Zum Inhalt springen

Keine Angst vor der "Exotenhaltung"!

Zahlreiche Studien bestätigen, dass das Zusammenleben mit Heimtieren - durchaus auch mit Tieren fremdländischer Herkunft - positive Auswirkungen auf den Menschen hat. Seit einiger Zeit jedoch fordern Tierrechtsorganisationen, Tierschutzverbände und sogar politische Parteien ein Importverbot und Haltungsverbot für sogenannte "Exoten".

Zahlreiche Studien bestätigen, dass das Zusammenleben mit Heimtieren - durchaus auch mit Tieren fremdländischer Herkunft - positive Auswirkungen auf den Menschen hat. Seit einiger Zeit jedoch fordern Tierrechtsorganisationen, Tierschutzverbände und sogar politische Parteien ein Importverbot und Haltungsverbot für sogenannte "Exoten". Die Forderungen beziehen sich wahlweise auf exotische Tiere, Wildtiere und deren Nachzuchten, Naturentnahmen, nicht domestizierte Tiere oder gefährliche Tiere. Meist werden die unterschiedlichen Begriffe weitgehend synonym verwendet, so dass der Eindruck entsteht, exotische - also fremdländische - Tiere seien generell gefährlich, seien schwierig zu halten und vom Aussterben bedroht.

Der ZZF kritisiert, dass oftmals einzelne schlechte Haltungsbedingungen in Privathaushalten verallgemeinert und das eindeutige Überwiegen einer kundigen und verantwortungsvollen Heimtierhaltung übersehen wird. Außerdem hält der Verband eine differenzierte Verwendung der Begriffe für notwendig.

Kein erhöhtes Risiko!

Der weit überwiegende Teil der exotischen Tierarten ist ungefährlich, beispielsweise Ziervögel, aber auch Arten wie Schildkröten, die meisten Echsen sowie ungiftige und kleinere Schlangen.

Auch das Risiko, an so genannten Zoonosen zu erkranken, die von Fischen, Amphibien, Reptilien, Kleinsäugern und Vögeln übertragen werden können, ist kein Grund, auf die Nähe zu einem Heimtier zu verzichten, wenn einfache Hygienemaßnahmen eingehalten werden. Von sogenannten Exoten werden nicht mehr Krankheiten auf den Menschen übertragen als von Hund und Katze! Es reicht, dass einfache Hygienemaßnahmen eingehalten werden - so lautete jedenfalls das Ergebnis eines vom ZZF durchgeführten Symposiums für Tierärzte und Zoofachhändler.

ZZF plädiert für artgerechte Tierhaltung

Der ZZF plädiert dafür, viel stärker die Frage ins Zentrum der Debatte zu rücken, welche Tierarten artgerecht gehalten werden können. Die artgerechte Haltung wird im Tierschutzgesetz ausdrücklich gefordert und wird vom ZZF ohne jede Einschränkung unterstützt. Dazu kann beispielsweise gehören, dass eine bestmögliche Umgebung mit Hilfe von Technik eingerichtet wird, dass das Tier angemessen ernährt und gepflegt ist oder der Mensch sich in seinem Lebensstil auf die Bedürfnisse des Tieres einstellen kann.

Im Gegenteil fordert der ZZF gerade aus Tierschutzgründen, dass Tierfreunde in Deutschland aus einem möglichst breiten Spektrum die passende Art für die Heimtierhaltung aussuchen können. Jeder sollte in der Lage sein, ein Heimtier auszusuchen, das er artgerecht halten kann. Der ZZF unterstützt die Sachkunde von Tierhaltern mit seinen Ratgeberplattformen www.my-fish.org und www.my-pet.org.

Welche Arten der ZZF als für die Heimtierhaltung nicht geeignet einstuft, hat er bereits 1991 in den Heidelberger Beschlüssen des ZZF zum Tierschutz im Zoofachhandel festgelegt, die im Licht neuer Erkenntnisse kontinuierlich fortgeschrieben werden.

Keine Gefahr der Faunenverfälschung

Aus der Heimtierhaltung entwichene Tiere führen so gut wie nie zu einer Faunenverfälschung in Mitteleuropa: Zum einen wurden die meisten der diesbezüglich problematischen Arten über den Warentransport unbeabsichtigt eingeschleppt. Zum anderen kommen die meisten exotischen Tiere mit den klimatischen Bedingungen in Deutschland nicht zurecht.