von Dr. Rolf Spangenberg
Hunde sind ihrer Natur nach Langläufer – im Gegensatz zu Katzen, deren Stärke im Sprint liegt. Sie freunden sich auch gern mit Artgenossen an, während Katzenfreundschaften zwar keineswegs selten, jedoch nicht eben häufig sind. Deshalb schätzen Hunde auch gemeinsame Laufspiele. Dabei geht es häufig so wild zu, dass zartbesaitete Besitzer ängstlich werden. Sie toben miteinander, werfen sich um, dass die Körper übereinander kugeln, und scheinen sich sogar zu beißen. Das ist aber alles nur Spiel, bei dem es bestimmte Regeln gibt, die alle Beteiligten meist erst lernen müssen.
Spezielle ausgewiesene Hundespielplätze
Wo können Hund überhaupt spielen? In manchen Gemeinden gibt es dafür besondere Hundewiesen, die als solche speziell ausgewiesen sind. Das braucht kein gepflegter Rasen zu sein, ein strukturiertes Gelände mit Bäumen, Büschen und Sandflächen ist sogar noch besser geeignet. Der Hundehalter sollte sich zunächst davon überzeugen, ob Hunde tatsächlich willkommen, geduldet oder unerwünscht sind.
Um es gleich zu sagen: Kinder, vor allem Kleinkinder und tobende Hunde passen nicht gut zusammen! Die Kleinen könnten leicht umgerissen werden. Zuschauen ist natürlich erlaubt, obwohl Kinder – das ist ganz natürlich – mit Zurufen an die Hunde den Spielbetrieb stören können. Auf keinen Fall sollte man Kinder mit ihren Vierbeinern allein auf die Hundespielwiese lassen. Es kann immer mal zu einer kritischen Situation – beispielsweise Beißerei – kommen, bei der ein energisches Eingreifen erforderlich ist.
Die Hundehalter sollten darauf achten, dass ihre Tiere die Wiese nicht mit Kot verschmutzen. Also immer einen Kotbeutel parat haben und auch benutzen (!), wenn der Hund sich gelöst hat.
Tiere sollten Grundkommandos beherrschen
Die Hunde bedürfen einer gewissen Vorbereitung, bevor sie auf die Spielwiese kommen dürfen:
Sie sollten entwurmt und vollständig geimpft sein. Dies zum eigenen und zum Schutz der anderen Tiere.
Außerdem ist es gut, wenn sie die üblichen Grundkommandos beherrschen. Man sollte sie abrufen können, wenn die Situation aus irgendeinem Grunde kritisch wird.
Fast eine Selbstverständlichkeit: Aggressive Tiere, die andere Hunde ernsthaft angreifen und verletzen wollen, gehören nicht auf eine Spielwiese! Da hilft kein Maulkorb! Auch völlig unerfahrene Welpen, die von anderen Hunden zwar im Regelfall nicht angegriffen werden (Welpenschutz!), aber von der Situation noch überfordert sind und sich zu Tode erschrecken könnten, sollten dem Gelände besser fern bleiben.
Hunde erziehen sich im Spiel selber
Die Körpergröße spielt beim Spiel kaum eine Rolle. Die Großen sind meist etwas behäbiger und linkischer, die Kleinen flitzen unbeeindruckt um sie herum. Vielfach sind Terrier-Typen die Frechsten unter allen.
Ansonsten kann man darauf bauen, dass die Hunde sich in freiem Spiel selber erziehen. Wer zu grob ist, darf nicht mehr mitmachen, Sensibelchen werden entweder abgehärtet oder abgedrängt. Das ist ja der erwünschte Effekt der Spielstunden!
Nach wenigen Stunden werden Sie merken, ob Ihr Tier das Spiel mit wechselnden Partnern genießt oder sich ängstlich an Sie schmiegt, wenn es in Richtung Hundewiese geht. Zwingen soll man Hunde auf keinen Fall. Zwar verliert sich die Scheu mit der Zeit, doch geht das unter Umständen langsam und man soll Geduld mit ihnen haben.