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Impfen von Hunden, Katzen und Kleinnagern

Die klassische Grippe gibt es bei Tieren nicht.

Die menschliche Grippe ist eine gefürchtete Virusinfektion. Ihre verschiedenen Erreger unterscheiden sich hinsichtlich der Gefährlichkeit (= Pathogenität) und Ansteckungsgefahr. Daher muss jedes Jahr ein neuer Impfstoff eingesetzt werden, der die aktuellen Virustypen erfasst. Die klassische Grippe (= Influenza) gibt es bei Tieren zwar nicht, doch können sie an verschiedenen Virusinfektionen leiden und dagegen auch geimpft werden.

Beim Hund ist das in erster Linie die typische Hundekrankheit Staupe. Sie ist sehr schwer zu behandeln, doch kann man gut dagegen impfen. Deshalb sollte jeder Hund gegen Staupe geimpft werden! In zweiter Linie wäre das die Parvovirose (= Katzenseuche), die meist tödlich verläuft, doch ebenfalls mit einer Impfung gut zu vermeiden ist. Die ansteckende Leberentzündung (=Hepatitis contagiosa canis - HCC) gehört mit ins routinemäßige Impfprogramm. Der Zwingerhusten ist grippeähnlich und die Schutzimpfung wäre vor allem Züchtern sehr ans Herz zu legen. Leptospirose (= Stuttgarter Hundeseuche) hat nun zwar, wie Katzenseuche, Borreliose und HCC, mit einer Grippe wenig gemein, es gibt aber gute Schutzimpfungen. Die Tollwut sei erwähnt, kommt aber glücklicherweise derzeit in Deutschland nicht mehr vor.

Der klassische Katzenschnupfen verläuft meist chronisch, wie ein schwerer Schnupfen und ist schwer zu behandeln. Daher sollte gegen ihn unbedingt geimpft werden. Natürlich ebenfalls gegen die Katzenseuche, die wegen der Haltbarkeit des Erregers fast überall lauern kann. Die wäre auch als "Magen-Darm-Grippe" zu bezeichnen.

Unsere Kaninchen können an den verschiedensten Virusinfektionen leiden. Grippeähnlich ist wohl der gefürchtete echte Kaninchenschnupfen, gegen den ein Impfstoff auf dem Markt ist. Jugendliche Hamster haben öfter eine Erkrankung, die den komplizierten Namen lymphozytäre Choriomeningitis (LCM), also Hirnhautentzündung trägt. Sie wird auch als "Hamstergrippe" bezeichnet und hat ihre besondere Bedeutung darin, dass sie auf schwangere Frauen übertragbar ist und das ungeborene Kind schädigen kann. Die Erregerausscheidung erfolgt aber nur bis zum Ende des dritten Lebensmonats des Hamsters. Eine Impfung gibt es bisher nicht, beim erwachsenen Hamster erfolgt eine Selbstheilung!

Ganz wichtig: Über Durchführung oder Unterlassung einer Impfung sollte unbedingt mit dem Haustierarzt gesprochen werden. Denn nur er weiß, welche Erkrankungen in seinem Praxisbereich vorkommen und welche eher nicht oder selten.