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Importverbot bei invasiven Arten: Kaum wirtschaftliche Folgen

Die EU-Kommission hat eine Liste mit invasiven Arten erstellt. Für diese 37 Arten soll nach der offiziellen Veröffentlichung der Liste ein Import- und Handelsverbot gelten.

Die EU-Kommission hat eine Liste mit invasiven Arten erstellt. Für diese 37 Arten soll nach der offiziellen Veröffentlichung der Liste ein Import- und Handelsverbot gelten. Noch ist die Liste nicht im EU-Amtsblatt erschienen. Ein Erwerb durch Hobbyhalter, Zoos, Garten- und Teichbesitzer wird dann nicht mehr möglich sein. Tiere, die sich bereits in menschlicher Obhut befinden, dürfen weiter gehalten werden, jegliche Reproduktion ist jedoch verboten.

Die betroffenen acht Aquarien- und Teichpflanzen spielen laut Aussage einiger kommerzieller Züchter und Großhändler in Deutschland eine zu vernachlässigende Rolle. Nach Recherchen des ZZF würden im Einzelhandel ausschließlich von Importeuren im EU-Ausland niedrigpreisige Importpflanzen angeboten. Der Wegfall der beiden Arten Cabomba caroliniana und Eichhornia crassipes werde kaum wirtschaftliche Einbußen zur Folge haben. Für alle Arten gebe es auch unter rein optischen Aspekten sehr gut geeignete Alternativen, die u.a. in Deutschland gezüchtet würden. Wenn also diese acht Arten wegfielen, dürfte die Nachfrage nach den Alternativen, mit denen deutlich höhere Gewinne zu realisieren seien, zunehmen. Insgesamt sei zumindest für deutsche Züchter und Großhändler eher von einem wirtschaftlichen Vorteil auszugehen.

Auf das Sibirische Streifenhörnchen (Tamias sibiricus) haben deutsche Großhändler in diesem Jahr weitgehend freiwillig verzichtet, nachdem sie von einigen kommunalen bzw. regionalen Behörden gewissermaßen darum gebeten worden waren. Die Behörden hatten jeweils auf Probleme mit verwilderten Exemplaren in den verschiedenen Regionen aufmerksam gemacht. Der Verzicht sei den deutschen Großhändlern nicht besonders schwer gefallen, weil diese Art ohnehin nur noch in sehr kleinen Stückzahlen nachgefragt wurde. Lediglich zwei Unterarten der Buchstaben-Schmuckschildkröte (Trachemys scripta) würden noch in jeweils kleinen Stückzahlen gehandelt, heißt es im Großhandel. Eine besondere wirtschaftliche Bedeutung habe die Art jedoch nicht. Auch dafür gebe es Alternativen, die sich durch den Wegfall von Trachemys scripta eher positiv entwickeln würden.

Die vollständige Liste finden Sie <media 2747>hier</media>.