolz sind: Wir übertragen all die Liebe und positive Energie, die von ihnen ausgeht, auf die Auswahl unserer Partner und Produkte“, erklärt Suse Beyer. Das betrifft auch die Futtermittel und Leckerlis, bei denen sie zum Beispiel auf „Lakefields“, „Fidelis“ oder „For Dogs only“ setzt.
Unterstützung bei der Leitung der drei Märkte, die jeweils rund 100 Quadratmeter und mehr umfassen, erhält sie von einem 14-köpfigen Team. Investor Budni hat ihr mit Michael Albath einen Partner an die Seite gestellt, der sich um alle vertrieblichen Belange kümmert.
Team im Aufbau
Neben ihren Aufgaben für Pet Shop Boyz ist Beyer regelmäßig auf Sylt im Einsatz, da sich das Team dort noch im Aufbau befindet. Die beiden Hamburger Stores werden von einer Store-Managerin betreut. Eine Mitarbeiterin verantwortet das Back-Office, die übrigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind im Verkauf tätig.
Die Leidenschaft des Teams gilt dabei vor allem der Kundenberatung und der Inszenierung der Marken im Geschäft. Einmal pro Monat wird in der Regel umgestaltet und neu dekoriert. Oft entwickelt Beyer eine Idee im Sylter Shop und leitet sie dann an die Hamburger Geschäfte weiter.
„Unsere Stärke liegt nicht darin, alles zu haben. Sondern darin, besondere und teilweise exklusive Produkte und Marken zu finden, die das Leben von Hunden bereichern und gleichzeitig auch anspruchsvolle Designliebhaber begeistern“, sagt Beyer. Ihre Kunden seien nicht preissensibel, denn am Ende gehe es nicht nur um Leinen, Betten oder Näpfe, sondern um die schönen Seiten des Hundelebens.
Fokus auf stationären Handel
Aus diesem Grund konzentriert sich Beyer ganz bewusst auf ihre drei Stores und betreibt keinen Online-Shop. „Unsere Kunden betonen, wie wichtig ihnen der Besuch bei uns im Laden ist und dass sie uns unterstützen wollen. Das wissen wir sehr zu schätzen“, sagt Beyer. „Aber wer etwas auf Instagram entdeckt, und uns anschreibt, dem schicken wir das gerne zu.“ Auch Urlauber, die so schnell nicht wieder nach Hamburg oder Sylt kommen, erhalten ihre Ware per Post.
Mit der Entwicklung ihrer Stores ist Beyer sehr zufrieden. Neue Standorte schließt sie grundsätzlich nicht aus. Im Mittelpunkt steht für sie jedoch, die bestehenden Concept Stores kontinuierlich weiterzuentwickeln und ihre Kunden immer wieder mit neuen Marken und Ideen zu inspirieren. „Es gibt noch so viele schöne Dinge zu entdecken. Und genau das lieben wir“, sagt Beyer.