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Ansteckungsgefahr beim Heimtier?

Katzen kuscheln gerne - auch mit Menschen. Die Gefahr, sich dabei eine Infektion einzufangen ist sehr gering.

Wo Hund oder Katze im Haushalt sind, wird mit den tierischen Freunden auch immer gespielt und gekuschelt - Mensch und Tier haben also ständig Körperkontakt. Doch was ist, wenn das Tier krank ist? Gibt es eine Ansteckungsgefahr?

von Dr. Rolf Spangenberg

Viele Jahrhunderte schwebte über Hunden und Katzen das düstere Gespenst der Tollwut, dieser immer tödlich endenden Virusinfektion, die auf den Menschen übertragen werden konnte. Glücklicherweise wird sie heutzutage in Deutschland nicht mehr festgestellt. Doch woran könnten sich Menschen noch infizieren, wenn sie eng mit Hunden und Katzen zusammenleben?

Es gibt kaum spezifische Infektionen, die ein Risiko darstellen könnten. In dieser Beziehung braucht man sich vor dem Tierkontakt also nicht zu fürchten. Im Gegenteil, ab und an wird eine Tuberkuloseerkrankung zufällig bei unseren Heimtieren beobachtet. Genauere Nachforschungen ergeben meist, dass diese Infektion von infizierten Menschen ausgeht, die ihre Haustiere angesteckt haben.

Bei Erkältung nicht im gleichen Bett schlafen

Bei der Fülle der Erkältungsviren ist zu vermuten, dass einige davon Tier und Mensch befallen könnten – bewiesen ist das übrigens nicht. Doch bei erkälteten Tieren oder Menschen sollten sich diese isoliert halten und nicht gerade in einem Bett zusammen schlafen.

Für eine gewisse Verwirrung hat gesorgt, dass man bei zahlreichen klinisch gesunden Hunden und Katzen Helicobacterähnliche Mikroorganismen fand. Beim Helicobachter pylori des Menschen handelt es sich um ein Bakterium, das an der Entstehung des Magengeschwürs ursächlich beteiligt ist. Doch beim Menschen scheint dieser tierische Keim keine Rolle zu spielen.

Vorbeuge ist einfach

Spulwürmer bei Hunden und Katzen verbreiten ihre Eier über Speichel und Kot. Die klebrigen Eier haften am Fell und könnten beim innigen Schmusen auf den Menschen übertragen und abgeschluckt werden. Das klingt unappetitlich, hat aber meist keine bösen Folgen. Für den tierischen Spulwurm ist der Mensch ein Fehlwirt. Nach kurzer Körperwanderung stirbt die Larve ab und wird eingekapselt. Die Vorbeuge ist einfach: Nach Tierkontakt grundsätzlich die Hände waschen und nicht dabei essen.

Die Gefahr, sich durch Heimtiere eine Infektion einzufangen ist also denkbar gering. Die Vorteile des Zusammenlebens mit Tieren sind dagegen offensichtlich. Menschen wie Landwirte etwa, die ständig Kontakt zu Tieren haben, haben deutlich weniger Allergien als weitgehend „steril“ lebende Großstädter ohne tierische Begleiter!

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