Besinnliche Musik, Kerzenschein und Tannenduft in der Luft - die Vorfreude auf Weihnachten ist allgegenwärtig. Eine ruhige Zeit der Einstimmung sollte es sein, doch oft ist die Adventszeit geprägt von viel Rummel: Geschenke in überfüllten Läden einkaufen, Gedränge auf dem Weihnachtsmarkt, Geschiebe in den Fußgängerzonen. Zuhause wird alles weihnachtlich dekoriert, es werden Plätzchen gebacken, das Festtagsmenü geplant, die Geschenke eingepackt. Sicher, in der Vorweihnachtszeit gibt es viel zu tun. Aber wie kommen unsere Heimtiere damit zurecht? Sie spüren natürlich die Veränderungen und die Unruhe. Je nach Tierart, Charakter und Lebensalter reagieren die einen vielleicht interessiert, andere ziehen sich zurück und fühlen sich gar nicht wohl angesichts der ungewohnten Betriebsamkeit. Wir haben für Sie einige Tipps zusammengestellt, damit auch Ihr Heimtier die Weihnachtszeit entspannt erlebt.
Musik liegt in der Luft: Zunächst einmal gilt es auf den Geräuschpegel zuhause zu achten. Die geliebte CD mit Weihnachtsliedern in voller Lautstärke, heimisches Musizieren am Klavier und auf der Flöte oder auch viel Besuch stiften für das Tier eine Menge Unruhe. Viele Tierarten haben ein viel besseres Gehör als der Mensch und reagieren deshalb auch deutlich sensibler auf Geräusche. Laute Musik oder lebhafte Unterhaltung sind für die Tiere oft Stressfaktoren. Beobachten Sie Ihr Heimtier und nehmen Sie Rücksicht, wenn Sie merken, dass Ihr Meerschweinchen wie erstarrt wirkt, die Katze aus dem Zimmer flüchtet oder der Hund sich unters Sofa zurückzieht. Ihren Vogel müssen Sie eventuell sogar samt Voliere aus dem "Weihnachtszimmer" aussiedeln, damit ihm Besuchertrubel oder flackernde Kerzen keine Angst machen. Reagiert Ihr Tier positiv auf Musik - umso besser: dann können Sie gemeinsam und entspannt die Weihnachtsklänge genießen.
Weihnachtsmarkt und Geschenkekauf: Überall locken jetzt Weihnachtsmärkte mit ihren Lichtern, dem Glühweinduft und den weihnachtlichen Auslagen. Ein Bummel zwischen den Buden ist für viele in der Vorweihnachtszeit ein Muss. Doch was für den Menschen ein Vergnügen ist für den Hund purer Stress: die Enge, der Lärm und die vielen Menschen setzen ihm zu. Tun Sie Ihrem Hund einen Gefallen und lassen Sie ihn für die Zeit Ihres Besuchs auf dem Weihnachtsmarkt zuhause. Ihr vierbeiniger Freund wird Sie zwar vermissen, doch wenn Sie nicht zu lange unterwegs sind, ist er in seiner gewohnten Umgebung besser und sicherer aufgehoben. Das Gleiche gilt übrigens für die Dauer Ihrer Einkäufe: Denn auch überhitzte Läden und drängende und schiebende Menschen in den Fußgängerzonen sind für die meisten Hunde eine echte Belastung. Gönnen Sie Ihrem Hund und sich lieber im Anschluss gemeinsame Zeit bei einem ausgiebigen Spaziergang oder beim ausgelassenen Herumtollen. Er wird es Ihnen danken!
Lametta, Glaskugeln, Duftöl und Mistelzweige: Ein weihnachtlich dekoriertes Zuhause und ein Weihnachtsbaum schaffen eine gemütliche Stimmung, die für uns Menschen zu einer besinnlichen Adventszeit dazugehört. Für unsere Heimtiere sind viele Dekoartikel jedoch gefährlich. Wenn Kerzen, Geschenkpapier und -bänder und natürlich der Weihnachtsbaum bei uns Einzug halten, sind die meisten Tiere daran sehr interessiert. Ihr Spieltrieb kennt - gerade bei jungen Tieren - kaum Grenzen: Schließlich raschelt und knistert es nicht immer so aufregend wie eben jetzt in der Vorweihnachtszeit. Lassen Sie Vorsicht walten, wenn Sie Stechpalmen, Mistelzweige oder Weihnachtssterne in die Wohnung holen. Neugierige Heimtiere können sich vergiften, wenn sie daran herumknabbern. Auch Duftöle oder das Lecken am so beliebten Schneespray für Fensterscheiben können bei Heimtieren zu Vergiftungen führen. Am interessantesten und gleichzeitig am gefährlichsten ist für viele Tiere aber sicherlich der Weihnachtsbaum. Sorgen Sie dafür, dass der Baum sicher und fest steht und herumtollende oder kletternde Vierbeiner ihn nicht umstürzen können. Achten Sie darauf, dass Ihr Tier nicht an Lametta herumknabbert! Das bleihaltige Lametta ist für die Tiere giftig und kann zu Darmverschluss führen. Verwenden Sie auch keine Glaskugeln. Diese gehen beim Spielen oder darauf Beißen leicht zu Bruch und dann können sich unsere tierischen Freunde an den Scherben verletzen. Nehmen Sie stattdessen lieber heimtiergerechte Alternativen wie Schmuck aus den Naturmaterialien Holz oder Stroh. Verzichten Sie auch auf Wachskerzen - die Tiere können sich schon beim leichten Berühren daran verbrennen oder beim Spielen einen Brand verursachen. Dekorieren Sie lieber mit elektrischen Lichterketten und am besten so, dass die Tiere sie nicht erreichen können. Schließlich könnten auch die Kabel angeknabbert werden. Lassen Sie Hund und Katze - oder auch einen kleinen freilaufenden Nager oder freifliegenden Vogel - nie unbeaufsichtigt in der Nähe der Weihnachtsdekoration und stellen Sie eventuelle Gefahrenquellen, soweit möglich, außer Reichweite.
Süßigkeiten und Festtagsbraten: Ein Schoko-Adventskalender und süße Plätzchen in der Vorweihnachtszeit und ein knuspriger Festtagsbraten an den Feiertagen sind bei den meisten von uns fester Bestandteil der Advents- und Weihnachtsrituale. Und auch unsere Heimtiere würden nur zu gerne davon probieren und versuchen uns mit treuen Augen zu erweichen, ihnen etwas zuzustecken. Doch die süßen, fettigen und salzigen Speisen sind für sie in der Regel ungesund - und manchmal sogar lebensbedrohlich. Werden Sie zum Beispiel auf keinen Fall bei Schokolade schwach: Das darin enthaltene Theobromin verursacht Durchfall und Erbrechen. Und auch vermeintliche Leckerbissen für den Hund wie übrig gebliebene Geflügelknochen können gefährlich werden: Sie können leicht splittern und zu Verletzungen in Magen und Darm führen. Im Zoofachhandel finden Sie stattdessen eine große Auswahl an artgerechten und gesunden Leckerbissen für Ihr Tier.
Bei allen vorweihnachtlichen Aktivitäten gilt vor allem eines: Beobachten Sie Ihr Tier. Wirkt es gestresst von den Vorbereitungen, überreizt oder wie erstarrt? Dann tun Sie ihm und sich einen Gefallen: Lassen Sie die besinnliche Zeit zu einer wirklich ruhigen Zeit werden.