Kippfenster sind eine große Versuchung für Katzen. Für Wohnungskatzen ebenso wie für Freigänger. Einerseits kann die Samtpfote die Neugier auf all das, was da draußen vor sich geht, überkommen, dass sie es doch mal probiert raus zu gehen… oder es kann sein, dass Herrchen oder Frauchen zwar nicht da sind, um Tür oder Fenster zu öffnen, wenn die Katze heimkommt. Das Fenster steht aber einen Spalt offen, da könnte sie ja auch rein, um schnell dem Futternapf einen Besuch abzustatten… Die Folge: die Katze versucht durch den Fensterspalt zu kommen und bleibt stecken.
Beide Szenarien sind möglich und beides passiert jeden Sommer. Dabei handelt es sich tragischerweise nicht einfach nur um ein lästiges Steckenbleiben im Kippfensterspalt. Die betroffenen Katzen versuchen mühsam, sich aus der misslichen Lage zu befreien. Durch diese Bewegungen geraten sie noch weiter in den Spalt und werden im Bauch- und Hüftbereich massiv eingequetscht.
Blutversorgung wird unterbunden
Besonders schlimm ist, dass dabei die Blutversorgung zu wichtigen Nerven und Organen unterbunden wird. Je nach Dauer und Schweregrad der Quetschung kommt es zu nicht-heilbaren Schädigungen innerer Organe wie den Nieren und des Darms sowie zu Lähmungen beispielsweise der Gliedmaßen.
Die Katze kann schnell in einen lebensbedrohlicher Zustand geraten. Etwa ein Drittel der betroffenen Katzen sterben an den Folgen der Verletzungen, viele weitere behalten bleibende Schädigungen zurück.
Gefahr lässt sich leicht vermeiden
Wichtig ist: Auch wenn man eine Katze frühzeitig aus dem Kippfenster befreien konnte, muss das Tier unverzüglich zum Tierarzt. Manchmal scheinen die Tiere unverletzt und die gefährlichen Folgen innerer Verletzungen zeigen sich erst später.
Doch all das muss gar nicht erst passieren und die Misere lässt sich einfach vermeiden: Zum einen sollte die Kipp-Stellung bei Fenstern ohnehin vermieden werden. Sie hat sich als nicht effektiv erwiesen, was eine Raumlüftung betrifft.
Zum anderen gibt es zur Absicherung von Kippfenstern im Zoofachhandel spezielle Keile, die optisch nicht auffallen, dabei aber die Gefahrenzone für Stubentiger sehr effektiv entschärfen. So kann eine der größten Gefahren des Sommers gut und sehr einfach vermieden werden. Und Mensch und Katze können beruhigt die warme Jahreszeit genießen.