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Schneefressen: Was verträgt der Hundemagen?

Golden Retriever rennt durch den Schnee.
Viele Hunde lieben den Schnee. Auch wenn sie mal davon kosten, verträgt ihr Magen das gut. Nur zu viel darf es nicht sein.

Wenn die weiße Pracht dicht und tief auf Wegen und Feldern liegt, ist das für fast alle Hunde ein wundervoller Spaß. Sie wälzen sich übermütig darin herum, scheinen sogar Rutschpartien zu genießen und fühlen sich pudelwohl. Natürlich nehmen sie dabei auch gerne mal eine Portion Schnee zu sich, die der Hundemagen problemlos verträgt. Doch was kann man unternehmen, wenn der Vierbeiner zu viel von der weißen Pracht genascht hat und unter Bauchschmerzen leidet?

von Dr. Rolf Spangenberg

Grundsätzlich sind Nässe und Kälte selbst bei wenig behaarten Tieren kein Problem, sofern sie sich ausgiebig bewegen können. Wenn sie heimkommen, sollten die durchnässten Tiere mit einem Handtuch gut abgerubbelt werden. Das nützt einerseits dem Hund und schont andererseits das saubere Heim. Natürlich wäre es grundverkehrt, Hunde mit nassem Fell in den Zwinger zu verbannen. Dann werden sie sich zwangsläufig erkälten.

Vom Schnee, den manche Hunde - vor allem Jungtiere - das erste Mal erleben, wird auch begeistert gekostet. Er schmeckt zwar nicht sonderlich gut, doch macht es Spaß, die nasse Kühle im Maul zu spüren. Wenn ein Maul voll heruntergeschluckt wird, ist das auch nicht schlimm. Doch dürfen es keine Mengen sein. Dann verkühlt sich der Magen und es gibt rasch eine Gastritis (Magenschleimhautentzündung). Darauf reagieren die meisten Hunde postwendend mit Erbrechen. Das ist ebenfalls kein Drama. Bei den vernünftigen Tieren setzt dann ein Lerneffekt ein und sie sind in Zukunft vorsichtig mit dem ungestümen Schneefressen.

Bei einer ernsthaften Gastritis: gesalzene Fleischbrühe

Doch wenn sie es nicht lassen wollen? Dann muss der Halter eingreifen und versuchen mit einem entschlossenen „Pfui!“ oder einem anderen Kommando den Hund davon abzuhalten, von der weißen Pracht zu naschen.

Doch wenn der Hund sich nun eine ernsthafte Gastritis eingefangen hat und das Erbrechen nicht aufhören will? Zunächst sollte man ihn schön warmhalten. Eine weitere erste Hilfe wäre der Versuch, ihm - natürlich kalte - gesalzene Fleischbrühe anzubieten. Manche Hunde schätzen auch Salzstangen. Der Sinn: das beim Erbrechen verlorene Salz wieder zuzuführen. Allerdings kann es passieren, dass er gleich wieder erbricht.

Wenn das Erbrochene womöglich noch blutig wird, ist allerdings der Tierarzt gefragt. Damit sollte man nicht zu lange warten. Er wird einerseits das Erbrechen mit Injektionen stoppen und dem Patienten andererseits intravenös Salzlösung per Tropf injizieren.

Doch nicht vergessen: Schnee ist für Hunde und doch wohl auch für ihre Halter ein großes Vergnügen, das man mit etwas Vorsicht genießen sollte.