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Politik und Tier : zza trifft Susann Rüthrich, MdB

In über einem Drittel aller deutschen Haushalte leben Heimtiere, darunter ist natürlich auch so mancher Politiker-Haushalt. Zahlreiche Mitglieder des Deutschen Bundestages teilen ihr Heim mit einem Tier – warum sie Tiere halten, wie sich das Zusammenleben gestaltet und welche Rolle ihrer Meinung nach Heimtiere in unserer Gesellschaft spielen sollten, ergründet unsere zza-Serie „Politik & Tier“. Hier die Antworten von Susann Rüthrich (SPD).

zza: Sie haben ein Heimtier, welches?

Susann Rüthrich:

Ich habe seit 8 Jahren Gustave bei mir – einen Hund, von dem die Tierärztin behauptet, es wäre eine Terriermischung.

Wieso haben Sie sich gerade für dieses Tier entschieden?

Bei einem Besuch im Berliner Tierheim war es Liebe auf den ersten Blick. Eigentlich war ich skeptisch – soll ich wirklich einen Hund in mein Leben holen, kann das klappen, habe ich Zeit genug für ihn? Und da saß er, im Käfig mit zwei anderen und ich war mir sofort sicher: Ja, der ist es! Er begleitete mich fortan jeden Tag in mein Büro, in dem ich damals arbeitete, war auf Seminaren dabei und hat mir den Alltag durcheinander gewirbelt.

Wie sind Sie zu Ihrem Tier gekommen?

Da ich immer mit Tieren gelebt habe, war meine Wohnung, in die ich zum Arbeiten und Studieren gezogen bin, zu leer ohne Vierbeiner oder ein anderes Tier. Daher der folgenschwere Besuch im Tierheim...

Warum haben Sie ein Tier?

Weil es einfach schön ist, ein anderes Wesen um mich zu haben, dem sämtliche Aufgeregtheiten des politischen und sonstigen Lebens völlig egal sind.

Hatten Sie schon als Kind ein Tier?

Ja, wir hatten in der Familie immer Tiere: Schafe, Hühner, Kaninchen, Katzen, Fische, Wellensittiche, Meerschweinchen, Hamster. Es ging und geht gar nicht ohne...

Tiere gehen nicht wählen. Unterstützt Ihr Tier Ihre politische Arbeit dennoch?

Die schönste Unterstützung ist, dass es Gustave so völlig egal ist, was in meinem Leben scheinbar Dramatisches geschieht. Für ihn bin ich immer dieselbe – und zwar die, die Gassi geht und Fressen gibt und kuschelt. Ob ich gerade in der Stimmung dazu bin oder nicht, ist ihm egal. Bei Wind und Wetter geht’s raus vor die Tür. Und so komme ich sowohl an die frische Luft als auch auf andere Gedanken. Nach einem schönen Auslauf sieht die Welt meistens schon ganz anders aus, oft auch geordneter.

Sollten Tiere in unserer Gesellschaft in Zukunft eine größere Rolle spielen?

In erster Linie wünsche ich mir, dass alle Tiere hier und anderswo artgerecht, liebevoll und respektvoll behandelt werden. Tierschutz steht nach langen Kämpfen endlich auch im Grundgesetz. Da ich keine Vegetarierin oder Veganerin bin, ist es mir wichtig, dass die Tiere wenigstens ein gutes Leben in artgerechter Haltung hatten. Welche Tiere faszinieren Sie neben Ihrem eigenen am meisten? Elefanten. Sie sind sensibel, stark, haben ein sprichwörtliches Gedächtnis, haben eine dicke Haut, die aber sehr empfindlich ist, sind sozial – und leben im Matriarchat. Schon faszinierend... Außerdem sehen sie einfach verdammt gut aus!