Auf dem fernen Inselkontinent Australien leben eine Reihe faszinierender Tierarten. Man denke nur an die Kängurus, Koalas und das "unmögliche" Schnabeltier. Doch auch eine Reihe beliebter Heimtiere kommen von dort und werden inzwischen bei uns problemlos nachgezogen. Die Wellensittiche gehören dazu, Kakadus und Nymphensittiche, viele andere Ziervogelarten und seit einiger Zeit auch Bartagamen. Diese Reptilien haben sich ihren festen Platz in Herz und Heim der deutschen Tierfreunde erobert. Zweifellos sind es Exoten, doch ihre Haltung ist unproblematischer als die mancher einheimischer Tierarten.
Der Fachhandel bietet zahlreiche Trockenterrarien an, die sich mit einigem Geschick ästhetisch ansprechend gestalten lassen und in jedem Wohnraum ein Schmuckstück sind. Man kann Bartagamen - liebevoll "Bartis" genannt - interessiert beobachten, doch mit Geduld und Zuwendung sogar einigermaßen zahm bekommen. Sie nehmen das Futter dann aus der Hand, kommen auf den Arm und lassen sich streicheln, wobei sie das natürlich nicht so unbedingt angenehm empfinden, wie behaarte Säugetiere.
Doch manche Halter erschrecken, wenn ihre Bartis urplötzlich den Schluckauf bekommen oder ihnen vermutlich ein Futterbrocken im Halse stecken bleibt. Sie nicken aufgeregt mit dem Kopf, blähen die Kehle auf und die namensgebenden Stacheln (= Barthaare) sträuben sich. Was ist das, eine Krankheit? Nein, es handelt sich um das putzige Balzverhalten der Männchen, die ihren Weibchen imponieren wollen.
Und noch etwas macht zuweilen Sorgen. Irgendwann lässt ihr Appetit nach und sie werden ruhiger, fast lethargisch. Auch nach vielen Generationen in Europa reagieren sie dann so wie ihre Artgenossen in Australien. Kommt dort der heiße Sommer mit Dürre und Nahrungsknappheit, werden ihre Lebensfunktionen herabgefahren. Sie gehen in die Sommerruhe, vergleichbar dem Winterschlaf einheimischer Tiere. Das ist nicht bedenklich, sie melden sich schon wieder, wenn der Appetit einsetzt.
Die nötigen Anleitungen für die artgerechte Haltung und Pflege erhalten Sie von Ihrem Zoofachhändler, doch kaufen Sie sich zusätzlich noch eines der preiswerten Ratgeberbücher. Die Bartis sollen sich bei Ihnen doch wohl fühlen und ein langes und glückliches Leben führen, dabei können sie durchaus 15 Jahre alt werden!